Feuerwehr Großhansdorf: Eine Überraschung für Wehrführer Biemann

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Großhansdorf (ve). Andreas Biemann ist kein Freund von großen Worte. Wenn er also von einer „Überraschung“ spricht, dann muss etwas Großes auf der Hauptversammlung seiner Wehr passiert sein.

Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Großhansdorf. Bürgermeister Janhinnerk Voß (rechts) dankt Wehrführer Andreas Biemann für 30 Jahre Engagement. Foto:ahrensburg24.de

Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Großhansdorf. Bürgermeister Janhinnerk Voß (rechts) dankt Wehrführer Andreas Biemann für 30 Jahre Engagement.
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Das „Große“ betraf den Wehrführer selber. Bürgermeister Janhinnerk Voß bat Andreas Biemann vor das Rednerpult und begann mit einer Lobesrede. Der Hauptbrandmeister mit drei Sternen hat sich als Gerätewart und Gruppenführer engagiert, er hat unzählige Lehrgänge absolviert und er steht schließlich seit zehn Jahren an der Spitze der Wehr, gewählt mit 85 und 96 Prozent. Für sein Engagement wurde er in 2014 mit dem Brandschutzehrenzeichen in Silber und 2014 mit dem Feuerwehrehrenkreuz in Gold ausgezeichnet. Und das alles in 30 Jahren. Zeit, einmal ganz besonders „Danke“ zu sagen, betonte Voß.

Andreas Biemann: 30 Jahre Engagement in der Feuerwehr Großhansdorf

„Herr Biemann hat überzeugt“, drückte auch Voß den großen Sachverhalt in schlichten Worten aus, „hier in Großhansdorf ist eine ganz besondere Feuerwehr am Wirken.“ Biemann habe es als Wehrführer geschafft, nicht nur mit der Wehr die Prüfung zum fünften Roten Hahn zu absolvieren, sondern fast nebenbei auch noch den Bau des neuen Gerätehauses mit zu planen – mit nicht einfachen Verhandlungen. „Herr Biemann, sie leben die Feuerwehr und dafür gilt unser Dank. Persönlich möchte ich danken für die manchmal auch sehr offenen Worte und für das, was Sie für die Gemeinde leisten.“ Dann überreichte er einen Dank und eine Urkunde für 30 Jahre Engagement in der Feuerwehr.

Andreas Biemann selber stand während der Rede etwas konsterniert vor dem Rednerpult, öffentlich gelobt werden ist seine Sache nicht. Erst später dankte er dem Bürgermeister mit den Worten „das war ja schon eine Überraschung“. Es hat ihn wohl doch gerührt.

Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Großhansdorf. Bürgermeister Janhinnerk Voß (rechts) dankt Wehrführer Andreas Biemann für 30 Jahre Engagement. Foto:ahrensburg24.de

Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Großhansdorf. Bürgermeister Janhinnerk Voß (rechts) dankt Wehrführer Andreas Biemann für 30 Jahre Engagement.
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Dabei hat der Wehrführer selber im Laufe der Hauptversammlung zahlreiche Kameradinnen und Kameraden vor das Rednerpult gebeten, um sie zu loben, zu befördern, zu ernennen oder auszuzeichnen. Seit 50 Jahren sind dabei Bernd Kallweit und Wolfgang Karnstedt, für 40 Jahre Mitgliedschaft wurde Waldemar Wagner ausgezeichnet, in Anerkennung dafür erhielt er außerdem das Brandschutzehrenzeichen der zweiten Stufe. Für 20 Jahre Mitgliedschaft wurde Valerie Weigandt und für zehn Jahre Luca Belser und Thomas Mohr ausgezeichnet.

Voß: „Ich wünsche mir mehr Anerkennung für die Wehr“

Und auch Bürgermeister Voß hatte den 107 Feuerwehrleuten der aktiven Wehr in seinem Grußwort ausführlich gedankt. „Es ist mir ein Anliegen, Ihnen ehrlich und aufrichtig für Ihre Arbeit im vergangenen Jahr zu danken“, so Voß und ergänzte in Sorge darum, ob dies als Floskel aufgenommen werde: „Nehmen Sie es mir bitte ab, dass meine Anerkennung für Ihre Arbeit tiefer Überzeugung entstammt, da Sie stets immer wieder Großartiges leisten.“ Denn, so Voß: „Ich wünsche mir, dass die Anerkennung für die einzelnen Abteilungen der Feuerwehr, nicht nur hier in Großhansdorf, sondern generell einen höheren Stellenwert erlangt.“

Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Großhansdorf. Waldemar Wagner, seit 40 Jahren in der Wehr, wurde mit dem Brandschutzehrenzeichen ausgezeichnet. Foto:ahrensburg24.de

Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Großhansdorf. Waldemar Wagner, seit 40 Jahren in der Wehr, wurde mit dem Brandschutzehrenzeichen ausgezeichnet.
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Die Einsatzzahlen der Wehr im Jahr 2016

Nach wie vor blickt die Feuerwehr auf arbeitsreiche Jahre. Nach 2015 war auch 2016 ein einsatzstarkes Jahr, 150 mal musste sie ausrücken. Davon waren 49 Einsätze in Folge von Starkregen im Mai und im Juni erforderlich – übrigens auch am eigenen Gerätehaus. 20 Brände mussten gelöscht werden, neun Einsätze gab es auf der Autobahn 1. Leider musste die Wehr fünf Tote bergen, 21 Personen wurde aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet.

Und dann gibt es auch noch die Einsätze zum Schmunzeln: Aus bedrohlichen Situationen gerettet wurden von der Wehr auch eine Entenfamilie, ein Schwan und ein Reh.

Und: „In 2017 haben wir auch schon wieder mehr als 20 Einsätze gefahren“, ergänzt Andreas Biemann, wieder eine vergleichsweise hohe Zahl.

Doch es gibt auch die andere Seite der Wehr. Das Orchester der Feuerwehr wurde als Landesorchester zum Beispiel gebeten, für eine Fernsehproduktion zum Wettbewerb „Feuerwehrmusikzug des Jahres“ einen Trailer einzuspielen. Mit seinem Leiter Thomas Keller hat das Orchester zudem einen neuen Dirigenten gefunden, der neues Engagement in die Arbeit bringt.

Die Jugendwehr und die Brandschutzerzieher tragen ihren Teil dazu bei, dass die Wehr in Großhansdorf sichtbar und ansprechbar bleibt. Sie helfen beim Matjesfest und beim Sommerzauber. Die Brandschutzerzieher haben 855 Personen erreicht, darunter 708 Kinder. Die Kameradinnen und Kameraden feierten dies alles im Anschluss an die Hauptversammlung im Waldreitersaal.

Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Großhansdorf. Foto:ahrensburg24.de

Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Großhansdorf.
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