Neue Arbeitsmesse in Ammersbek: Wer hat Arbeit für die Geflüchteten?

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Ammersbek (ve). Integration bedeutet, Arbeit zu finden. Doch wie geht das eigentlich? Gar nicht so einfach, wurde auf einer Messe in Ammersbek deutlich.

Wir kann die Integration der Geflüchteten in die Arbeitswelt gelingen, war Thema einer Veranstaltung in Ammersbek. Zahlreiche Gespräche ergaben sich an den Informationsständen. Foto:ahrensburg24.de

Wir kann die Integration der Geflüchteten in die Arbeitswelt gelingen, war Thema einer Veranstaltung in Ammersbek. Zahlreiche Gespräche ergaben sich an den Informationsständen.
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Das Interesse an der Veranstaltung in Ammersbek war gut, etwa 70 Teilnehmer waren gekommen. Dazu zählten Arbeitgeber genauso wie Flüchtlingsbeauftragte und Flüchtlinge. Die Probleme des „Arbeitsmarktes Flüchtlinge“ wurden von vielen angesprochen.

Einstellung von Geflüchteten: Perspektiven in der Arbeitswelt

Ein Großteil der Flüchtlinge hat eine geringe oder nur zu geringen Teilen in Deutschland anzuerkennende Berufsausbildung, hieß es von Seiten der Agentur für Arbeit. Selbst wenn Fertigkeiten im Heimatland erworben worden sind, sind sie häufig in der Arbeitswelt in Deutschland nur schwer einzusetzen. Dadurch bleiben für viele Flüchtlinge nur Arbeitsplätze für Ungelernte und im Helferbereich werden durchaus Kräfte gesucht. Nicht für jeden – gerade wenn er oder sie eigentlich einen eigenen Beruf hat – ist das tatsächlich ein gangbarer Weg.

Wir kann die Integration der Geflüchteten in die Arbeitswelt gelingen, war Thema einer Veranstaltung in Ammersbek. Foto:ahrensburg24.de

Wir kann die Integration der Geflüchteten in die Arbeitswelt gelingen, war Thema einer Veranstaltung in Ammersbek.
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Das Ziel einer Ausbildung allerdings ist nur mit ausreichenden Sprachkenntnissen und Lernbereitschaft zu erreichen. Das ist ein langer Weg, denn nicht alle sind in der Lage, innerhalb eines halben Jahres Deutsch zu lernen so dass es für die Kommunikation am Arbeitsplatz ausreicht. Die Zeit, so lange die Sprachkenntnisse für eine Ausbildung noch nicht reichen, kann durch ein Praktikum überbrückt werden. Aber auch dies setzt bei den Arbeitgebern die Bereitschaft voraus, die Praktikanten über einen langen Zeitraum zu betreuen.

Eher kleiner ist das Problem, einen freien Ausbildungsplatz zu finden. Nach Auskunft der Agentur für Arbeit gibt es zahlreiche Ausbildungsplätze, für die Kandidaten gesucht werden. Trotz aller Werbekampagnen für die Wertigkeit von Ausbildungsberufen drängen immer noch viele der Schülerinnen und Schüler zum Abitur und an die Universität. Das Handwerk verzeichnet dadurch seit Jahren eine Zunahme der nicht besetzten Ausbildungsplätze.

Ein Problem bleiben die bürokratischen Hürden

Frank Funke von der Firma Tabel war einer der Arbeitgeber vor Ort. Er hat bereits Geflüchtete eingestellt und gibt zu bedenken, dass der behördliche Aufwand und die bürokratischen Hürden „enorm“ seien. Er vermittelt Arbeitsplätze in Unternehmen für Ungelernte, zum Beispiel in der Produktion. Fünf Geflüchtete habe er inzwischen eingestellt, erzählt er im Gespräch mit ahrensburg24.de, und hatte eigentlich ursprünglich gehofft, schneller noch mehr einstellen zu können.

Diese Offenheit wünscht sich die Kommune nun von den anderen Arbeitgebern. Denn sie ist es, die die Messe initiiert hat und spezielle Arbeitgeber eingeladen hatte, sich zu informieren. „Die Flüchtlinge sind da und das ist auch gut so“, benennt es Bürgermeister Horst Ansén, „nun ist es unsere Aufgaben, sie auch weiter in die Gesellschaft zu integrieren.“

Positive Bilanz der Integrationsbeauftragten

Auf der Messe dabei waren Vertreter von Gastronomiebetrieben, aus dem Pflegebereich aber auch von Handwerksbetrieben wie Frisör oder aus der Bauindustrie. Auch ein größeres Ammersbeker Unternehmen war vor Ort, Arbeitsplätze aus dem Bereich der Mechatronik könnten dort vermittelt werden. „Es hat sich etwas getan“, sagt Ammersbeks Integrationsbeauftragte Ingrid Hodiamont im Rückblick auf die Veranstaltung, „wir sind in Gespräche mit einzelnen Unternehmen gekommen.“ Dies belege eine erste Bereitschaft, sich mit der Integration von Flüchtlingen in die eigne Firma zu befassen. „Nun müssen wir sehen“, so Hodiamont, „was daraus tatsächlich entsteht. Es gibt viele Möglichkeiten vom Schnuppertag bis zum Landzeitpraktikum, die einer Ausbildung oder Einstellung voran gehen können.“

Für viele wird dann der zweite Termin der Ammersbeker Arbeitsmesse wichtig. Dann soll es darum gehen, zukünftige Arbeitnehmer mit den Arbeitgebern zusammen zu bringen. Diese Veranstaltung ist am Dienstag, 28. Februar 2017.

Wir kann die Integration der Geflüchteten in die Arbeitswelt gelingen, war Thema einer Veranstaltung in Ammersbek. Bürgermeister Horst Ansén war der Veranstalter. Foto:ahrensburg24.de

Wir kann die Integration der Geflüchteten in die Arbeitswelt gelingen, war Thema einer Veranstaltung in Ammersbek. Bürgermeister Horst Ansén war der Veranstalter.
Foto:ahrensburg24.de

Sie wollen Arbeitgeber der Region und Flüchtlinge im Dorfgemeinschaftshaus an eine Arbeitstisch bringen: Claudia Osada von der Agentur für Arbeit, die Intgrationsbeauftragte Ingrid Hodiamont, Bürgermeister Horst Ansén und Bettina Schrader, Migrationsbeauftragte beim JobCenter (von links). Foto:ahrensburg24.de

Sie wollen Arbeitgeber der Region und Flüchtlinge im Dorfgemeinschaftshaus an eine Arbeitstisch bringen: Claudia Osada von der Agentur für Arbeit, die Intgrationsbeauftragte Ingrid Hodiamont, Bürgermeister Horst Ansén und Bettina Schrader, Migrationsbeauftragte beim JobCenter (von links).
Foto:ahrensburg24.de

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