Erster Bibliothekspreis Schleswig-Holstein: Ahrensburg ist Preisträger! MIT VIDEO

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Kiel/Ahrensburg (ve/pm). Herzlichen Glückwunsch! Die Ahrensburger Stadtbücherei ist mit Bordesholm der erste Preisträger des schleswig-holsteinischen Bibliothekspreises. AKTUALISIERT

Die Stadtbücherei Ahrensburg. Foto: Silke Mascher

Die Stadtbücherei Ahrensburg.
Foto: Silke Mascher

In der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) in Kiel ist am heutigen 4. April zum ersten Mal der Bibliothekspreis des Landes Schleswig-Holstein verliehen worden. Unter dem Motto „Zusammen leben | lernen | lesen“ wurden gelungene Angebote in 2016 zur Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund gesucht. Die beiden Preisträger sind die Gemeindebücherei Bordesholm für Gemeinden bis 10.000 Einwohner und die Stadtbücherei Ahrensburg für Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern.

Stadtbücherei Ahrensburg: Bürgerliches Engagement auf breiter Basis

Am Beispiel der Stadtbücherei Ahrensburg zeigten sich die Möglichkeiten einer größeren Bibliothek, urteilte die Jury. Neben den inhaltlichen Angeboten hat die Jury die vielfältige Einbindung von bürgerschaftlichen Engagement, die sehr gute Unterstützung durch die Kommune und das Feingefühl für die Thematik beeindruckt. Alle Ehrenamtlichen können für ihre Arbeit kostenlos in der Bibliothek kopieren und erhalten regelmäßig Feedback zu ihrer Arbeit. Außerdem ist die Bibliothek auch außerhalb der Öffnungszeiten ein Treff- und Knotenpunkt für Deutschlernende und -lehrende in Kooperationen mit der Volkshochschule und anderen Einrichtungen.

Die Stadtbücherei Ahrensburg hat dazu einen Film produziert:

AKTUALISIERT

Die Laudatio zur Auszeichnung hielt Dr. Wulf Köpke. Er ist ehemaliger Leiter des Völkerkundemuseums in Hamburg und heute am Institut für Transkulturelle Kompetenz an der Akademie der Polizei Hamburg tätig. An diesem Institut sollen Wege für ein besseres Zusammenleben aller in Deutschland gefunden werden. Und – er ist Ahrensburger und regelmäßiger Besucher der Stadtbücherei.

Köpke zeigte sich als großer Fan der Stadtbücherei: „Es ist unsere Bibliothek, wir alle lieben sie.“ Zum einen aufgrund der „unwandelbaren, unaufdringlichen, aber herzlichen und unerschütterlichen Freundlichkeit des Bibliothekspersonals“ und deren Sachkompetenz und Hilfsbereitschaft. Der Bücherei gelinge es, allen – ob Leseanfänger, Abiturienten, Ferienkinder, Ältere – kompetent die Unterstützung zu geben, die sie gerade brauchen. Darüber hinaus mache sie mit zahlreichen gelungenen Veranstaltungen nach Feierabend, die Medien-Auswahl, die Ferien-Leseförderungen und das nachhaltige Engagement für Geflüchtete auf sich aufmerksam.

Köpke: „Die Bibliotheken haben dabei auch die Zeichen der Zeit erkannt, dass ihre Existenz nicht mehr unbedingt selbstverständlich ist, sondern immer neu in der Gesellschaft errungen werden muss. Gerade die Stadtbibliothek Ahrensburg hat gezeigt, dass sie auch in der modernen, gewandelten Gesellschaft und einer veränderten Medienlandschaft immer noch ein extrem wichtiger kultureller Standortfaktor ist. Und schon für diese Leistung gebührt ihr jede erdenkliche Anerkennung!“

Dr. Wulf Köpke, ehemaliger Leiter des Völkerkundemuseums in Hamburg und heute am Institut für Transkulturelle Kompetenz an der Akademie der Polizei Hamburg tätig, bei einer Veranstaltung in der Stadtbücherei Ahrensburg. Foto:ahrensburg24.de

Dr. Wulf Köpke, ehemaliger Leiter des Völkerkundemuseums in Hamburg und heute am Institut für Transkulturelle Kompetenz an der Akademie der Polizei Hamburg tätig, bei einer Veranstaltung in der Stadtbücherei Ahrensburg. Foto:ahrensburg24.de

Kulturministerin Anke Spoorendonk sagte bei der Preisverleihung: „15 Bibliotheken haben sich auf diese erste Ausschreibung beworben. Diese Resonanz kann sich im bundesweiten Vergleich sehen lassen, denn eine solche Bewerbung macht im Vorfeld viel Arbeit.“ Öffentliche Bibliotheken trügen als zentrale Schnittstelle mit großem Engagement und großer Überzeugung zu Integration und Teilhabe und damit zum Zusammenhalt in den Kommunen bei. So sei Flüchtlingen und Asylsuchenden der erste barrierefreie Zugang zum interkulturellen Austausch ermöglicht worden.

Spoorendonk: Lob und Dank an die engagierten Mitarbeiter

Spoorendonk: „Dies haben die Gemeindebücherei Bordesholm und die Stadtbücherei Ahrensburg vorbildlich umgesetzt. Ich gratuliere beiden Bibliotheken und ihren Trägerkommunen sehr herzlich. Wir brauchen engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Büchereien, aber auch Verwaltungs- und Finanzverantwortliche, die dafür eintreten, dass Bibliotheken für ihre wertvollen gesellschaftlichen Aufgaben gut ausgestattet sind.“

Über die beiden ausgezeichneten Bibliotheken hat der Fernsehjournalist Andreas Beer zwei Filme erstellt: www.schleswig-holstein.de/bibliothekspreis16

Auch für Bordesholm seien die richtigen Maßnahmen gefunden worden, die Jury ist von der engagierten Arbeit der Gemeindebücherei Bordesholm überzeugt. So lassen sich auch in dieser Größenordnung bereits wichtige Hilfestellungen realisieren wie etwa kostenlose Büchereiausweise für Asylsuchende, auf sie abgestimmte Bibliotheksführungen oder auch die Zusammenstellung von Medien zum Sprachen-lernen an einem Ort. Lektüre in den verschiedensten Sprachen wurde angeschafft und ein arabischer Ferienleseclub eingerichtet. Den Migrantinnen und Migranten stehen kostenlose Internetarbeitsplätze zur Verfügung, an denen durch Bookmarks ein schneller Zugriff auf Online-Lernprogramme möglich ist. Unterstützung erhält die Gemeindebücherei nicht nur durch ihre Verwaltung sondern auch durch den „Freundeskreis Asyl“, so dass Projekte wie das multikulturelle Lesefest mit gemeinsamen Kochen und Essen inklusive einem Kochbuch realisiert werden können.

Der Bibliothekspreis des Landes Schleswig-Holstein

Der Bibliothekspreis des Landes Schleswig-Holstein wurde 2016 erstmals ausgelobt und soll künftig alle zwei Jahre vergeben werden. Ausgezeichnet werden öffentliche Bibliotheken in größeren (über 10.000 Einwohner; Preisgeld 10.000 Euro) und kleinen (bis 10.000 Einwohner; 5.000 Euro) Gemeinden. Die Preisträger werden von einer unabhängigen Jury ausgewählt.

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