Verein Theater und Musik: Im Lutherjahr ein Stück über Martin Luther

0

Ahrensburg (ve). Die Reformation der christlichen Kirche ist auch an dem Theater nich vorbei gegangen. In dieser Saison – dem Lutherjahr zur Feier von 500 Jahren Reformation – gibt auch der Verein Theater und Musik Einblick in das Wirken des Reformators.

Themenbild Martin Luther: Im Jahr 2017 feiert die evangelisch-lutherische Kirche den 500. Jahrestag der Reformation, die Martin Luther herbeigeführt hatte. Im Bild das Martin Luther Denkmal in Erfurt. Foto:©Michael Loeper/pixelio.de

Themenbild Martin Luther: Im Jahr 2017 feiert die evangelisch-lutherische Kirche den 500. Jahrestag der Reformation, die Martin Luther herbeigeführt hatte. Im Bild das Martin Luther Denkmal in Erfurt.
Foto:©Michael Loeper/pixelio.de

Die Reformation hat die christliche Welt verändert. Die Auswirkungen beschränken sich nicht nur auf das theologische Denken, sondern gehen weit über den kirchlichen Raum hinaus, betreffen ebenso Wissenschaft, Kultur, Bildung, Musik, Kunst, Justiz, Wirtschaft, Sprache und Schulwesen. Kaum ein Lebensbereich wurde – nicht nur in Deutschland – durch die von der Reformation ausgehenden Impulse verändert.

Im Reformationsjahr 2017, 500 Jahre nach Luthers Thesenanschlag in Wittenberg, nähern sich die Schauspielbühnen in Stuttgart (Altes Schauspielhaus) und das Euro-Studio Landgraf mit der gemeinsamen Produktion des Dieter-Forte-Stücks „Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung“ zwei deutschen Protagonisten der Reformationsbewegung an: Martin Luther und Thomas Münzer.

Der Reformator Martin Luther und der Kapitalist Jakob Fugger

Das politische Explosionspotenzials des Stücks – die Mechanismen der Macht – ist wie geschaffen für unsere Gegenwart, geht es doch um globale Vernetzung, Monopolbildung, Bankenkrisen, Staatsbankrotte und um den jede Solidarität ausschließenden modernen Kapitalismus der Wirtschaftswelt. Forte: „Das Stück spielt von 1514 bis 1525. Dass die Bezüge auf unsere Zeit so klar und unübersehbar sind, hat mich selbst überrascht. Es bedurfte keiner für das Theater zurechtgebogenen Konfrontation. Es gibt anscheinend Konstellationen, die sich modellhaft wiederholen.“

In spannenden Handlungssträngen stellt Forte Lebensstationen Luthers denen der Entscheidungsträger (Kaiser, Papst, Kurfürsten) gegenüber, die seine Lehre für ihre wirtschaftlichen und machtpolitischen Ziele missbrauchen. Drahtzieher im Hintergrund ist Jakob Fugger, in dessen Bankgeschäfte alle mehr oder weniger verstrickt sind. Forte: „Es geht um Fuggers Einführung der Buchhaltung. Es geht um die erste große deutsche Revolution. Dass beides zusammenfällt, ist vielleicht kein Zufall.“

„Martin Luther & Thomas Münzer“: Vorverkauf beginnt jetzt

Während Fürsten und Priester im Schlussbild den Lutherchoral „Ein feste Burg ist unser Gott“ singen, spricht der kniende Fugger, der soeben einen Gewinn von 1.000 Prozent gemacht hat, eine zynische Litanei zum Ruhm des Mammons: „O Kapital, du Anfang und Ende aller Dinge“.

Die Inszenierung gastiert auf Einladung des Vereins Theater und Musik am Freitag, 14. April 2017, um 20 Uhr auf der Bühne des Alfred-Rust-Saals, Wulfsdorfer Weg 71 in Ahrensburg. Karten zum Preis von 16 bis 23 Euro sind an den MARKT-Theaterkassen in Ahrensburg, Große Straße 15a, Bargteheide, Rathausstraße 25 sowie an der Abendkasse zu erwerben.

image_pdfimage_print
Teilen.

Kommentieren