Grün interviewt Grün: Seit 33 Jahren in der Ahrensburger Politik

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Ahrensburg (ve). Der Ortsverband Ahrensburg von Bündnis 90/Die Grünen besteht seit 33 Jahren. Das haben die Kommunalpolitiker zum Anlass genommen, um sich einmal selber zu interviewen. ahrensburg24.de veröffentlicht dieses Interview im Wortlaut mit dem Hinweis, dass es sich nicht um eine redaktionelle Berichterstattung handelt, sondern der Text aus der Feder der Partei stammt.

Grüne unter sich: der Stadtverordnete von Bündnis 90/Die Grünen Horst Marzi (links) spricht mit dem Gründungsmitglied des Ortsverbandes, Gerd Smith (rechts), über 33 Jahre Arbeit in der grünen Politik.  Foto:Bündnis 90/Die Grünen Ahrensburg

Grüne unter sich: der Stadtverordnete von Bündnis 90/Die Grünen Horst Marzi (links) spricht mit dem Gründungsmitglied des Ortsverbandes, Gerd Smith (rechts), über 33 Jahre Arbeit in der grünen Politik.
Foto:Bündnis 90/Die Grünen Ahrensburg

ahrensburg24.de lädt dazu ein, dass jeder kritische Fragen zu diesem Interview stellen kann. Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen Ahrensburg ist zu erreichen unter www.gruene-ahrensburg.de. In dem Interview spricht der Grünen-Politiker Horst Marzi mit dem Gründungsmitglied der Ahrensburger Grünen, Gerd Smith.

Horst Marzi: Gerd, du warst bei der konstituierenden Sitzung am 8. Dezember 1980 nicht dabei, obwohl du doch schon länger Mitglied der Grünen bist. Wie kommt das?

Gerd Smith: Zu der Zeit wohnte ich noch in Hamburg und war Mitglied der Grünen Alternativen Liste. Im Januar 1985 bin ich dann bei den Grünen in Ahrensburg aktiv geworden. Die 13 Gründungsmitglieder wohnen alle nicht mehr in Ahrensburg. Allerdings gibt es mit mir noch einige ehemals aktive Mitglieder aus den achtziger Jahren.

Horst Marzi: Wurdet ihr von den etablierten Parteien ernst genommen?

Gerd Smith: So recht wohl nicht, obwohl die Ahrensburger Grünen 1982 bereits 5,56 Prozent und damit einen Sitz eroberten. Vier Jahre später konnte das Ergebnis deutlich verbessert und ein zweiter Sitz hinzugewonnen werden.

Horst Marzi: Wie war die Arbeit als einziger grüner Stadtverordneter?

Gerd Smith: Sehr schwierig, da es zu der Zeit noch keine bürgerlichen Mitglieder gab. Als einzelner Stadtverordneter kann man beim besten Willen nicht an allen Ausschusssitzungen teilnehmen. Trotzdem wurde mir das tatsächlich einmal vorgeworfen.

Horst Marzi: Was hast du empfunden, als die Grünen zum ersten Mal einen Ausschussvorsitzenden stellen durften?

Gerd Smith: Ich fand’s unglaublich toll, als Matthias Meyer-Seitz der erste grüne Vorsitzende im Werkausschuss wurde, danach hatte Jörg Hansen eine volle Wahlperiode das Amt des Bauausschussvorsitzenden inne. Heute stellen wir mit Christian Schubbert von Hobe den Vorsitzenden des Bildungs-, Kultur und Sportausschusses.

Horst Marzi: An welche herausragenden Ereignisse kannst du dich erinnern?

Gerd Smith: Während meiner Zeit als Stadtverordneter habe ich 1988 auf die unzulässige und gefährliche Spritzasbestsanierung mit PUR-Schaum in der Schule Am Heimgarten aufmerksam gemacht und erreicht, dass dies geändert wurde. Bis heute habe ich allerdings von der Verwaltung nie erfahren, ob die Firma in Regress genommen wurde. Bitter stößt es mir immer noch auf, dass meinen und den Anträgen meiner Nachfolger zum Radverkehr zwar zugestimmt, aber für die Planung im Rathaus kein Personal bereitgestellt oder die erforderlichen Mittel im Haushalt von der Mehrheit nicht bewilligt wurden.

Horst Marzi: Was sagst du zum Ergebnis der letzten Kommunalwahl?

Gerd Smith: Mit 19,3 Prozent der Stimmen haben wir dank einer kompetenten Mannschaft und eines nachhaltigen Wahlprogramms ein Spitzenergebnis in ganz Schleswig-Holstein errungen. Ein Novum ist auch, dass mit Jörg Hansen erstmals ein Kandidat der Grünen direkt in die Stadtverordnetenversammlung gewählt wurde.

Horst Marzi: Was haben die Grünen für Ahrensburg erreicht?

Gerd Smith: Ich bin sicher, dass wir das Umweltbewusstsein der Ahrensburger Bürgerinnen und Bürger geschärft haben.

Horst Marzi: Was sind die Schwerpunkte des Grünen Ortsverbandes für die nächsten Jahre?

Gerd Smith: Für die nächsten Jahre sehe ich ein große Aufgabe darin, die urgrünen Themen Energiewende, Klima- und Lärmschutz vor Ort umzusetzen, ohne die Themen Straßensanierung, nachhaltige Verdichtung des Stadtgebietes, Kinderbetreuung oder Schulerweiterung zu vernachlässigen. Mit sechs Mitgliedern in der Stadtvertretung sind wir keine reine Oppositionspartei mehr, wir können was erreichen.

Horst Marzi: Gerd, du bist als Leiter der Geschäftsstelle und Kassenwart noch immer politisch aktiv. Was wünscht du dir persönlich?

Gerd Smith: Ein bisschen Zeit für meine Modelleisenbahn.

Horst Marzi: Danke für das Gespräch und noch weitere erfolgreiche Jahre.

Quelle:Bündnis 90/Die Grünen Ahrensburg

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