Schloss Ahrensburg: Gelder für den laufenden Betrieb

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Ahrensburg (ve). Auch in diesem Haushaltsjahr werden die Mittel, die eigentlich als Zustiftung in die Stiftung des Schlosses Ahrensburg fließen sollen, umgewidmet. Die Stadt Ahrensburg ist verpflichtet, jährlich 100.000 Euro in die Stiftung des Schlosses einzuzahlen, die gemeinsam mit der Kulturstiftung der Sparkasse Stormarn besteht. Auch die Sparkasse leistet vertragsgemäß diese Zustiftung. Doch das Defizit des Schlosses, das im laufenden Betrieb entsteht, macht eine Umwidmung der Mittel erforderlich. Gegen die Stimmen von Bündnis 90/Die Grünen wurde der Umwidmung auf der Stadtverordnetenversammlung mit 21 Ja-Stimmen zugestimmt.

Das Defizit aus dem laufenden Betrieb entsteht, da die Kosten des Schlossbetriebes eigentlich aus dem Gewinn des Stiftungskapitals finanziert werden sollen. Doch da dieses Stiftungskapital zu gering ist, reicht der Erlös nicht für die laufenden Kosten. Seit einigen Jahren muss daher jedes Jahr die Zustiftung von Seiten der Stadt ausgesetzt werden, um die laufenden Kosten zu finanzieren.
Bürgermeister und Stiftungsratsvorsitzender Michael Sarach betonte gegenüber den Stadtverordneten, dass dies nicht an der Leistungsfähigkeit des Schlossmuseums liege: „Dieses Museum finanziert 60 Prozent seiner Kosten aus eigenen Einnahme. Einen solchen Kostendeckungsgrad finden sie in kaum einem anderen Museum des Landes.“ Zudem sei es nicht zulässig, die Einnahmen durch gewerbliche Produkte und Angebote noch zu erhöhen, da dann die Gemeinnützigkeit des Schlossmuseums vom Innenministerium in Frage gestellt werden könnte. Sarach: „Die Umwidmung der Mittel sehe ich auch als Bekenntnis der Ahrensburger Politik zu ihrem Schlossmuseum. Denn ohne das Schloss ist die Stadt Ahrensburg nur eine beliebige Kleinstadt.“

Das Schloss Ahrensburg

Das Schloss Ahrensburg

Die Stadtverordneten folgten zum Großteil nur mit Widerspruch der Notwendigkeit, die Mittel umzuwidmen. Sie beklagen, dass es nicht möglich sei, die Betriebskosten des Schlossmuseums aus den Einnahmen und dem Stiftungskapital ausreichend vorzuhalten, so dass im Haushalt der Stadt keine weiteren Mittel bereits gestellt werden müssten. Vergleiche zum Schloss Tremsbüttel und Schloss Reinbek werden heran gezogen, die beide allerdings nicht als Museum aufgestellt sind. Trotzdem wurde unter anderem von der SPD Überlegungen erwogen, in den kommenden Haushalten von vorne herein laufende Betriebskosten für das Schloss zusätzlich zur Zustiftung einzuplanen, in Summe ergäbe das 200.000 Euro.

Das Schloss lockt jährlich etwa 26.000 Besucherinnen und Besucher an, zusätzlich kommen zu Veranstaltungen viele Besucher in den Park.

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