Oratorium zu Bonhoeffer mit dem Gospelchor: Einfühlsam und nachdenklich MIT VIDEO

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Ahrensburg (ve). Es ist Lutherjahr, die evangelisch-lutherische Kirche feiert 500 Jahre Reformation. In Ahrensburg mit einem besonderen Oratorium. Beitrag MIT VIDEO

Der Gorspelchor der Schloßkirche Ahrensburg unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Ulrich Fornoff. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Der Gorspelchor der Schloßkirche Ahrensburg unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Ulrich Fornoff.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Dietrich Bonhoeffer war Widerstandskämpfer, Theologe, Dozent, Prediger, Zweifler, Philosoph. Und fest in einem Glauben an das Gute im Menschen verankert, fest im Glauben an sein Heimatland Deutschland. Dafür opferte er in Zeiten des Nationalsozialismus sein Leben. Das Oratorium setzt das Leben Dietrich Bonhoeffers in Szene, beschreibt sein Streben und Handeln, Hardern und Wirken in Text und Musik.

Das Liedoratorium von Matthias Nagel mit Texten von Dieter Stork zeichnet die dramatische Entwicklung in Bonhoeffers Leben nach, setzt Erzählung und Musik aneinander, vertont Gedichte und Gedanken, zitiert Originaltexte Bonhoeffers. Es entsteht ein dichtes Bild davon, was es bedeutet hat, gegen den Nationalsozialismus gekämpft zu haben.

Der Gospelchor der Schloßkirche unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Ulrich Fornoff hat sich dem Werk mit viel Ernst gewidmet. Leicht kommen so manche Lieder zu Beginn de Oratoriums daher, harmonisch komponiert, fast schwungvoll. Doch die bedrohliche Entwicklung ist immer da.

Mit seiner Aufführung hat der Gospelchor eine besondere Stimmung in der Schlosskirche verbreitet. Musik, Gesang und die von Pastorin Angelika Weißmann einfühlsam rezitierten Texte schufen eine Atmosphäre der Wahrhaftigkeit. Jeder im Saal wurde daran erinnert, was es bedeutet, sich aufrichtig der Frage nach dem ‚Gut‘ und ‚Böse‘ zu stellen. Bonhoffers Zweifel und seine Verzweiflung fanden ihren Raum, aber auch seine Standhaftigkeit.

Der Chor hob seine Stimme dafür in ehrfurchtsvoller Fülle. Die über 80 Sängerinnen und Sänger legten ihr Augenmerk auf die Demut und auch ein wenig auf die Sicherheit im Vortrag, riskierten keinen emotionalen Überschwang. Herausragend die solistischen Leistungen, bei denen mal ein Duett, mal ein Quartett im Chor alle Augen und Ohren auf sich zogen.

Begleitet wurde der Chor von dem Chamber-Streichquartett sowie Kerstin Garthe an der Flöte, Klaus Nagurski am Saxophon, Matthias Witt an der Trompete, Sönke Herrmannsen am Schlagwerk, Tilman Hübner an der Gitarre und Sven Klammer am Klavier.

Ein angemessenes Konzertereignis im Lutherjahr, das im vollen Kirchsaal begeistert aufgenommen wurde. Und so folgte zum Abschluss der Chor mit Bonhoeffers Gedicht „Von gute Mächten treu und still umgeben“, für das Komponist Matthias Nagel einen anrührende Vertonung gefunden hat, ein emotionaler Abschied in den Sonntagabend.

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