Gestiegenes Lohnniveau: Das ändert sich bei der gesetzlichen Krankenversicherung

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Ahrensburg (ve). Für alle Arbeitnehmer ab einer gewissen Einkommensgrenze tritt ab dem 1. Januar 2014 eine wichtige Änderung ein: Die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung, auch Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAE-Grenze) genannt, erhöht sich bundeseinheitlich auf 53.550 Euro. Hintergrund ist das gestiegene Niveau der Löhne und Gehälter in Deutschland.

Bundeseinheitlich wird die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung festgesetzt. Sie erhöht sich gegenüber 2013 (52.200 Euro) auf 53.550 Euro jährlich in 2014. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die bereits am 31. Dezember 2002 versicherungsfrei waren, wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze 48.600 Euro für das Jahr 2014 betragen (2013: 47.250 Euro). Die bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht der Jahresarbeitsentgeltgrenze (48.600 Euro/Jahr beziehungsweise 4.050 Euro/Monat).

„Diese Regelung bedeutet für alle Arbeitnehmer, die in 2013 wegen Überschreitens der bisherigen Versicherungspflichtgrenze von 52.200 Euro krankenversicherungsfrei waren, dass jetzt Krankenversicherungspflicht eintritt, wenn ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die neue Grenze von 53.550 Euro nicht übersteigt“, erklärt AOK-Niederlassungsleiter Jens Bojens aus Ahrensburg.

Besonderes Kündigungsrecht für Privat-Versicherte

Diese Besonderheit gilt für Arbeitnehmer, die am Stichtag 31. Dezember 2002 krankenversicherungsfrei und privat krankenvollversichert waren, weil ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die zu diesem Zeitpunkt geltende JAE-Grenze überschritten hatte. “Auch in diesem Fall gilt: Krankenversicherungspflicht tritt ein, wenn das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt diese besondere JAE-Grenze nicht überschreitet. Die bisher privat krankenversicherten Arbeitnehmer haben bei ihrem privaten Krankenversicherungsunternehmen ein besonderes Kündigungsrecht”, erklärt die AOK.

„Wichtig ist aber auch, dass Arbeitnehmer, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, grundsätzlich nicht krankenversicherungspflichtig werden, wenn ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die allgemeine bzw. die besondere JAE-Grenze nicht mehr überschreitet“, so Bojens. So sei der Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung ab diesem Alter nahezu ausgeschlossen.

Dazu das Bundesministerium für Arbeit und Soziales beim Erlass der Verordnung im Oktober 2013: “Die Werte werden – wie jedes Jahr – auf Grundlage klarer, unveränderter gesetzlicher Bestimmungen mittels Verordnung festgelegt. Für die weit überwiegende Mehrheit der Versicherten ändert sich die Beitragsbelastung durch die neuen Werte im Jahr 2014 nicht. Nur für Versicherte, die mit ihren Verdiensten im Jahr 2013 oberhalb der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze liegen, erhöht sich die Beitragsbelastung im Jahr 2014, weil diese Grenzen steigen.”

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