Raiffeisenbank Südstormarn Mölln eG: Neue Wege für die Bank

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Trittau (ve). Banken stehen vor einem Problem: Ihre Ware bringt in Zeiten von Minus-Zinsen kein Geld. Einige Jahre jetzt fährt die Europäische Zentralbank (EZB) die Niedrig-Zins-Politik und gefährdet damit auch das Geschäftsmodell der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln eG.

Kai Schubert und Carsten-Peter Feddersen, Vorstand der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln eG (von links). Foto:ahrensburg24.de

Kai Schubert und Carsten-Peter Feddersen, Vorstand der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln eG (von links).
Foto:ahrensburg24.de

Die Raiffeisenbank, so blicken die Vorstände Kai Schubert und Carsten-Peter Feddersen im Rahmen eines Pressegespräches auf die Bilanz, blicke auf ein „stabiles Geschäftsjahr 2016“. Die Zahlen: Die Bilanzsumme ist von 2015 auf 2016 um 3,1 Prozent auf 695 Millionen Euro gestiegen (2015: 674 Millionen Euro), das Kreditgeschäft um 1,3 Prozent auf 390 Millionen Euro und die Einlagen um 3,3 Prozent auf 469 Millionen Euro gewachsen.

Bilanz der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln eG: „Stabiles Geschäftsjahr“

Doch das Problem ist klar: Mit Vermögensbildung lässt sich bei dieser Geldmarktpolitik schon über einen langen Zeitraum kein Geld verdienen. Versicherungen, Banken und Stiftungen sind es, deren Geschäftsmodell immer mehr in Frage steht. Einzig das Kreditgeschäft bietet den Ansatz einer Lösung, Kai Schubert: „Das Kreditgeschäft und die Anlage von Mitteln der Band ist nur noch unter hohen Zinsrückgängen gegenüber der bisherigen Anlage möglich. Zusätzlich wirken sich die Negativzinsen aus, die die Bank für die Liquidität zahlen muss.“ Und so zeigt sich die Raiffeisenbank „zufrieden“ mit dem Anstieg des Kreditgeschäftes, einem zusätzlichen Kreditvolumen von 26 Millionen Euro an die Hypothekenbanken und einem Betriebsergebnis, das mit 5,8 Millionen Euro unter dem des Vorjahres von 6,9 Millionen Euro liegt.

Können die Einnahmen nicht gesteigert werden, müssen die Ausgaben gesenkt werden. An dieses Projekt möchte sich die Bank sozial verträglich heran machen. Zum Beispiel mit einer Filialstruktur, die den Bedürfnissen der Bank genauso gerecht wird, wie der der Kunden. Die Filiale in Glinde zum Beispiel war zu klein, um noch genügend Service für die Kunden bieten zu können, sie wurde geschlossen. Doch das soll bis auf Weiteres die einzige der nun elf Filialen plus Verwaltungssitz bleiben, die die Raiffeisenbank schließen wird.

Raiffeisenbank lädt zu einer Zukunftswerkstatt

Die Reduzierung des Personals ist ein anderer Weg, den gestaltet die Raiffeisenbank mit einem eigenen Angebot einer Altersteilzeit. Auch wenn die Mittel für die Altersteilzeit der ausscheidenden Mitarbeiter zunächst gebunden seien, würde die Bank von dem Prozess profitieren. „Wir bieten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Altersteilzeit an“, sagt Carsten-Peter Feddersen, „jeder muss für sich selber entscheiden, ob das der richtige Weg ist.“

Und doch empfinden Schubert und Feddersen diese Schritte als nicht ausreichend, um ihre Bank zukunftsfähig zu machen. Daher gehen sie nun einen ungewöhnlichen Weg: Die Genossenschaftsbank hat die 160 Vertreter der etwa 16.000 Mitglieder zu einer Zukunftswerkstatt eingeladen. Bei einer moderierten Veranstaltung sollen bei einem Brainstorming Ideen entwickelt werden, die vielleicht sogar ein neues und in jedem Fall tragfähiges Portfolio für die Bank entstehen lassen könnte. „Wir sind offen für alle Ideen“, so Schubert und Feddersen, „dabei wollen wir nicht unser Kerngeschäft als Bank verändern, sondern einfach neue Wege für ein neues Angebot finden.“ Diese Zukunftswerkstatt wird im März sein.

Vorher wird die Bank erneut zum Immobilienfrühling 2017 in den Ahrensburger Marstall einladen. Und davor wiederum noch Ende Januar wird die Raiffeisenbank die Gewinner ihres Gewinnsparens ausschütten, etwa 50.000 Euro gehen dann an Vereine und Verbände in Stormarn und im Herzogtum Lauenburg. „Was mich dabei besonders freut“, so Carsten-Peter Feddersen, „ist, dass die Vorschläge für die Projekte, denen dieses Geld zukommen soll, von den Mitgliedern der Bank kommt.“

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