S4: Die neue Bahn kostet 630 Millionen Euro

0

Ahrensburg (ve). Die Vorentwurfsplanung zur neuen S-Bahnlinie S4 ist weitgehend abgeschlossen. Erstmals liegt laut einer Mitteilung des Hamburger Wirtschaftsministeriums eine Kostenschätzung vor: Nach dem heutigen Arbeitsstand des Vorentwurfs schätzen die von Hamburg und Schleswig-Holstein beauftragten Planer die Gesamtkosten auf rund 630 Millionen Euro. Diese Kosten entstehen nicht nur direkt durch den Bau der S-Bahn, sondern auch durch Baumaßnahmen für den Fern- und Güterverkehr. Die gesamte Vorentwurfsplanung wird zurzeit noch durch Hamburg und Schleswig-Holstein geprüft und voraussichtlich im Oktober vorgestellt.

Die Finanzierung des Vorhabens wird zwischen den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein und dem Bund ausgehandelt. Zunächst müssten allerdings die Ergebnisse der Kosten-Nutzen-Analyse vorliegen, die nach Abschluss der Vorentwurfsplanung folgt. In einem Modell zur Aufteilung der Kosten wird damit gerechnet, dass der Bund 60 Prozent der Kosten trägt und Hamburg und Schleswig-Holstein zusammen 40 Prozent finanzieren. Der von Schleswig-Holstein und Hamburg zu schulternde Anteil würde sich auf zehn Jahre verteilen.

Beide Länder gehen davon aus, dass noch Details ausstehen, die das Projekt insgesamt teuer werden lassen. Die Kosten könnten sich unter anderem deshalb noch verändern, weil Detailuntersuchungen zum Umwelt- oder Lärmschutz erst in den weiteren Planungsphasen erfolgen, so das Ministerium. Auch der Baugrund werde noch umfassender untersucht. Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in Hamburg, und Reinhard Meyer (SPD), Verkehrsminister in Schleswig-Holstein seien sich einig, „dass beide Länder gemeinsam für die höchst mögliche Transparenz bei diesem bedeutenden Verkehrsprojekt“ sorgen wollen. Die Zusammenarbeit der beiden Länder soll am Dienstag, 10. September 2013, in einer gemeinsamen Kabinettsitzung bekräftigt werden. Eine endgültige Entscheidung zur S4 fällt nach der Nutzen-Kosten-Analyse sowie der weiteren Präzisierung von Kosten und tiefergehenden Planungen notwendigen Arbeiten.

Hintergrund

Die S4 soll den Nahverkehr zwischen Hamburg und dem Kreis Stormarn verbessern: durch einen dichten Fahrplantakt, einen zuverlässigen Betrieb mit hoher Pünktlichkeit und eine direkte Verbindung von Bad Oldesloe bis in die Hamburger Innenstadt. Hamburg und Ahrensburg sollen künftig in der Hauptverkehrszeit im 10-Minuten-Takt verbunden werden; zwischen Hamburg und Bad Oldesloe ist ein Stundentakt vorgesehen.

Sie soll darüber hinaus den Hamburger Hauptbahnhof entlasten und zusätzliche Kapazitäten für den Fern- und Güterverkehr zwischen Hamburg und Lübeck schaffen. Die Vorstudien zur S4 haben den Nutzen dieses S-Bahn-Ausbaus aufgezeigt; dieser wurde auch durch Beschlüsse der Hamburgischen Bürgerschaft und des Schleswig-Holsteinischen Landtages zur Realisierung der S4 bestätigt.

Bis Hamburg-Hasselbrook soll die S4 die vorhandenen S-Bahn-Gleise nutzen; zwischen Hasselbrook und Bargteheide ist der Bau einer eigenen S-Bahn-Infrastruktur mit zwei beziehungsweise einem separaten Gleis geplant. Auf dem letzten Abschnitt bis Bad Oldesloe sollen wieder bestehende (Fernbahn-)Gleise befahren werden. Im Zuge der Bauarbeiten ist auch der Neubau von vier bis sechs S-Bahn-Stationen geplant.

image_pdfimage_print
Teilen.

Kommentieren