Hoisdorf schwarzweiß: Bilder des Fotojournalisten Raimund Marfels

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Hoisdorf (ve). Raimund Marfels hat über 40 Jahre in Stormarn für die Lokalpresse gearbeitet – und dabei fleißig fotografiert. Diese Bilder werden jetzt in einem Vortrag im Stormarnschen Dorfmuseum Hoisdorf gezeigt. Schwerpunkt ist die Entwicklung von Hoisdorf nach dem Zweiten Weltkrieg im Rahmen der Vortragsreihe „Stormarn schwarzweiß. 1949-1989. Städte, Ämter und Gemeinden im Blick des Fotojournalisten Raimund Marfels“. Er findet am Dienstag, 22. Januar 2014, um 19 Uhr im Stormarnschen Dorfmuseum Hoisdorf, Sprenger Weg 1, statt.

Raimund Marfels zeigt einen Blick auf die Neubausiedlung auf dem ehemaligen Behelfsheimgelände hinter dem Schwarzen Berg. Foto:R.Marfels

Raimund Marfels zeigt einen Blick auf die Neubausiedlung auf dem ehemaligen Behelfsheimgelände hinter dem Schwarzen Berg. Foto:R.Marfels

Raimund Marfels (1917 bis 1990) wurde in Berlin geboren und durchlief eine Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten. Schon in der Kindheit entdeckte er seine Liebe zur Fotografie. Sein gutbürgerliches Elternhaus ermöglichte ihm sehr früh den Besitz einer eigenen Kamera. Die alles erläutert der Bildvortrag, den das Amtsarchiv Siek in Kooperation mit dem Dorfmuseum und dem Kreisarchiv Stormarn veranstaltet, Referentin ist die Historikerin Barbara Günther .
Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte Marfels seinem Bruder nach Stormarn, wo er schnell Kontakte zur regionalen Presse knüpfen konnte. Aus dem Hobby wurde sein Beruf: Über 40 Jahre hinweg fotografierte und schrieb er für die Regionalredaktion der Lübecker Nachrichten in Bad Oldesloe. Nach anfänglichen Kleinbildaufnahmen wechselte er in den frühen 1950er Jahren zu einer Rolleiflex-Kamera, der er bis zu seinem Lebensende treu blieb. Damit wurden Schwarzweiß-Fotografien im Format 6×6 zu seinem Markenzeichen. Als rasender Reporter
dokumentierte Marfels Ereignisse und Veränderungen in allen Orten im Kreisgebiet – Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Infrastruktur, Natur, Kultur und Gesellschaft.

Die Gemeinde Hoisdorf mit dem Ortsteil Oetjendorf wurde von Raimund Marfels mit knapp 800 Fotografien dokumentiert. Bereits während des Zweiten Weltkriegs war das kleine Dorf von ausgebombten Hamburgern als Wohnstätte gewählt worden, was mit der Behelfsheimsiedlung Baggerkuhle und ihrem Ausbau zur modernen Wohnsiedlung ihren Ausdruck findet. Weitere Siedlungen und Wohnblocks folgten rund um die später unter Naturschutz gestellte Teichlandschaft, die die Mitte des Ortes einnimmt.

Hoisdorf: beschaulich und aufstrebend

Die Beschaulichkeit wird mit Aufnahmen des Dorfteiches im Wechsel von Jahreszeiten im alten Ortskern angesprochen. Landschulheim, das Kinderheim Gottesgabe oder das Haus Lichtensee mit ihren vielfältigen Nutzungen stehen neben dem Ausbau der Schule, des Sportplatzes, des Dienstleistungszentrums oder der Mehrzweckhalle der Gemeinde. Der Ausbau der Infrastruktur und neue Gewerbeansiedlungen zeigen eine aufstrebende Gemeinde, die durch die kommunale Neuordnung der 1970er Jahre mit Oetjendorf einen Ortsteil hinzugewonnen hat.

Auch die lokalen Vereine fehlen nicht: So porträtierte Marfels unter anderem den Männerchor, die Freiwillige Feuerwehr bei Amtsfeuerwehrfesten oder die Fußballjugendmannschaft. Mit einer Reihe von Reitturnieren kommen die ansässige Pferdezucht und der Reitsport zur Geltung. Breiten Raum nimmt die Entstehung des Dorfmuseums ein, welche Marfels von der ersten Unterbringung im Dachgeschoss der Schule bis hin zum Auf- und Ausbau des eigenen Museumsgebäudes fotografisch begleitete.

Kurz vor seinem Tod übergab Raimund Marfels den Bestand von 48.000 Negativen dem Kreisarchiv Stormarn. Dank der finanziellen Unterstützung der Jürgen-Wessel-Stiftung aus Lübeck konnten von 2011 bis 2013 die Aufnahmen bei den Elbe-Werkstätten in Hamburg digitalisiert und durch die Historikerinnen Dr. Karin Gröwer und Barbara Günther inhaltlich erschlossen werden. Jetzt sind sie für alle Interessierten online unter www.kreisarchiv-stormarn.findbuch.net zugänglich. (Quelle:KreisarchivStormarn)

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