Ausbau der Regionalbahnstrecke: „Horrorbilder“ der Lärmschutzwände

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Ahrensburg (ve). Als im Umweltausschuss digitale Montagen der geplanten Lärmschutzwände an den Bahngleisen gezeigt wurden, ging ein Raunen des Entsetzens durch den Ausschuss.

Neue Lärmschutzwände entlang der zukünftig ausgebauten Bahnstrecke auf Ahrensburger Stadtgebiet: Die Stadtverwaltung hat digitale Vorschauen gefertigt. Im Bild Bereich in der Manhagener Allee. Grafik/Montage:Stadtverwaltung Ahrensburg

Neue Lärmschutzwände entlang der zukünftig ausgebauten Bahnstrecke auf Ahrensburger Stadtgebiet: Die Stadtverwaltung hat digitale Vorschauen gefertigt. Im Bild Bereich in der Manhagener Allee.
Grafik/Montage:Stadtverwaltung Ahrensburg

Das Thema ist nicht neu – und es ist vor allem nicht einfach. Aufgrund des Ausbaus der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Bad Oldesloe muss die Deutsche Bahn AG den Maßnahmen des Lärmschutzes für die Anwohner neu berechnen. Das Ergebnis hat sie der Stadtverwaltung Ahrensburg mitgeteilt: Sechs Meter hohe Wände entlang eines Großteils der Strecke vom Braunen Hirschen bis zum Hagen müssen laut Gesetz die Anwohner schützen. Wie das aussehen würden, hat die Stadtverwaltung anschaulich in digitale Vorschauen skizziert.

Lärmschutzwände entlang der Ahrensburger Gleise: Schon früher gab es Streit

Dass es neue Lärmschutzwände entlang der Gleise im Rahmen des Ausbaus der Strecke für die S-Bahnlinie S4 ist klar, seit es die Diskussion um die vor einigen Jahren errichteten Lärmschutzwände ging. Denn damals ging es nur um den aktuellen Lärmschutz und die Bahn hatte schon damals darauf verwiesen, dass mit dem Ausbau der Strecke neue Wände erforderlich werden würde. Doch schon die für den jetzigen Verkehr auf den Gleisen erforderlichen Wände stießen auf Gegenwehr der Ahrensburger. Und die haben mit dem zukünftigen Ausbau der Strecke gar nichts zu tun.

Neue Berechnungen und Messungen der Bahn ergaben, das nahezu entlang der gesamten Strecke auf Ahrensburger Stadtgebiet Lärmschutzwände errichtet werden müssten. Zum Teil drei Meter hohe Wände – zum großen Teil sechs Meter hohe Wände, gerade im Bereich der Innenstadt.

Neue Lärmschutzwände entlang der zukünftig ausgebauten Bahnstrecke auf Ahrensburger Stadtgebiet: Die Stadtverwaltung hat digitale Vorschauen gefertigt. Im Bild der Bahnhofsbereich an der Ladestraße mit sechs Meter hohen Wänden. Grafik/Montage:Stadtverwaltung Ahrensburg

Neue Lärmschutzwände entlang der zukünftig ausgebauten Bahnstrecke auf Ahrensburger Stadtgebiet: Die Stadtverwaltung hat digitale Vorschauen gefertigt. Im Bild der Bahnhofsbereich an der Ladestraße mit sechs Meter hohen Wänden.
Grafik/Montage:Stadtverwaltung Ahrensburg

Umweltausschuss: „Wir müssen etwas dagegen tun!“

Für die Mitglieder des Umweltausschusses ist das so gar keine Option. Die Wände zerstörten nicht nur die Sichtachsen zum Beispiel stadtaußwärts entlang der Manhagener Allee, sondern sie bildeten im Stadtgebiet einen Fremdkörper, der die Lebensqualität der Ahrensburger zerstöre, wie es Ausschussvorsitzende Marleen Möller benannte. Entsprechende Äußerungen kamen von allen Fraktionen gleichmütig. Auch die Verwaltung mit Bauamtsleiter Peter Kania machte deutlich, dass sechs Meter hohe Lärmschutzwände keine Lösung seien.

Eine kurzfristige Planung ist das allerdings nicht, denn der Ausbau der S-Bahnstrecke S4 wird noch ein paar Jahre dauern. Doch die Politiker stehen jetzt vor der Frage, wie sie auf die Pläne der Bahn reagieren sollen. „Die Bahn setzt natürlich die Maßnahmen um“, erläuterte Heinz Baade vom Umweltamt der Stadt, „zu denen sie gesetzlich verpflichtet ist und die für sie den besten Kosten-Nutzen-Faktor haben.“ Heißt: Ob es eine bessere Lösung geben kann, hängt vor allem damit zusammen, wer sie finanziert. Und damit, was technisch überhaupt machbar wäre.

Auf der Sitzung des Umweltausschusses wurde aber auch eines klar: Die Ausschussmitglieder zweifeln den Effekt von Stellungnahmen oder schriftlichen Mitteilungen an die Bahn an. Ein Schreiben an die Bahn reiche nicht aus, hieß es immer wieder. Den Lippenbekenntnissen müssten nun Taten folgen. Und damit haben sie sich selber eine Aufgabe getzt: Politik ist damit gefragt, dem eigenen Entsetzen Rechnung zu tragen und Handlungsoptionen zu erwirken, mit denen die Wände tatsächlich verhindert werden können.

ahrensburg24.de zeigt die Grafikmontagen der Stadtverwaltung Ahrensburg:

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3 Kommentare

  1. Christian Schmidt on

    Hallo Herr Sievers,

    Genau das haben wir der Verwaltung im letzten Umweltauschuss mitgegeben. Außerdem wollen wir, dass die BürgerInnen Beteiligung früher als sonst statt findet.

    Gruß
    Christian Schmidt

  2. Dr. Rüdiger Schmidt on

    Ab der Manhagener Allee stadtauswärts ist eine 6 Meter hohe Lärmschutzwand sehr zu begrüßen.
    1. Sie schützt erwiesenermaßen gegen den erhöhten Eisenbahnlärm.
    2. Sie greift in keiner Weise in das Stadtbild ein, da sie vor einem noch höheren Knick steht.

  3. Die Stadt könnte versuchen in die Pilotphasen „schienennaher Lärmschutzmaßnahmen“ zu kommen, die auf den diversen S4-Sitzungen schon einmal gezeigt worden sind. Das habe ich auch auf diversen Klönschnacks, runden Tischen usw. allen Fraktionen gesagt: Wenn man tatenlos zusieht, macht die Bahn stumpf das was sie kann. Wenn man etwas anderes will, muss man selbst aktiv werden. Dazu müsste aber die Verwaltung den Auftrag von der Politik bekommen, sich aktiv darum bemühen zu dürfen.

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