Gemeindevertretung Ammersbek: Eine knappe Mehrheit stimmt für einen Kreisel, der nicht kommen wird

Ammersbek (ve). Die Gemeindevertretung Ammersbek hat gestern darauf gedrängt, die Entscheidung für die Ampel an der Kreuzung der Landesstraße 225 zu beeinflussen. Mit wenig Aussicht auf Erfolg.

Dabei haben die Politikerinnen und Politiker sozusagen rückwirkend einen Beschluss gefasst. Mit diesem Beschluss beauftragen die CDU und die FDP den Bürgermeister, vom Landesbetrieb Verkehr und dem Verkehrsministerium den Bau eines Kreisels einzufordern. Ergänzend haben sie beantragt, dass der Landesbetrieb aufgefordert werde, während der Evaluations-Phase eine mobile Ampelanlage aufzustellen.

Mit dem Beschluss und in der Diskussion in der Gemeindevertretung wurde deutlich, dass zwar von Seiten der Politik der Bau eines Kreisverkehrs favorisiert wird. Die SPD hat allerdings mit sieben und acht Nein-Stimmen gegen die Anträge der CDU und FDP gestimmt. Ihrer Ansicht nach haben die Anträge in erster Linie aufschiebende Wirkung und würde somit die Sicherung der Kreuzung weiter verzögern. „Wir haben uns vor beinahe einem Jahr darauf verständigt“, sagt Jürgen Kestien, „das die Kreuzung sofort sicherer gemacht werden soll. Trotzdem ist seit einem Jahr nichts passiert.“

Im Kopf gehabt haben mögen die Sozialdemokraten auch ein Antwortschreiben des Landesbetriebes, in dem die Ausssetzung der Planung verneint wird. Vielmehr soll das Verfahren fortgeführt und die bauliche Umsetzung zügig voran getrieben werden. Ein halbes Jahr nach Fertigstellung soll die Anlage überprüft werden, der Landesbetrieb werde „ein besonderes Augenmerk auf den Knotenpunkt richten“. Eine Reaktion auf den Vorschlag, eine mobile Ampelanlage aufzustellen, steht noch aus.

Zum Hintergrund: Schreiben der Gemeinde an den Landesbetrieb

In dem Schreiben an den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Lübeck wurde dieser aufgefordert, die Vorplanungen und Ausschreibungen zum Bau der Ampelanlage einzustellen und die Ausschreibung zunächst aufzuheben. Dieses Schreiben wurde von der Gemeinde bereits im Anschluss an die Sitzung des Bauauschusses versendet, damit es noch vor Ende der Auschreibungsfrist eingehen und die Ausschreibung gegebeenfalls ausgesetzt werden konnte.

Bezweifelt wird, dass die Ampelanlage eine nachhaltig sicherere und kostengünstigere Lösung als der Kreisverkehr ist. In dem Schreiben von der Gemeinde heißt es: „In der Veranstaltung wurde kommuniziert, dass hauptsächlich die Frage der Sicherheit der Entscheidung zugrunde gelegt wurde, die Ampelanlage sei hier eindeutig einer Kreisellösung überlegen. Diese These zweifelt die Gemeinde Ammersbek an, wir fordern auf Basis der durchgeführten Verkehrszählung eine Leistungsfähigkeitsberechnung für eine Ampel und einer Kreisellösung. Der Nachweis, dass die Ampelanlage einem Kreisverkehr vorzuziehen ist, ist unserer Auffassung nach nicht erbracht.“

Die Sicherheit und der kontinuierliche 
Verkehrsfluss an dieser Kreuzung seien, so heißt es weiter, nicht nur im Interesse der Gemeinde Ammersbek. Der Kreuzungsbereich müsse die Verkehre zwischen den Städten Bargteheide, Ahrensburg und Hamburg in bestmöglicher Weise bewältigen. Mit einer Kreisellösung würde dies nach Auffassung der Gemeinde besser umgesetzt werden.

Skizze für einen möglichen Kreisel an der Kreuzung der Landesstraße 225 in Ammersbek. Grafik: Diplom-Ingenieur Eckehard Knoll

Skizze für einen möglichen Kreisel an der Kreuzung der Landesstraße 225 in Ammersbek.
Grafik: Diplom-Ingenieur Eckehard Knoll