Heimgarten-Schüler bekommen Einblick in Synagoge

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Ahrensburg (bz). Eine spannende Aufgabe erwartete jetzt 14 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Am Heimgarten und der Gemeinschaftsschule Am Heimgarten: Im Rahmen eines UNESCO-­Projektes besuchten sie die Synagoge in Bad Segeberg und nahmen an einer Feierstunde teil. Anlass war der 75. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November 1938. Die jüdische Gemeinde in Bad Segeberg hatte die Schülerinnen und Schüler der UNESCO­Gruppe der beiden Schulen dazu eingeladen.

Schüler der Schulen Am Heimgarten besuchten die Bad Segeberg die Synagoge anlässlich der Reichsprogromnacht.

Schüler der Schulen Am Heimgarten besuchten die Bad Segeberg die Synagoge anlässlich der Reichsprogromnacht.

Einpersonenstück mit Jan Katzenberger

Gespannt hörten sie sich die kurzen Ansprachen an, in denen an das Leid während der Zeit der Verfolgung, aber auch die hoffnungsvolle Geschichte der neuen jüdischen Gemeinde in Bad Segeberg erinnert wurde. Anschließend führte der Schauspieler Jan Katzenberger das Einpersonenstück „Ein ganz gewöhnlicher Jude“ von Charles Lewinsky auf. In dem Stück geht es um Fragen des Judentums, den Umgang mit der Geschichte und den Versuch, in Deutschland ein ganz normales Leben zu führen.

Der Vorsitzende des Fördervereines der Jüdischen Gemeinde, Heino Ulrich, führte die Gruppe am Rande der Veranstaltung durch das Haus, den Sportverein Makkabi, die eigene Bibliothek Rothschild, die Küche, in der koscher gekocht wird, sowie den jüdischen Kindergarten, der nicht nur von jüdischen, sondern auch von muslimischen Kindern besucht wird.

Tiefer Einblick in die jüdische Kultur

Die Ahrensburger Schüler waren begeistert, einen so tiefen Einblick in die jüdische Kultur gewinnen zu können. Außerdem waren sie froh über die herzliche Aufnahme und die liberalen Umgangsformen in der Segeberger Gemeinde.

Die neue Mishkan-Synagoge wurde

Die neue Mishkan HaZafon-Synagoge wurde 2007 in Bad Segeberg eingeweiht.

Die jüdische Gemeinde in Bad Segeberg blickt auf eine lange Tradition zurück: Bereits 1730 hatten sich die ersten Juden in Segeberg niedergelassen und eine kleine Gemeinde mit eigenem Friedhof gegründet. Die 1842 geweihte Synagoge wurde der Mittelpunkt der Gemeinde. Am Tag der Reichspogromnacht, am 9. November 1938, fanden in ganz Deutschland Ausschreitungen gegen jüdische Mitbürger und deren Einrichtungen und Geschäfte statt. Dies markierte den Beginn des Holocaust, der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden im Zugriffsbereich der Nationalsozialisten. In Bad Segeberg überlebte nur ein Mitglied der Jüdischen Gemeinde die Nazidiktatur, der spätere Stadtdirektor Jean Labowski. Die neue jüdische Gemeinde wurde 2002 gegründet, 2007 konnte die neue Synagoge Mishkan HaZafon (Synagoge des Nordens) im Jean-­Labowski­-Weg eingeweiht werden.

Der Besuch der UNESCO-­Gruppe stand im Rahmen einer Reihe von Veranstaltungen der beiden Schulen zum 75. Jahrestag der Pogromnacht. Höhepunkte waren bisher ein Projekttag der 9. Klassen des Gymnasiums in der Gedenkstätte Neuengamme sowie der Besuch der Zeitzeugin Esther Bejarano am Heimgarten.

Am 27. Januar 2014 wird außerdem die Holocaust­-Überlebende Vera Friedländer in einem Zeitzeugengespräch Fragen der Schülerinnen und Schüler beantworten.

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1 Kommentar

  1. Kathrin Peters on

    Vielen Dank für diesen Artikel!
    In Pinneberg wurde eine Synagogoe am selben Abend geschändet. Wir sollten uns solidarisch mit unseren Mitbürgern zeigen.

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