Zum Tode von Uwe Harder: Ein Menschenfreund und großer Künstler

0

Ahrensburg (ve). Er war ein Künstler mit dem Auge für die Feinheiten des Lebens. Jetzt ist der Fotograf Uwe Harder in Ahrensburg verstorben.

Eine große Beobachtungsgabe war Uwe Harder eigen, mit der Kamera gelang es ihm, das Beobachtete sensibel einzufangen. Foto:pm

Eine große Beobachtungsgabe war Uwe Harder eigen, mit der Kamera gelang es ihm, das Beobachtete sensibel einzufangen. Foto:pm

Uwe Harder ist in der Stadt bekannt geworden durch seine Fotografien. Seit 1966 lebte er in Ahrensburg und seitdem war seine Kamera in der Stadt ein treuer Begleiter. Intensiv hat er die die Bauarbeiten des badlantic begleitet und ein großen Schatz an Bildern geschaffen.

Lange Jahre war die kunstfertige Aktfotografie sein großes Hobby, mit der er sich internationale Anerkennung und Veröffentlichungen in Kunstmagazinen erworben hat. Für Uwe Harder war die Kamera sein Auge, mit ihr inszenierte er Fotografien voller Klarheit und Schönheit. Es entstanden Kompositionen von Licht und Linienführung, die eines zur Botschaft hatte: Die Achtung und Ehrfurcht vor der Schönheit des Menschen.

Das Besondere: Mit seiner positiven Ausstrahlung schuf Harder während des Fotografieren eine besondere Atmosphäre, die – egal, ob beim Portrait- oder Aktfoto – den Fotografierten entspannt in den Mittelpunkt der Szenerie finden ließ. Nicht ohne Stolz freute Harder sich darüber, dass viele Frauen ihm das Vertrauen entgegen brachten, sich von ihm fotografieren zu lassen.

In seinem Berufsleben hat Uwe Harder lange Jahre als Retuscheur der Zeitschrift Hörzu gewirkt. Detailverliebte Zeichnungen waren seine Leidenschaft und die setzte er auch beruflich beim Retuschieren der Druckvorlagen um. Mit viel Kunstfertigkeit und dem Wunsch nach Perfektion arbeitete Harder auch später noch in diesem Bereich. So wurde er einem größeren Publikum mit einer Ausstellung in Ahrensburg bekannt. Uwe Harder hatte Fotografien von Ahrensburg verfremdet, neu zusammen gestellt und retuschiert. Und es musste schon ein genauer Blick erfolgen, um den stets offensichtlichen Fehler im Bild auch tatsächlich zu erkennen, so perfekt waren die Neukompositionen der Ahrensburger Ansichten.

Uwe Harder führte ein Leben mit besonderen Erschwernissen. Nach einem Turn-Unfall im Alter von 22 Jahren fesselte ihn ein Rückenleiden ans Bett, nur in Spezial-Stühlen konnte er länger sitzen. Zeitlebens rechnete er es seinem Arbeitgeber hoch an, ihm seinen Beruf durch die Konstruktion eines Spezial-Stuhles ermöglicht zu haben. Und zeitlebens war eine außergewöhnliche Disziplin erforderlich, um die körperlichen Folgen des Unfalls zu mindern. Dieser Disziplin hat er sich auch nach mehreren schweren Rückfällen immer wieder gestellt und mit Kraft den Weg zurück in ein lebenswertes Leben gesucht.

Auch der frühe Tod seiner Frau traf ihn schwer, ein weiterer schwerer Schicksalsschlag.

"Eigentlich hatte ich keine Chance, aber ich habe sie genutzt" nannte Uwe Harder seine Autobiografie im Untertitel. Foto:pm

„Eigentlich hatte ich keine Chance, aber ich habe sie genutzt“ nannte Uwe Harder seine Autobiografie im Untertitel. Foto:pm

In den vergangenen Jahren hat Uwe Harder viel dafür investiert, eine Internetseite mit seiner Arbeit zu veröffentlichen. Auch eine Autobiografie hat er geschrieben. Beides ist zu finden unter www.uweharder.de.

Die Nachricht vom Tode Uwe Harders trifft die Redaktion auch persönlich. Ich wünsche der Familie Kraft für die kommende Zeit und ein ehrbares Andenken an einen Menschen, dem die Menschlichkeit und Freundschaft auf besondere Weise gegeben waren.

Monika Veeh, Herausgeberin

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Dienstag, 11. April 2017, um 15 Uhr, auf dem alten Ahrensburger Friedhof statt.
Trauerhaus: Manuela Hotze, Hauptstraße 67a, 06528 Wallhausen

anzeige_Uwe_Harder-Trauer_300x250-2

image_pdfimage_print
Teilen.

Kommentieren