Glasfaser in Großhansdorf: Im April beginnt der Ausbau im Norden der Gemeinde

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Großhansdorf (ve). Großhansdorf  bekommt ein Glasfasernetz. Und das sah Mitte des vergangenen Jahres noch ganz anders aus.

Bürgermeister Janhinnerk Voß (Mitte) sowie Dennis Ressel von den Stadtwerken Geesthacht (links) und Thorsten Koy vom Ingenieurbüro WVK stellen vor, wie sie Großhansdorf neu mit Glasfaser verkabeln möchten. Foto:ahrensburg24.de

Bürgermeister Janhinnerk Voß (Mitte) sowie Dennis Ressel von den Stadtwerken Geesthacht (links) und Thorsten Koy vom Ingenieurbüro WVK stellen vor, wie sie Großhansdorf neu mit Glasfaser verkabeln möchten.
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Großhansdorf hatte als Kooperationspartner 2016 die Stadtwerke Geesthacht und die HanseWerk AG ins Boot geholt, die beiden Unternehmen sollten es richten, das neue Glasfasernetz für die Breitbandversorung der Waldgemeinde. Übrig geblieben sind in 2017 nun die Stadtwerke Geesthacht, die HanseWerk ist nach zu geringem Rücklauf an Aufträgen wieder ausgestiegen.

Doch Bürgermeister Janhinnerk Voß hatte sich durch das zunächst zu geringe Interesse der Großhansdorfer an einem Glasfasernetz nicht entmutigen lassen. Hinter verschlossener Tür hat er mit den Stadtwerken weiter verhandelt. Nun werden die Geesthachter es alleine machen, unter Förderung der Gemeinde in Höhe von 135.000 Euro. Vier Millionen Euro wollen die Stadtwerke Geesthacht in das Glasfasernetz der Gemeinde investieren, 1,7 Millionen Euro im Stadtteil Großhansdorf und 2,3 Millionen Euro im Stadtteil Schmalenbeck. Die Stadtwerke Geesthacht ist ein kommunales Unternehmen, Anteilseigner sind mehrheitlich die Wirtschaftsbetriebe Geesthacht GmbH, knapp 25 Prozent hält die HanseWerk AG.

Glasfasernetz in Großhansdorf: Investitionsvolumen von vier Millionen Euro

„Es ist großartig, wir freuen uns gewaltig“, sagt Voß auf einer Pressekonferenz am heutigen Dienstag, als das Projekt offiziell bekannt gegeben wird. „Ich hatte schon befürchtet, dass wir das Vorhaben ganz aufgeben müssen, nachdem nicht die erforderliche Quote an Vertragspartner erreicht werden konnte.“ Ursprünglich waren die Beteiligten davon ausgegangen, dass 40 Prozent der Haushalte einen Vertrag abschließen müssen, damit das Glasfasernetz wirtschafltich rentabel aufgebaut werden kann.

Von dieser Zahl ist nun keine Rede mehr. 400 Haushalte haben sich im Ortsteil Großhansdorf vertraglich den Stadtwerken Geesthacht angeschlossen. Nicht genug, aber mit Perspektive nach mehr, Dennis Ressel, Bereichsleiter Multimedia & IT bei den Stadtwerken Geesthacht: „Erfahrungsgemäß denken sehr viele Menschen noch einmal genau nach, wenn die Bagger vor ihrer Tür stehen und die Kabel verlegt werden.“ Dann würden viele sich noch kurzfristig ebenfalls für die Nutzung des Glasfasernetzes entscheiden.

Diesen Kurzentschlossenen bieten die Stadtwerke noch Sonderkonditionen an, Ressel: „Wer bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Bagger vor seiner Tür stehen, noch einen Vertrag abschließt, bekommt den Hausanschluss zu einem Sonderpreis.“ Sobald die Bagger vorbei sind und beim Nachbarn buddeln, werde der reguläre Preis von knapp 1.000 Euro fällig. „Das hängt damit zusammen, dass wir bis zu dem Zeitpunkt unkompliziert die Planung integrieren können. Wenn die Bagger erstmal am Haus vorbei sind, ist der Aufwand, den Hausanschluss zu verlegen, größer.“

Beginn der Bauarbeiten: 1. April 2017

Glasfasernetz in Großhansdorf: Diese lila farbenen Rohre werden in jeder Straße der Gemeinde verlegt. Foto:ahrensburg24.de

Glasfasernetz in Großhansdorf: Diese lila farbenen Rohre werden in jeder Straße der Gemeinde verlegt.
Foto:ahrensburg24.de

Die konkreten Planungen für den Stadtteil Großhansdorf seien nun nahezuabgeschlossen, am 1. April sollen die Bauarbeiten beginnen. Das Signal selber wird aus Hamburg kommen, im Neuen Postweg wird das Technikhaus aufgestellt. Vor dort aus werden die Kabel sternenförmig in alle Straßen verlegt. Beauftragt mit der Planung der Bauarbeiten ist das Ingenieurbüro Wasser- und Verkehrs-Kontor (WVK) in Neumünster. „Wir werden in erster Linie entlang der Fußwege mit einem Minibagger den Boden 60 Zentimeter tief aufgraben“, erläutert es Thorsten Koy, Geschäftsführer von WVK, „und die lila farbenen Leerohre verlegen.“ Zu den Haushalten hin und unter den Straßen entlang werde mit einer so genannten Erdrakete gearbeitet, die unterhalb der Erde die Rohre gräbt und verlegt. Liegen die Leerrohre, dauert es allerdings noch ein paar Wochen, bis die Glasfaser selber verlegt wird.

Auf diese Weise, hoffen Voß, Ressel und Koy, könnte bis Ende 2017 ein Großteil der Haushalte angeschlossen werden. Erst dann wende man sich Schmalenbeck zu. „Der digitale Notstand scheint in Schmalenbeck nicht so groß zu sein“, benennt es Voß, „trotzdem wollen wir auch diesen Stadtteil verkabeln. Vielleicht erkennt der eine oder andere, dass schon in wenigen Jahren die Technik von heute für den Datentransfer nicht mehr reichen wird.“ Als erstes werden in Schmalenbeck das Rathaus angeschlossen, der Schulverband überlegt zudem, eine Leitung von Rathaus zum Schulzentrum zu finanzieren.

„Dies ist die wichtigste Infrastrukturmaßnahme für Großhansdorf der vergangenen Jahre“, urteilt Voß. Und strahlt darüber, dass es am Ende doch noch klappen soll.

 

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