Uwaga!: Klassik ganz frei nach Mozart, Mahler & Co

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Ahrensburg (ve). Mit Geige, Bratsche, Akkordeon und Kontrabass begibt sich die deutsch-serbische Formation „Uwaga!“ auf einen irrwitzig-anarchischen Streifzug durch das klassische Repertoire. Vor ihnen sind keine Tempi sicher, behutsame Interpretation war gestern. Wer das erleben möchte, sollte am Sonnabend, 25. Januar 2014, in den Marstall kommen.

"Uwaga!" ist polnisch und bedeutet "Achtung" - wohl auch als mentale Vorbereitung auf den Auftritt der Musiker gedacht. Foto:Ebbert & Ebbert Fotografie

„Uwaga!“ ist polnisch und bedeutet „Achtung“ – wohl auch als mentale Vorbereitung auf den Auftritt der Musiker gedacht. Foto:Ebbert & Ebbert Fotografie

Waghalsiger Spielwitz, eine mitreißende Performance und der unsachgemäße, fast schon an Dreistigkeit grenzende Umgang mit klassischem Instrumentarium und Kulturgut – mit diesen wenigen Worten ist das Feld, in dem sich Christoph König, Maurice Maurer, Miroslav Nisic und Matthias Hacker bewegen, schon ziemlich treffend umrissen.

Klassisches wird liebevoll und eigenwillig interpretiert

2007 gegründet bedient sich Uwaga! des an unsterblichen Kompositionen reichen, klassischen Fundus‘ und präsentiert ausgewählte Meisterwerke in einer gleichermaßen einzigartigen wie eigenwilligen Art. „Uwaga“ ist übrigens polnisch und heißt „Achtung“ – und das ist durchaus wörtlich zu nehmen.

Scheinbar unvereinbare Stile gehen auf der Bühne eine tollkühne Liaison ein: Abendländische Hochkultur trifft auf Gipsy-Verve, swingende Leichtigkeit oder brachiale Punk-Attitüde. Die Ballettsuiten von Tschaikowsky verfügten durchaus über Disco-Potential, Mahler habe meisterhafte Jazzthemen komponiert und Barock sei ohnehin der pure Rock ’n‘ Roll, so die vier Musiker. Ob stilistische Einflüsse aus Jazz, Gipsy und Funk, spontane Interaktion oder virtuose Improvisation – in ihren Neuinterpretationen geben König, Maurer, Nisic und Hacker der Klassik etwas, was der traditionelle Konzertbetrieb bislang vermissen ließ.

Virtuos neu in Szene gesetzt

Doch nicht nur die Herangehensweise und die Besetzung des Quartetts mit Geige, Bratsche, Akkordeon und Kontrabass sind gelinde gesagt unkonventionell – die vier Musiker begehen auch beim Umgang mit ihren Instrumenten eine Vielzahl kalkulierter Grenzüberschreitungen. Eine Violine als funky Rhythmusgitarre? Jazzgeiger König macht selbst vorm Gebrauch eines Plektrons nicht halt und wechselt im nächsten Moment in eine liebevoll phrasierte klassische Sequenz. Aus seiner Violine Blockakkorde zaubernd fällt Maurer groovend ein. Und während Nisics Akkordeon mal in erdiges Wummern verfällt, nur um kurz darauf in leidenschaftlicher Tongebung davonzuschweben, entlockt Hacker dem Korpus seines Kontrabasses eine überraschende Fülle perkussiver Sounds.

Der Vorverkauf hat bereits begonnen, noch gibt es Karten. Der Eintritt kostet 15 Euro, im Vorverkauf plus Gebühr.

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