20 Jahre Bürger für Sicherheit: Der Verein kämpft mit der Überalterung

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Ahrensburg (ve). Seit 20 Jahren gibt es jetzt den Verein Bürger für Sicherheit – und der Verein steht mehr denn je mitten im Spannungsfeld von Aktualität, Erneuerung und die Furcht davor, nicht mehr beachtet zu werden.

Die Hauptversammlung 2016 des Vereins Bürger für Sicherheit. Der Verein feiert am 22. September 2016 sein 20-jähriges Bestehen. Gastrednerin Renate Tangermann, sie hat vor 20 Jahren den Verein als Initiative gegründet.

Die Hauptversammlung 2016 des Vereins Bürger für Sicherheit. Der Verein feiert am 22. September 2016 sein 20-jähriges Bestehen. Gastrednerin Renate Tangermann, sie hat vor 20 Jahren den Verein als Initiative gegründet.

Die Kriminalitätsstatistik belegt es eindeutig. Ahrensburg ist heute Hochburg des Einbruchsdiebstahles – doch um 1993 war Ahrensburg und die Region noch stärker als heute von Einbruchskriminalität gebeutelt. Die Mentalität der Verantwortlichen damals: Sie kümmern sich im gegenseitigen Miteinander selber. Gegründet wurde also unter federführendem Engagement von Renate Tangermann, heute Ehrenvorsitzende des CDU-Stadtverbandes, eine Initiative für die Organisation zur Nachbarschaftshilfe.

20 Jahre Bürger für Sicherheit: Renate Tangermann erinnerte an die Gründung

„Unsere Idee war es, durch Beobachten und Hingucken ein schnelles Eingreifen bei Einbrüchen zu ermöglichen, und zwar als aktive Nachbarschaftshilfe“, erläutert Renate Tangermann in einem Grußwort auf der Hauptversammlung des Vereins. „Wir wollten Prävention betreiben, um der Polizei die Arbeit zu erleichtern.“ Die Zahlen aus dem ersten Jahr zeigen den Bedarf: Im Gründungsjahr 1996 wurden über 11.000 Beobachtungsgänge umgesetzt, der Verein hatte 485 Mitglieder.

Klaus-Peter Trost, der heutige Vorsitzende, beschreibt es ähnlich: „Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen, tätig zu werden und Hilfe selber zu organisieren. Wir wollen Wachsamkeit organisieren.“

Genau darin sieht der Verein seine Aufgabe: Von Beginn an war die Aufgabe der Mitglieder, sich zu Beobachtungsgängen einzuteilen und über das Stadtgebiet somit eine gezielte Beobachtung der Nachbarschaft sicher zu stellen. Auch übrigens in den Nachtstunden. Im Jahr 2015 wurden 23.410 Beobachtungsgänge organisiert. Immer dabei heute in Zusammenarbeit mit der Polizei, die die Arbeit des Vereins – anders als vielfach so genannte Bürgerwehren, die ein etwas anderes Ziel haben – unterstützt.

Die Hauptversammlung 2016 des Vereins Bürger für Sicherheit. Der Verein feiert am 22. September 2016 sein 20-jähriges Bestehen. Bürgervorsteher Roland Wilde bei seinem Grußwort.

Die Hauptversammlung 2016 des Vereins Bürger für Sicherheit. Der Verein feiert am 22. September 2016 sein 20-jähriges Bestehen. Bürgervorsteher Roland Wilde bei seinem Grußwort.

Doch dem Verein begegnen Ressentiments. Wie das aussehen kann, schildert Bürgervorsteher Roland Wilde in seinem Grußwort auf der Hauptversammlung: „Ich war damals gegen die Gründung der Initiative“, gestand er ein, „denn in meinen Augen ist es Aufgabe des Staates, für die Sicherheit zu sorgen. Aber ich habe schnell gemerkt: Hier geht es um eigenverantwortliche Schadensverhütung, nicht um Denunziation.“ Deshalb sehe er es heute anders, Wilde findet deutliche Worte: „Wir erleben heute wie vor 20 Jahren ein Tsunami der Einbrüche.“ Vor diesem Hintergrund brauche Ahrensburg den Verein, „seien Sie sich der Unterstützung der Stadtverordnetenversammlung gewiss“, so Wilde.

Neue Mitglieder werden gesucht

Und doch steht der Verein vor einem großen Problem: Die Mitgliedschaft ist älter geworden, jüngere Mitglieder rücken nicht nach. Trotz intensiver Bemühungen, bei Ahrensburgern Interesse für die Arbeit des Vereins zu wecken, sinkt die Zahl der Mitglieder und damit automatisch die der Beobachtungsgänge. „Es bleibt ein schwieriges Geschäft, neue Mitglieder zu werben“, lässt Werner Segelken-Voigt vom Vorstand des Vereins die Versammlung wissen.

Bericht auf ahrensburg24.de:

„Kriminalstatistik für Stormarn: 312 Einbrüche – Ahrensburg ist trauriger Spitzenreiter“

„CDU-Bürgergespräch zum Thema Innere Sicherheit: “Rufen Sie die Polizei!”“

Sie tun es trotzdem, haben gerade ihren Internetauftritt modernisiert, verteilen Flyer und werben an Infoständen für die Arbeit des Vereins. Die seit langem breiter aufgestellt ist: Präventionsmaßnahmen wie Selbstverteidigungskurse an Ahrensburger Grundschulen werden unterstützt, Senioren erfahren auf Informationsveranstaltungen, wie sie sich schützen können.

Zu Gast auf der Versammlung waren neben Renate Tangermann und anderen Gründungsmitgliedern und dem Bürgervorsteher auch der Leiter der Polizeidienststellen Ahrensburg, Norbert Patzker, und der Leiter der Kriminalpolizei, Ralf Lorenzen. Sie sind jedes Jahr dabei, denn auch das Credo der Polizei ist es, durch Präsenz und eine aufmerksame Nachbarschaft Einbrüche schneller melden oder sogar verhindern zu können. Und dabei waren mit Jochen Kube und Hans-Jürgen Bendfeldt auch die Großhansdorfer Kollegen, die mit der Initiative für Sicherheit in Großhansdorf einen ähnlichen Verein aufgebaut haben.

Die Hauptversammlung 2016 des Vereins Bürger für Sicherheit. Der Verein feiert am 22. September 2016 sein 20-jähriges Bestehen. Der Vereinsvorsitzende Klaus-Peter Trost schildert die derzeitige Situation des Vereins.

Die Hauptversammlung 2016 des Vereins Bürger für Sicherheit. Der Verein feiert am 22. September 2016 sein 20-jähriges Bestehen. Der Vereinsvorsitzende Klaus-Peter Trost schildert die derzeitige Situation des Vereins.

Die Hauptversammlung 2016 des Vereins Bürger für Sicherheit. Der Verein feiert am 22. September 2016 sein 20-jähriges Bestehen.

Die Hauptversammlung 2016 des Vereins Bürger für Sicherheit. Der Verein feiert am 22. September 2016 sein 20-jähriges Bestehen.

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