Schmalenbecker Abendmusik: Die ‚Große Orgelmesse‘ von Johann Sebastian Bach

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Großhansdorf (ve/pm). Ein besonderes Orgelkonzert gibt es aus Anlass des Lutherjahres in der Großhansdorfer Auferstehungskirche an der Grenzing-Orgel.

Organist Clemens Rasch an seinem neuen Arbeitsplatz, dem Manual der Grenzing-Orgel in der Großhansdorfer Auferstehungskirche. Foto:ahrensburg24.de

Organist Clemens Rasch an seinem neuen Arbeitsplatz, dem Manual der Grenzing-Orgel in der Großhansdorfer Auferstehungskirche. Foto:ahrensburg24.de

Am Todestag des Reformators Martin Luther ist die so genannte „Große Orgelmesse“ Thema der Schmalenbecker Abendmusiken in der Auferstehungskirche. Bach hat die Orgelwerke unter dem Titel „Dritter Theil der Clavierübung“ im Jahre 1739 in Druck gegeben.

Inhaltlich vertont Bach im 3. Teil dieser Clavierübung die lutherische Missa brevis (Kyrie und Gloria), sowie die Katechismus-Choräle Martin Luthers zu den Zehn Geboten, Glaubensbekenntnis, Vaterunser, Taufe, Beichte und Abendmahl. Gerahmt werden die Choralbearbeitungen von Präludium Es-Dur und Fuge Es-Dur. Zu jedem Choral gibt es Bearbeitungen für große Orgel mit Pedal und für kleine Orgel (manualiter). In Großhansdorf wird die große Bearbeitung zu hören sein, vorgetragen vom Organisten Clemens Rasch.

„Bach ist auf dem Höhepunkt seines Schaffens angelangt“, beschreibt es Clemens Rasch. „Er zeigt, welche Vielfalt musikalischer Formen er beherrscht und virtuos einsetzt. Der 3. Teil der Clavierübung ist aber auch eine musikalische Auseinandersetzung Bachs mit der Theologie Martin Luthers. Wir wissen, dass Bach sich Zeit seines Lebens intensiv mit theologischen Fragen befasst hat. Das Nachlassverzeichnis weist 52 theologische Bücher aus, die sich vor allem mit Luthers Theologie beschäftigen.“

Die Grenzing-Orgel in der Auferstehungskirche in Großhansdorf. Foto:ahrensburg24.de

Die Grenzing-Orgel in der Auferstehungskirche in Großhansdorf. Foto:ahrensburg24.de

Die Choralbearbeitungen des 3. Teils der Clavierübung verfügen über eine symbolische Ebene, in der Bach hoch komplexe theologische Inhalte musikalisch interpretiert. Rasch: „Die Werke sind sehr vielschichtig und es ist faszinierend, in immer neue Schichten vorzudringen. Für mich als Organisten stellen diese Werke nicht nur eine große spieltechnische Herausforderung dar, sondern die Interpretation birgt auch die schwierige Aufgabe, die Vielschichtigkeit der Werke selbst zu erfassen und an die Zuhörer weiterzugeben. Die Zuhörer erhalten mit dem Konzertprogramm kurze Hinweise auf die formalen und symbolischen Hintergründe der Kompositionen.“

In dieser Aufführung wird der Kammerchor jeweils vor den Orgelbearbeitungen die Choräle singen. Dadurch wird für die Zuhörer das Verständnis der anschließenden Orgelwerke erleichtert. Vor allem aber entsteht dadurch eine sakrale Stimmung, die den Namen „Große Orgelmesse“ einlöst.

Das Konzert ist am Sonnabend, 18. Februar 2017, in der Auferstehungskirche in Großhansdorf, Alte Landstraße 20 in Großhansdorf. Der Eintritt kostet zehn Euro, Beginn ist um 18 Uhr.

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