Kriminalstatistik: Deutlicher Rückgang bei Wohnungseinbruchsdiebstahl

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Ahrensburg (ve). Wohnungseinbrüche sind ein Problem in Ahrensburg und Umgebung, zu viele Vorfälle, zu viele Täter. Doch die Zahlen von 2016 sind um einiges besser, als die von 2015.

Die Anzahl der Delikte ist beim Wohnungseinbruchsdiebstahl im Vergeleich zu 2015 in 2016 von 312 auf 184 zurückgegangen, das ist ein Rückgang um 41 Prozent. Insgesamt ist die Zahl in Stormarn von 1.281 auf 778 zurück gegangen. Damit ist die Fallzahl zurück gegangen aus das Niveau von 2009. Die überwiegender Mehrzahl der Taten erfolgten dabei von nicht-deutschen Täter, in Stormarn sind das 77,4 Prozent.

Für Stormarn bedeutet dies auch, seinen Spitzenplatz bei der Kriminaltätsrate mit Blick auf die Wohnungseinbrüche abgegeben zu haben. So wurden im Kreis Pinneberg in 2016 950 Delikte gezählt, im Kreis Segeberg 779 Delikte. Spitzenreiter bleibt – wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau – die Stadt Ahrensburg.

Kriminalstatistik der Polizeidirektion Ratzeburg für das Jahr 2016: Die Zahlen zum Wohnungseinbruchsdiebstahl im Vergleich zu 2015. Grafik: Polizeidirektion Ratzeburg

Kriminalstatistik der Polizeidirektion Ratzeburg für das Jahr 2016: Die Zahlen zum Wohnungseinbruchsdiebstahl im Vergleich zu 2015.
Grafik: Polizeidirektion Ratzeburg

Dazu die Polizeidirektion Ratzeburg: „Das Niveau beim Diebstahl in und aus Wohnräumen ist erfreulicherweise stark rückläufig. Es wurden 2016 insgesamt 605 Fälle weniger registriert als im Vorjahr. Die Gesamtzahl für 2016 beträgt 1.678 Fälle im Bereich der Polizeidirektion Ratzeburg.“ Die Aufklärungsquote liegt bei 15,7 Prozent (2015: 13,4 Prozent).

Kriminalstatistik der Polizeidirektion Ratzeburg für das Jahr 2016: Die Zahlen zum Wohnungseinbruchsdiebstahl im Vergleich zu 2015. Grafik: Polizeidirektion Ratzeburg

Kriminalstatistik der Polizeidirektion Ratzeburg für das Jahr 2016: Die Zahlen zum Wohnungseinbruchsdiebstahl im Vergleich zu 2015.
Grafik: Polizeidirektion Ratzeburg

Mit Blick auf andere Delikte führt die Kriminalstatistik der Polizeidirektion Ratzeburg auf: „Auch die meisten Straftaten ereigneten sich erneut in Ahrensburg. Gleichwohl ist auch dort ein deutlicher Rückgang von 292 (- 10,8 Prozent) Straftaten auf 2.420 erfasste Taten im Jahre 2016 festzustellen. Rückgänge gab es auch in Bad Oldesloe, Geesthacht, Reinbek, Lauenburg, Ratzeburg, Glinde und Barsbüttel.“

Anhand der Häufigkeitszahl lässt sich darstellen, welche Gefährdung in einzelnen Regionen besteht. Dort bewegt sich Stormarn inzwischen im unteren Bereich mit einer Häufigkeitszahl von 5.419. Zum Vergleich: Plön hat mit 4.420 die niedrigste Häufigkeitszahl, Neumünster mit 18.339 die mit Abstand höchste Häufigkeitszahl. In Ahrensburg ist diese Zahl von 2015 auf 2016 von 8.582 auf 7.422 gesunken.

Allerdings: Bei der Aufklärungsquote liegt Stormarn nicht vorne, im Landesdurchschnitt liegt diese im Jahr 2016 bei 54,5 Prozent, in Stormarn bei 43,6 Prozent. Das sind allerdings immerhin 2,6 Prozent mehr aufgeklärte Fälle als in 2015.

Kaum eine Rolle spielen mit einem Anteil von 0,4 Prozent der Gesamtkriminalität in Stormarn auch Verstöße gegen das Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz. Im Landesdurchschnitt liegt diese Zahl bei acht Prozent. Hintergrund ist vermutlich der Standort der Erstaufnahmeeinrichtungen. Stark zugenommen hat die Zahl der Delikte in Zusammenhang mit Drogenmissbrauch, 132 waren es in 2016 (205: 54), das ist eine Steigung um 144,4 Prozent. Ebenfalls gestiegen ist der Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte von 8 auf 13 Vorfälle. Und noch eine Zahl ist interessant: Im Kreis Stormarn entstand durch 7.506 Straftaten ein Gesamtschaden von 17.799.240 Euro (2015: 29.520.454 Euro).

Auch wenn die Zahl der Delikte gesunken ist und die Zahl der Einbrüche in einigen Region deutlich gesunken, bleibt die Polizei beim Urteil über die Kriminalstatistik vorsichtig und sieht den Wohnungseinbruchsdiebstahl weiterhin als „Sorgenkind“. Nach wie vor sei sie auf zur Aufklärung der Taten auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Vor allem eines habe sich bestätigt: „Auffallend ist in diesem Deliktsbereich der hohe Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger, die die These des Agierens international agierender Tätergruppierungen zu bestätigen scheint.“ Und für die Polizei bleibt einiges zu tun: „Auch in diesem Jahr ist für die Polizeidirektion Ratzeburg eine unterdurchschnittliche Aufklärungsquote festzustellen. Diese resultiert wesentlich aus den Zahlen des Kreises Stormarn.“

Kriminalstatistik der Polizeidirektion Ratzeburg für das Jahr 2016. Grafik: Polizeidirektion Ratzeburg

Kriminalstatistik der Polizeidirektion Ratzeburg für das Jahr 2016.
Grafik: Polizeidirektion Ratzeburg

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