Einblick in Großhansdorfer Trinkwasseranlage

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Großhansdorf (ve). In Großhansdorf steht seit genau 80 Jahren ein Wasserwerk der Hamburger Wasserwerke. Doch nur wenige Großhansdorferinnen und Großhansdorfer haben bisher die Möglichkeit gehabt, diese Wege des Wassers zu erforschen. Nun haben die Wasserwerke gemeinsam mit der Gemeinde zu einem Sommerfest und Tag der offenen Tür eingeladen.

Besuch in der Halle der Druckfilteranlage.

Besuch in der Halle der Druckfilteranlage.

Bis zu zehn Millionen Kubikmeter Wasser werden in diesem Werk jährlich in das Trinkwassernetz der Region eingespeist. Es ist Grundwasser aus tiefen Regionen, das über umliegende Brunnen nach oben gefördert wird. Die Qualität des Wasser erfordere keine chemische Aufbereitung, einzig der Entzug der Eisen-Mangan-Anteile sei die Aufgabe des Wasserwerkes, erläutert Christoph Szekalla, Bereichsleiter der Hamburger Wasserwerke. Für diese Prozess werde es vorher mit Sauerstoff angereichert.

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„Die Ausflockung von Eisen und Mangan geschieht in den großen Filteranlagen im Werk, in dem Wasser durch eine 2,80 Hohe Schicht aus Quarzsand gedrückt wird“, so Szekalla. Dieser Prozess dauere eine halbe Stunde. Von den großen Filtern gelange das Wasser in Vorratsspeicher. „Diese Speicher liegen hier auf dem Gelände, vor dort wird auch über Pumpen der Druck in den Wasserleitungen erzeugt.“ Gespeichert werde das Wasser, um in Zeiten niedrigen oder hohen Bedarfs einen immer gleichen Druck in

den Leitungen gewährleisten zu können. Übrig bleibt das Eisen-Mangan, das aus dem Filtern ausgewaschen wird und zur Geruchsbekämpfung in die Abwasserkanalisation geleitet wird – fertig ist das Produkt frisches Trinkwasser.

Zunächst noch bei wenig Wasser von oben – also bei kaum Regen – war die Resonanz auf diese ersten Tag der offenen Tür dieser Anlage sehr gut. Familien und interessierte Gäste aus der Region nutzten zu Fuß oder auf dem Fahrrad diese Einladung zu einem Ausflug an den äußersten Rand der Waldgemeinde, das Wasserwerk liegt am Ende der Straße Rümeland. Am Nachmittag kam der Regen und entsprechend weniger Gäste.

Anlass dieses Sommerfestes war der 80. Geburtstag des Wasserwerkes. „Wir wollten eigentlich zu 70. und dann zum 75. Geburtstag entsprechend einladen“, so Bürgermeister Janhinnerk Voß, „doch beides mal kamen uns Umbauarbeiten in der Anlage in die Quere. Was auch zeigt, wie oft diese Anlage modernisiert wird.“ Die 80 Jahre alten Betonfilterbecken sind übrigens, angeschlossen an moderne Leitungen, heute noch in Benutzung.

Christoph Szekalla, Bereichsleiter der Hamburger Wasserwerke, und Bürgermeister Janhinnerk Voß luden gemeinsam zum Sommerfest.

Christoph Szekalla, Bereichsleiter der Hamburger Wasserwerke, und Bürgermeister Janhinnerk Voß luden gemeinsam zum Sommerfest.

Das Wasserwerk wurde 1933, finanziert von den Hamburger Wasserwerke, gebaut, um die stetig wachsende Region mit Trinkwasser zu versorgen. Zuzug neuer Bürger und der wachsende Wasserverbrauch machten 1974 die Erweiterung erforderlich. In den vergangenen Jahren jedoch ist der Wasserverbrauch der Region um 20 Prozent gesunken, so dass das Wasserwerk heute nicht voll ausgelastet ist.

Während des Sommerfestes führten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die Anlage und erklärten ausführlich, was wo mit welchem Wasser passiert. Unter den Gästen waren auch Kommunalpolitiker und Offizielle. Gleichzeitig informierten die Hamburger Wasserwerke, der Gewässerpflegeverband Ammersbek-Hunnau, die Freiwillige Feuerwehr Großhansdorf und die Hamburger Stadtentwässerung auf dem Gelände über ihre Arbeit. So gab es viele Informationstafeln zu entdecken, Spiele für die Kinder, reichlich Essen und Trinken – und wer wollte, konnte auch verschiedene Wasserproben verkosten.

 

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