„Luther in Ahrensburg“

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Leserbrief von Manfred Kloevekorn zu „St. Johannes: Großer Andrang zu der Andacht im Freien

Luther in Ahrensburg

2017 feiern wir den 500. Jahrestag der Reformation. Die Ferne der Kirche zu den Lehren des Jesus von Nazareth war so groß geworden, dass es zu einem Umbruch kam, der Kirche und Gesellschaft erschütterte. Luthers größte Tat war die Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache mit der Folge, dass die Heilige Schrift jedermann zugänglich und dem alleinigen Besitz einer machtbesessenen Kirche entrissen wurde.
2013 haben in Ahrensburg die amtierenden Pastoren, ihr KGR, geleitet vom zuständigen Propst, der auch anderweitig durch ein merkwürdiges Verständnis kirchlicher Aufgaben aufgefallen ist, in geheimer Sitzung beschlossen, das Gemeindezentrum St. Johannes und sogar die Johannes-Kirche zu schließen. Offizieller Grund ist die desolate finanzielle Lage der Gemeinde. Es wird allerdings zur traurigen Gewissheit, dass dies nur ein vorgeschobener Grund ist und sie in Wirklichkeit St. Johannes als Predigtstätte und Zentrum los sein wollen. Warum sonst wird jeder Versuch, andere Lösungsmöglichkeiten auch nur anzudenken, kategorisch blockiert? Warum werden wir Zeugen eines giftigen, kleinkarierten Grabenkriegs?
Diese unsere Hirten einschließlich ihrer Oberen sind ihrer Herde nicht fürsorgend zugewandt, sondern sie treiben sie mit Peitschenhieben und Verboten zur Kirche hinaus (Schließung von Zentrum und Kirche selbst zu Weihnachten, Antrag auf Entwidmung), gnadenlos und überzeugt von der unfehlbaren Alternativlosigkeit ihrer einsamen Beschlüsse. Wie sie ihr Verhalten mit der Lehre ihres Herrn vereinbaren, bleibt ihr Geheimnis. Ob sich die zarte Pflanze Hoffnung durch die Einführung des neuen Pastors zur Blüte entfalten wird, ist in dieser kalten Umgebung dahingestellt.
Den so machtträchtig bevormundeten Gemeindegliedern bleibt der fortwährende Protest und als letzte Möglichkeit der Kirchenaustritt. Seit fast fünfhundert Jahren gewährt uns die Bibel den Zugang zum Wort Gottes auch ohne diese erbärmliche Kirche. Martin Luther sei’s gedankt.

Manfred Kloevekorn, Ammersbek
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