Ein-Personen-Stück ‚Klamms Krieg‘ im Marstall: Was heißt es wirklich, Lehrer zu sein?

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Ahrensburg (ve). Lehrer sein – das bedeutet, den ganzen Tag aufmerksamen und wissbegierigen Schülerinnen und Schülern die Welt zu zeigen. Oder? Was es wirklich bedeutet, ist ab Donnerstag im Marstall zu sehen.

Andreas Zimmermann steht mit dem Ein-Personen-Stück "Klamms Krieg" auf der Bühne. Foto:©Angela Schöttler

Andreas Zimmermann steht mit dem Ein-Personen-Stück „Klamms Krieg“ auf der Bühne.
Foto:©Angela Schöttler

Andreas Zimmermann – einige kennen ihn vielleicht noch von seiner Mitarbeit in der Theatergruppe des Marstall – steht dann mit dem Solostück „Klamms Krieg“ von Kai Hensel auf der Bühne. Und dieses Stück hat es in sich, denn es zeigt, vor welcher Tragik ein Lehrer wirklich stehen kann.

Klamms Krieg: Wenn Schüler und Lehrer sich den Krieg erklären

Seit mehr als 30 Jahren ist Klamm Deutschlehrer an einem Gymnasium. Zu alt für einen Neustart, zu jung für die Frühpensionierung. Eigentlich steht Johann Wolfgang von Goethes „Faust“ auf dem Stundenplan der Oberstufe. Doch die Klasse verweigert kollektiv ihre Mitarbeit. Sie gibt Klamm die Schuld am Tod des Schülers Sascha, der wegen eines fehlenden Punktes in Deutsch durch das Abitur gefallen ist und sich deshalb das Leben genommen hat.

„Herr Klamm, hiermit erklären wir Ihnen den Krieg!“, sagen sie. Wie Faust in seinem Studierzimmer hadert Klamm in dem Ein-Personen-Stück mit den Abgründen der eigenen Existenz, die in einem System von Abhängigkeit, Unterdrückung und Gewalt immer mehr aus der Balance gerät.

Drei Vorstellungen im Marstall

Das Stück steht vor dem Hintergrund einer repräsentativen Forsa-Umfrage, wonach fast jeder vierte Lehrer in Deutschland schon einmal Opfer psychischer Gewalt von Schülern wurde und Suizid bei den 15- bis unter 25-Jährigen nach Verkehrsunfällen die häufigste Todesursache ist. Der Autor greift in seinem im Jahr 2000 uraufgeführte Bühnenwerk ein Thema auf, das viele erleben, aber nur wenige öffentlich machen. „Klamms Krieg“ gehört zu den meistgespielten Stücken auf Deutschlands Theaterbühnen und malt ein düsteres Bild von unserem Bildungssystem und nicht zuletzt auch unserer Gesellschaft.

Andreas Zimmermann hat sich dieses Stück für drei Abende vorgenommen, Premiere ist am Donnerstag, 2. Februar 2017, es folgen Aufführungen am Freitag und Sonnabend, 3. und 4. Februar 2017, jeweils um 20 Uhr. Der Eintritt zehn Euro im Vorverkauf zuzüglich Vorverkaufsgebühr, an der Abendkasse zwölf Euro.

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