Agentur für Arbeit: Niedrige Arbeitslosenquote hat Bestand/Start am Ausbildungsmarkt 2017

0

Stormarn (ve/pm). Bildungsminister Reinhard Meyer (SPD) verkündet in einer Mitteilung, die aktuelle Arbeitslosenquote in Schleswig-Holstein sei „die niedrigste Quote in einem Januar seit fast 25 Jahren““. Für Stormarn scheint sich das zu bestätigen.

Zwar ist die Zahl arbeitsloser Menschen im Kreis Stormarn im Januar deutlich gestiegen und beträgt jetzt 4.697. Dies sind 343 mehr als im Vormonat. In der Folge steigt die Arbeitslosenquote gegenüber Dezember um 0,3 Prozentpunkte und liegt jetzt bei 3,7 Prozent. Im Januar des Vorjahres aber waren 187 Menschen mehr ohne Beschäftigung. Ihre Zahl betrug seinerzeit 4.884 und die Arbeitslosenquote lag bei 3,9 Prozent.

„Zum Jahreswechsel registrieren wir regelmäßig einen vorübergehenden Anstieg der Arbeitslosigkeit“, sagt Dr. Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten für den Kreis Stormarn. Das liege an befristeten Arbeitsverträge oder Kündigungsfristen zum Quartalsende sowie die Beendigung zahlreicher Ausbildungen. Grote-Seifert: „Hinzu kommt schließlich, dass sich jetzt vermehrt Arbeitnehmer aus witterungsabhängigen Branchen, zum Beispiel aus dem Baugewerbe oder dem Garten- und Landschaftsbau, vorübergehend arbeitslos melden.“

Arbeitsmarkt im Januar: Moderater saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit

Mit einer Zunahme von 343 arbeitslosen Menschen zum Vormonat entspreche das Plus dem der beiden Vorjahre und falle in der Rückschau bei einer mehrjährigen Rückbetrachtung eher geringer aus. „Hier machen sich die aktuell stabile Konjunktur und der zwar kalte, aber fast schneefreie Monat positiv bemerkbar. Beides hat zu einem doch eher moderaten saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar geführt.“

Seit dem Jahreswechsel beraten die Arbeitsvermittler der Agentur für Arbeit im Kreis Stormarn rund 100 Menschen mehr, die zuvor vom Jobcenter Stormarn betreut wurden. „Aufgrund einer Gesetzesänderung, die zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist, sind Menschen, die neben dem Arbeitslosengeld I ergänzend Arbeitslosengeld II beziehen, in die Betreuung der Agentur für Arbeit gewechselt“, erklärt die Chefin der Arbeitsagentur. „Dies bedeutet zwar mehr arbeitslose Menschen in der Zuständigkeit der Arbeitsagentur, hat jedoch in der Summe keine Auswirkung auf die Arbeitslosigkeit im Kreis Stormarn.“

Arbeitsagentur und Jobcenter betreuen 1.310 Flüchtlinge

Von den derzeit 4.697 arbeitslosen Menschen im Kreis Stormarn sind 462 Schutzsuchende, ein Plus von 49 zum Vormonat. Insgesamt werden von der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Stormarn aktuell 1.310 geflüchtete Menschen betreut. Die Mehrzahl von ihnen besucht einen Sprach- oder Integrationskursus oder eine der berufsvorbereitenden Maßnahmen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters und gilt damit nicht als arbeitslos.

Ebenfalls nicht als arbeitslos gezählt werden auch Teilnehmer an Weiterbildungsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit arbeitsunfähig sind. Sie alle finden sich in der Statistik zur Unterbeschäftigung wieder, die die Agentur für Arbeit monatlich veröffentlicht. „Die Unterbeschäftigung zeigt, wie viele Menschen im Kreis Stormarn insgesamt auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind“, erklärt die Agenturchefin. Aktuell beträgt ihre Zahl im Kreis Stormarn 6.621. Dies sind 573 oder knapp zehn Prozent mehr als im Januar des vergangenen Jahres. „Der Zuwachs zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf die geflüchteten Menschen zurückzuführen“, erklärt Grote-Seifert. „Sie nehmen in erheblich größerer Anzahl an den Integrations- und Sprachkursen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und an den berufs- und ausbildungsvorbereitenden Maßnahmen der Agentur für Arbeit und des Jobcenters teil. Die Teilnehmerzahl hat sich zum Vorjahr in etwa verdreifacht.“

Startschuss für den Ausbildungsmarkt 2017

Die Unternehmen seien zudem bereits intensiv auf der Suche nach Auszubildenden für den Ausbildungsbeginn im Herbst. Aktuell 893 gemeldete Ausbildungsstellen belegen, dass viele Betriebe frühzeitig mit der Nachwuchsgewinnung begonnen haben. „Auch die Jugendlichen sollten spätestens nach dem Erhalt der Halbjahreszeugnisse aktiv werden“, appelliert die Grote-Seifert in Richtung der Schulabgänger. „Unsere Berufsberater helfen, den richtigen Ausbildungsberuf und die passende Ausbildungsstelle zu finden. Allen Jugendlichen, die bisher keinen Kontakt zur Berufsberatung hatten, empfehle ich dringend, sich jetzt bei uns zu melden.“ Termine mit den Berufsberatern können per Mail an badoldesloe.151-u25@arbeitsagentur.de oder telefonisch unter der kostenfreien Rufnummer 0800 / 455 55 00 vereinbart werden.

Themenbild Agentur für Arbeit. Foto:Dr.Klaus-Uwe Gerhardt/pixelio.de

Themenbild Agentur für Arbeit.
Foto:Dr.Klaus-Uwe Gerhardt/pixelio.de

image_pdfimage_print
Teilen.

Kommentieren