Fernsehschauspieler Michael Roll ist Alfred Nobel

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Großhansdorf (bz). Das Theaterstück „Mr. & Mrs. Nobel“ kommt am Donnerstag, 9. Januar 2014, 20 Uhr, im Waldreitersaal auf die Bühne. Der bekannte Fernsehschauspieler Michael Roll verkörpert den Dynamit-Milliardär Alfred Nobel, der seiner Sekretärin Bertha von Kinsky ein Leben lang in Freundschaft, wenn nicht gar in Liebe zugetan bleibt. Sie aber heiratet einen anderen, und als Bertha von Suttner wird sie zu einer führenden Wegbereiterin der Friedensbewegung. Nobel unterstützt ihre Aktivitäten und lässt sich wahrscheinlich auch von ihr dazu überreden, sein Vermögen in eine Stiftung einzubringen. Der Nobelpreis ist geboren.

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Der bekannte Fernsehschauspieler Michael Roll spielt am 9. Januar 2014 im Waldreitersaal Alfred Nobel.

Die Geschichte spielt in 1876 Paris: Alfred Nobel, Chemiker, Dynamit-Erfinder und Industrieller, sucht mit einer in fünf Sprachen verfassten Zeitungsanzeige eine Privatsekretärin. In ebenfalls fünf Sprachen bewirbt sich die junge Österreicherin Bertha Gräfin Kinsky – eine lebenslange Freundschaft beginnt. 1905 erhält Bertha von Suttner, die engagierte Kämpferin gegen Krieg und Gewalt, als erste Frau den Friedensnobelpreis.
In „Mr. & Mrs. Nobel“ bringt Esther Vilar die charismatische Bertha von Suttner zweifach auf die Bühne: als junge Frau, die ihren Platz im Leben sucht, und als gereifte Dame von Welt. Die 62-Jährige nutzt ihre Dankesrede für einen Rückblick auf die außergewöhnliche Beziehung zum mittlerweile verstorbenen Stifter des Preises, Alfred Nobel. Verliebt in den sieben Jahre jüngeren Baron Arthur von Suttner, dessen Eltern die Verbindung ablehnen, verlässt Bertha Wien und wird Nobels Privatsekretärin. Der nicht mehr ganz junge Fabrikant empfindet viel für die kluge junge Frau und macht sie bald zu seiner Vertrauten. Doch just als Nobel den Mut findet, sich Bertha zu erklären, heiratet diese doch noch Arthur. Bertha folgt ihrem Mann nach Wien, dann in den Kaukasus. Erst zehn Jahre später treffen Nobel und die inzwischen erfolgreiche Schriftstellerin wieder aufeinander. Obwohl an diesem Abend auch Berthas Mann und Nobels junge Geliebte dabei sind, finden sie zueinander und führen von nun an eine heimliche Beziehung. Offiziell fungiert Nobel als Geldgeber, unterstützt Berthas Engagement in der Friedensgesellschaft. 1892, bei einem Treffen am Züricher See, bringt ihn Bertha schließlich auf die Idee, sein riesiges Vermögen über den Tod hinaus für eine gute Sache wirken zu lassen. Der Nobelpreis ist geboren.

Esther Vilar, die man seit ihrem Bestseller „Der dressierte Mann“ Anfang der 1970er Jahre vor allem als provokante Vertreterin unbequemer Thesen über die Geschlechterrollen kennt, ist eine geistreiche Dramatikerin, die ihre Stücke oft nutzt, um bekannte Persönlichkeiten der Weltgeschichte spielerisch aufeinander treffen zu lassen. Dabei bringt sie auf unterhaltsame Weise überraschende Erkenntnisse ans Licht.

Veranstalter ist der Kulturring Großhansdorf. Der Eintritt kostet ab 16 Euro.

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