Fakten zum Wasserwerk Großhansdorf

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Großhansdorf (ve). Das Wasserwerk wurde 1933 in Betrieb genommen. Mehrfache Umbauten und Erweiterungen ließen das heutige moderne Werk entstehen. Es gehört zu den Hamburger Wasserwerken (1933 war Großhansdorf noch Teil der Hansestadt) und das Wasser wird in das Hamburger Trinkwassernetz eingespeist, zu dem auch Großhansdorf gehört.

Im Jahr 2009 wurde zusätzlich ein Vertrag mit der Hansestadt Lübeck geschlossen über Wasserlieferungen von bis zu fünf Millionen Kubikmeter jährlich. Derzeit nimmt Lübeck zwischen drei und vier Millionen Kubikmeter ab, dafür wurde extra eine 36 Kilometer lange Wasserleitung mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern gebaut. Hintergrund war, dass die Brunnen Lübeck zum Teil versalzten, so dass die Stadt ein neues Wasserwerk hätte bauen müssen. Statt dessen wurde entschieden, die vorhandenen Kapazitäten Großhansdorfs auszunutzen.

Christoph Szekalla und Janhinnerk Voß in dem alten Teil der Anlage.

Christoph Szekalla und Janhinnerk Voß in dem alten Teil der Anlage.

Ein Bild der alten Anlage.

Ein Bild der alten Anlage.

Auf der Anlage ist die 80 Jahre alte Filtration in Betonfilterbecken und die neue mit sechs geschlossenen Stahlfiltern in zwei großen Hallen in Betrieb. In der Betonfilteranlage wird mit einer jeweils 1,20 dicken Sandschicht Eisen und Mangan herausgefiltert. Da in ihnen das Wasser nur mit Hilfe der Schwerkraft und nicht mittels Druck gefiltert wird, ist allerdings eine Filtration in zwei Phasen erforderlich. In den Druckkesseln geschieht dies über eine 2.80 Hohe Sandschicht unter Druck. Auf dem Außengelände befinden sich die Absetzbecken, in denen sich das Eisen-Mangan, das dem Grundwasser entzogen wird, absetzt. Es wird zur Geruchsbekämpfung in der Hamburger Abwasserkanalisation eingesetzt.

Seit 1964 wird für die Trinkwasserversorgung Hamburgs nur noch Grundwasser gefördert, so auch in Großhansdorf. Das Grundwasser wird von 20 Tiefbrunnen aus einer Tiefe zwischen 50 und 190 Metern gefördert und stammt aus dem Trave-Einzugsgebiet, es ist zwischen 100 und 300 Jahren alt. Diese Förderung wird von der Landesbehörde überwacht. Es muss durch ein Umweltverträglichkeitsgutachten nachgewiesen werden, dass die geförderte Menge von Trinkwasser die Nachhaltigkeit des Trinkwasservorkommens nicht gefährdet und es zudem nicht zu einer Absenkung des Grundwasserspielgels kommt.

Gefördert werden jedes Jahr bis zu zehn Millionen Kubikmeter Wasser des Härtegrades 12,3° dH. Sie werden in zwei Trinkwasserbehältern mit einer Kapazität von 12.000 Kubikmetern zwischengelagert. Vier Trinkwasserpumpen befördern 400 bis 2.200 Kubikmeter Wasser jede Stunde in die Hamburger und somit auch Großhansdorfer und Ahrensburger Trinkwasserleitungen, eine Pumpe befördert etwa 650 Kubikmeter Wasser pro Stunden nach Lübeck. In der näheren Umgebung gibt es außerdem Wasserwerke in Großensee, in den Hamburger Walddörfern und in Hamburg Langenhorn.

 

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