Hamburger Strasse und Sozialer Wohnungsbau: Keine Regulierung in Ahrensburg bei Neuvorhaben

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Ahrensburg (ve). Die Region braucht günstigen Wohnraum. Doch wo soll er hin? Ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen im Bauausschuss sollte helfen.

Das überarbeitete Konzept: 30 Prozent sozial geförderten Wohnraums wurde in den Entwurf zum Neubau an der Hamburger Straße integriert. Grafik:Schenk + Waiblinger Architekten

Das überarbeitete Konzept: 30 Prozent sozial geförderten Wohnraums wurde in den Entwurf zum Neubau an der Hamburger Straße integriert.
Grafik:Schenk + Waiblinger Architekten

Er entstand aus den Erfahrungen mit dem Bauprojekt an der Hamburger Straße auf dem ehemalige VW-Gelände. Denn dort musste die Stadt mit dem Investor umfangreich nachverhandeln, damit ein Teil der Wohnungen für das untere Preissegment erstellt werden. Zu einem nicht unerheblichen Preis: Der Investor will nun an der Straßenfront Hamburger Straße fünfgeschossig bauen. Was nicht allen im Ausschuss oder in der Nachbarschaft uneingeschränkt gefällt.

Neubau an der Hamburger Straße: 106 Wohneinheiten

Insgesamt sollen damit auf dem Gelände 106 Wohneinheiten entstehen, 32 der Wohneinheiten und damit 30 Prozent als sozial geförderter Wohnraum. Auch dies war Thema auf der Sitzung des Bauausschusses, der Ausschuss hat gegen die Stimme der FDP die Aufstellung des Bebauungsplanes beschlossen.

Um solchen Entwicklungen vorzubauen, haben die Grünen den Antrag gestellt, dass grundsätzlich bei jedem neuen Bauprojekt im Stadtgebiet Ahrensburg ein bestimmter Prozentanteil sozial geförderten Wohnraums erstellt werden muss. Diese Grundlegung im Vorfeld soll es Investoren erleichtern, sich vor Entscheidung für ein Bauvorhaben auch für den Anteil an sozial gefördertem Wohnraum auszusprechen. Eine Nachverhandlung über die Integration günstigen Wohnraums nach Kauf des Grundstückes durch den Investor entfalle damit. Gelten würde eine solche Regulierung nur für zukünftige Projekte von Investoren.

Antrag von Bündnis 90/Die Grünen wurde noch erweitert

Die Stadt Ahrensburg hat den Antrag der Grünen zum Anlass genommen, eine Beschlussvorlage im Bauausschuss vorzulegen, die noch stärkere Rahmenbedingungen, als von den Grünen gefordert, festlegt. Nur so könne der Bedarf an gefördertem Wohnraum gedeckt werden. So sollte in jedem neuen Bauprojekt mit mehr als 25 Wohneinheiten ein Anteil von 30 Prozent sozial geförderten Wohnraums entstehen. Soll das Bauprojekt als Eigentum veräußert werden, sollte eine Quote von zehn Prozent gelten.

Doch CDU und FDP konnten sich mit dieser Regulierung nicht anfreunden. „Was wir nicht wollen“, betonte insbesondere Carola Behr von der CDU, „ist, dass dies überall gelten soll. Es gibt auch Stadtteile, in die passt das nicht rein.“ Toufic Schilling wandte ein, dass er rechtliche Bedenken dabei habe, Grundstückseigentümern Vorgaben zu machen.

Für Jörg Hansen von den Grünen gibt es allerdings keine andere Lösung: „Der Bedarf an günstigem Wohnraum wächst und wir können uns nicht auf das Spiel der freien Kräfte am Markt verlassen. Mit diesem Instrument wissen auch Investoren, auf was sie sich bei einem Bauprojekt in Ahrensburg einlassen. Damit sind gerade solche Verhandlungen wie mit dem Investor an der Hamburger Straße nicht mehr erforderlich.“

Zudem, ergänzte Hansen, hätten auch andere Städte solche Regelungen beschlossen: „Es ist ein gängiges rechtliches Verfahren.“ Nicht zuletzt sei der Beschluss einer derartigen Regulierung ein deutliches Signal an die Bürgerinnen und Bürger: „Lassen Sie uns ein Zeichen setzen, dass wir günstigen Wohnraum haben wollen in Ahrensburg.“

Indes – das Zeichen ist nicht gesetzt worden. Die Beschlussvorlage der Verwaltung wurde mit den Stimmen von CDU, FDP und WAB abgelehnt, SPD und Bündnis 90/Die Grünen stimmten dafür. Der KiJuB übrigens, der Rede- aber kein Stimmrecht im Auschuss hat, hatte in der Debatte in Richtung der Ausschussmitglieder die Bitte geäußert, der Beschlussvorlage zuzustimmen. Insbesondere für jungen Menschen mit einem geringen Einkommen sei es schwer, in Ahrensburg eine Wohnung zu finden.

Zur Vorgeschichte – so berichtete ahrensburg24.de:

Neubau in der Hamburger Straße: Konzept liegt vor/Bauausschuss sagt ‚ja‘

Neubau auf dem VW-Gelände Hamburger Straße: Anwohner wollen „Klötze“ verhindern

Der vorhergangene Entwurf zum Neubau an der Hamburger Straße auf dem ehemaligen VW-Gelände: Sieben Wohnblocks mit etwa 81 Wohneinheiten sollen entstehen, darunter eine große Tiefgarage.<br /> Grafik: Schenk+Waiblinger Architekten

Der vorhergangene Entwurf zum Neubau an der Hamburger Straße auf dem ehemaligen VW-Gelände: Sieben Wohnblocks mit etwa 81 Wohneinheiten sollen entstehen, darunter eine große Tiefgarage.
Grafik: Schenk+Waiblinger Architekten

Das überarbeitete Konzept: 30 Prozent sozial geförderten Wohnraums wurde in den Entwurf zum Neubau an der Hamburger Straße integriert. Grafik:Schenk + Waiblinger Architekten

Das überarbeitete Konzept: 30 Prozent sozial geförderten Wohnraums wurde in den Entwurf zum Neubau an der Hamburger Straße integriert.
Grafik:Schenk + Waiblinger Architekten

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