Verkehrsgutachten: In Ahrensburg wird es kritisch

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Ahrensburg (ve). Neubaugebiet Erlenhof, Umsiedlung von famila und Fachmärkten an den Beimoorweg und die Nordtangente – was haben diese drei gemeinsam? Ganz einfach: Sie haben Folgen für das Verkehrsaufkommen. Und zwar gravierende. Ein Verkehrsgutachten lässt nun die Frage aufkommen, wie nahe der Nordosten der Stadt einem Verkehrsinfarkt kommt. Erneut war dieses Gutachten heute Thema auf der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses.

Das Gutachten wurde erstellt von Stefan Luft von urbanus, der die Stadt Ahrensburg schon in vielen Verkehrsfragen begleitet hat. Das Problem liege darin, so Luft, das in diesem Teil der Stadt durch Neuplanungen immer mehr Verkehrsflüssen entstünden, aber die Infrastruktur nicht entsprechend nachgerüstet werde. „Das ist wie mit einem Kartenhaus“, schildert Luft es anschaulich, „es kann mit jeder neuen Karte in sich zusammenfallen, aber man weiß vorher nicht, welche Karten das System zum Einsturz bringen wird.“

Die Umsiedlung von famila in ein neues Fachmarktzentrum in Beimoor-Süd sei so eine Karte. Das Neubaugebiet Erlenhof mit dem neu entstehenden Individualverkehr eine weitere. Und dann gäbe es noch die Neuansiedlung von Firmen auf dem dann alten famila-Gelände mit entsprechendem Verkehrsaufkommen. Oder die Verkehre hin zum Stellwerk jenseits vom Gartenholz, das im Zuge des Bau der neuen S-Bahn S4 errichtet werden wird.

Nicht alle Mitglieder des Bauausschusses mochten Lufts Einschätzung folgen: „Ihre Zahlen scheinen mir sehr hoch gegriffen“, vermutete Karen Schmick von der WAB. Thomas Bellizzi von der FDP mochte nicht ausschließen, dass der Individualverkehr insgesamt sogar eher abnehme als zunehme.

„Das mag sein, aber hier geht es um eine ganz kleinteilige Situation. Und da werden der Zielverkehr zum Gewerbegebiet hin, insbesondere der Lkw-Verkehr, und der Quellverkehr aus den neuen Wohngebieten herauszunehmen“, so Luft. Diese Problematik sei insgesamt nur mit dem Bau der Nordtangente zu lösen.

Sie ist also wieder in der Diskussion – die Nordtangente. „Wir haben Mist gemacht, als wir die Nordtangente gestoppt haben“, übte Rafael Haase von der SPD schwere Kritik an den Stadtverordneten. „Wir kommen nicht umhin, das wieder gut zu machen und die Umgehungsstraße zu beschließen, wenn wir die Stadt nicht daran hindern wollen, sich zu entwickeln.“ Denn die Umsiedlung von famila und die Errichtung eines neuen Fachmarktzentrums im Gewerbegebiet Beimoor-Süd mochte auch keiner so richtig in Frage stellen.

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