AKTUALISIERT Umzug famila und Fachmarktzentrum: Gelände verkauft/Neuer Investor ist May & Co

0

Ahrensburg (ve). Und wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. So in etwa war der Auftritt von Michael May gestern Abend im Bauausschuss. Mal eben so auf die Schnelle will er das Projekt Umzug famila und Fachmarktzentrum am Beimoorweg auf den Weg bringen.

Das geplante Fachmarktzentrum mit famila und Aldi am Beimoorweg. Grafik: Stadt Ahrensburg

Das geplante Fachmarktzentrum mit famila und Aldi am Beimoorweg. Grafik: Stadt Ahrensburg

Das Unternehmen May & Co aus Itzehoe von Michael May ist Projektentwickler und Investor. Als solches hat es vor einiger Zeit den vorderen Teil des Prinovis-Geländes am Beimoorweg in Ahrensburg gekauft, um dort einen Baumarkt zu errichten. Pläne für den hagebaumarkt an diesem Standort standen im Raum, nun sollen im April die Bauarbeiten für einen neuen und größeren toom-Markt beginnen.

Fachmarktzentrum und famila: Die Pläne sollen bleiben, wie sie sind

Die Probleme auf der anderen Straßenseite sind Michael May dabei nicht verborgen geblieben. Er erfuhr vom Stocken der Verkaufsverhandlungen und hat sich über das Projekt informiert. Dann hat er sich den Landwirt und Grundstückseigentümer beiseite genommen und Verhandlungen über den Kauf des Geländes begonnen. Das war vor etwa zwei Monaten. Am Dienstag dieser Woche nun, so berichtet May gestern Abend im Bauausschuss, sei der Kaufvertrag notariell unterzeichnet worden, auf der Basis dieses Kaufvertrag könne er nun über das Gelände verfügen und wolle nun das Fachmarktzentrum dort errichten.

Seine Ansage kam sozusagen auf der letzten Rille, denn auf der Tagesordnung der Sitzung stand eine Aufsplittung des Bebauungsplanes. Eben weil die bisherigen Verkaufsverhandlungen mit dem Landwirt erfolglos geblieben waren, stockte das Projekt und damit die gesamte Erschließung des neuen Gewerbegebietes Beimoor Süd und dem B-Plan 88. Um weiteren Schaden durch diese ausbleibende Handlungsfähigkeit von der Stadt abzuwenden, sollte durch die Splittung des B-Planes zumindest im restlichen Teil des Gewerbegebietes Baureife hergestellt werden können.

AKTUALISIERT: Das Unternehmen famila wollte zu dieser Entwicklung keine Stellungnahme geben, das es noch keinen Kontakt zwischen famila und May & Co gegeben habe, so das Unternehmen. Die Pläne des Investors seien dort nicht bekannt.

Vorratsbeschluss des Bauausschusses zur Trennung des B-Planes einstimmig

Und diese Trennung hat der Ausschuss nun vorläufig erstmal trotzdem beschlossen, allerdings umkehrbar. Damit ist die Stadt vor allem die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS), die das Gelände erschließt und verkauft, nun handlungsfähig, egal, ob es mit dem Projekt Fachmarktzentrum voran geht, oder nicht.

Der Kauf des Geländes sei zu einem „realistischen Preis“ erfolgt, so May gegenüber der Presse. Grund des Stockens der vorherigen Verhandlungen sei nicht nur die Höhe der Kaufsumme gewesen, sondern auch eine nicht näher benannte Verantwortlichkeit für das Projekt, die der Landwirt nicht habe übernehmen wollen, so May. Das sei nun gelöst worden.

Michael May, Geschäftsführer von May & Co, am Rande der Bauausschussitzung im Peter-Rantzau-Haus.

Michael May, Geschäftsführer von May & Co, am Rande der Bauausschussitzung im Peter-Rantzau-Haus.

„Ich bin kein Blockierer, ich will das Projekt voranbringen“, betont May gegenüber der Presse. „Ich möchte es genauso umsetzen, wie die vorhandenen Pläne es darstellen. Und wir wissen auch um die engen Vorgaben, die uns die Verträge geben in Bezug auf innenstadtrelevantes Sortiment und müssen diese Vorgaben natürlich einhalten.“

Fachmarktzentrum am Beimoorweg, May: „Kein innenstadtrelevantes Sortiment“

Kaufleute der Innenstadt blicken durchaus kritisch auf die Umzugspläne von famila und Aldi und fürchten um einen Abzug der Kaufkraft aus der Innenstadt. Damit dies nicht erfolgt, ist vertraglich ausgeschlossen, dass in dem Gewerbegebiet Beimoor Süd so genanntes innenstadtrelevantes Sortiment, also alles das, was in der Innenstadt angeboten wird, verkauft werden darf. famila und Aldi dürfen nur umziehen, weil sie ihren bisherigen Standort verlegen und an dem alten Standort kein Einzelhandel mehr errichtet wird. Auch dies ist lange politisch beschlossen.

Heute noch will sich Michael May mit Bürgermeister Michael Sarach und der WAS in Verbindung setzen und die erforderlichen Verträge auf den Weg bringen. Für ihn soll alles ganz schnell gehen, sagt May, damit die Trennung des B-Planes tatsächlich nicht erforderlich werde. Mit allen der betroffenen Unternehmen, die im Fachmarktzentrum einziehen wollen, habe er noch nicht gesprochen. Aber an der Konzeption des Fachmarktzentrums mit famila, Aldi, dem futterhaus, der Waschstraße und einem Möbelmarkt wolle er festhalten. Auch ein Fastfood-Restaurant und eine Tankstelle könnten dazu kommen, so May.

Gelingt die Schließung der Verträge, könnte die Entwicklung des Geländes noch dieses Jahr umgesetzt werden. May geht davon aus, dass im Herbst 2016 die Erschließung des Geländes beginnen könnte, der Bau des Fachmarktzentrums könne dann im Frühjahr 2017 erfolgen, die Bauzeit beträgt etwa ein Jahr.

May & Co: toom-Markt in Ahrensburg, Lupus-Park in Schwarzenbek

In der Region hat die May Gruppe bisher den Lupus-Park in Schwarzenberg umgesetzt, ein Baugebiet auf dem alten Gelände der Bundesgrenzschutzkaserne. Der Bau des toom-Marktes am Beimoorweg wird im April begonnen, er wird eine Größe von 10.000 Quadratmetern haben. Auf dem Gelände von circa 30.000 Quadratmetern sollen außerdem 300 Parkplätze entstehen. Im weiteren hat May & Co noch 20.000 Quadratmeter Grundstück auf diesem Gelände, die noch frei stehen. Der Bau des Baumarktes wird etwa 13 Millionen Euro kosten.

Die Pläne des neuen Baumarktes am Beimoorweg. Grafik: Architekt Burghardt Scherenberger

Die Pläne des neuen Baumarktes am Beimoorweg.
Grafik: Architekt Burghardt Scherenberger

image_pdfimage_print
Teilen.

Kommentieren