Premiere am Freitag im Marstall: Was macht Don Juan im Krieg?

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Ahrensburg (ve). Don Juan – damit verbindet jeder Lebenslust. Doch was macht ein solcher Don Juan eigentlich im und nach dem Krieg?

Er verändert sich und erkennt, das schnellebige Liebeslust nicht das Ziel des Lebens sein kann. So zumindest schildert es Ödon von Horvath in seinem Theaterstück „Don Juan kommt aus dem Krieg“.

Neue Inszenierung der Theatergruppe des Marstall: "Don Juan kommt aus dem Krieg" von Ödon von Horvath. Bilder der Generalprobe - Don Juan (Nikola Wiesner) wird noch immer umgarnt von den Frauen. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Neue Inszenierung der Theatergruppe des Marstall: „Don Juan kommt aus dem Krieg“ von Ödon von Horvath. Bilder der Generalprobe – Don Juan (Nikola Wiesner) wird noch immer umgarnt von den Frauen.
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Die Theatergruppe des Marstall nimmt sich gerne schwieriger Werke an, die auch nicht immer zum häufig gespielten Repertoire deutscher Bühnen gehören. 1936 erschien das Stück, aber uraufgeführt wurde es erst 1952, bezeichnender Weise im „Theater der Courage“ in Wien. Noch eine Besonderheit: Als es uraufgeführt wurde, war das Stück, das während des ersten Weltkrieges spielt, schon von der Geschichte überholt worden und die Welt blickte inzwischen auf den nächsten, den zweiten Weltkrieg.

Ödon von Horvath und das wahre Gesicht des Krieges

Und doch ist es der erste Weltkrieg, der die Grausamkeit eines Krieges in besonderem Maße in die Öffentlichkeit bringt. In dieser Thematik steht der Horvarth’sche Don Juan, später – nach dem zweiten Weltkrieg – in bodenständiger Realistik von Wolfgang Borchardt aufgegriffen in „Draußen vor der Tür.“ Es ist der Blick auf den Krieg, der die Helden links liegen lässt und direkt und umbarmherzig das ans Licht reißt, was der Krieg aus den Menschen, den Männern und Frauen, macht.

Neue Inszenierung der Theatergruppe des Marstall: "Don Juan kommt aus dem Krieg" von Ödon von Horvath. Bilder der Generalprobe. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Neue Inszenierung der Theatergruppe des Marstall: „Don Juan kommt aus dem Krieg“ von Ödon von Horvath. Bilder der Generalprobe.
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Und eben auch aus Don Juan. Der so viele Frauen hatte und nun doch als von der Front zurück gekehrter Soldat die eine sucht. Der auf so viele Frauen trifft und doch trotz vieler Liebschaften so wenig Freundinnen unter ihnen findet. Horvath selbst schrieb: „Was treibt die Frauen zu Don Juan? Es ist nicht allein die männliche Sexualität, deren stärkster Repräsentant er ohne Zweifel ist, sondern es ist die besonders innige metaphysische
Bindung dieser Sexualität, deren Wirkung sich die Frauen nicht entziehen können. Don Juan sucht
immer die Vollkommenheit, also etwas, was es auf Erden nicht gibt. Das Unglück der Frauen ist: Erst, da
sie es schaudernd ahnen, dass er nicht das Leben sucht, sondern sich nach dem Tode sehnt, schrecken
sie von ihm zurück. Und er wird er zum zynischen Opfer seiner Wirkung, aber nicht ohne Trauer.“

Regisseur ist Denis Strobel, Nikolas Wiesner spielt den Don Juan

Die Theatergruppe des Marstall nimmt sich dieser Tragik an. Regisseur Denis Strobel hat das Stück inszeniert und setzt es, was nicht verwundert, kalt vor den schwarzen Vorhang des Marstalls. Stoisch und gefühlskalt wirken die Personen, müde vom Krieg.

Nikolas Wiesner spielt den Don Juan. ahrensburg24.de zeigt Bilder von der Generalprobe. Premiere ist am morgigen Freitag, 17. März 2017, um 20 Uhr. Eine weitere Vorstellung ist am Sonntag, 19. März 2017, um 18 Uhr, jeweils in der Reithalle des Marstall, Lübecker Straße 8 in Ahrensburg. Eintrittskarten zum Preis von zehn Euro gibt es an der Abendkasse.

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