Denkmalschutz Rathaus: 100 Bürger haben heute „Nein“ gesagt

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Ahrensburg (ve). „Wollen Sie, dass das Rathaus unter Denkmalschutz gestellt wird?“, hat die CDU heute Vormittag in Eiseskälte auf dem Rondeel gefragt. „Nein“ haben die meisten gesagt, aber manche bekannten sich auch mit einem „Ja“ zu dem Bau. Ein Stimmungsbild soll für die Christdemokraten so entstehen vor der Debatte am Montag, 27. Januar 2014, in der Stadtverordnetenversammlung.

Lebhafte Diskussionen bei Minusgraden: Matthias Stern (links), Detlev Levenhagen (dritter von links und Tobias Koch (rechts), von hinten zu sehen ist Christian Conring.

Lebhafte Diskussionen bei Minusgraden: Matthias Stern (links), Detlev Levenhagen (dritter von links) und Tobias Koch (rechts), von hinten zu sehen ist Christian Conring, im Gespräch mit Passanten.

Zwei große Pappwände waren aufgestellt, „Für Denkmalschutz Rathaus“ und „Gegen Denkmalschutz Rathaus“ stand darauf, mit roten und grünen Punkten durfte jeder seine Meinung dokumentieren. Etwa 100 Punkte waren rot, 15 Punkte waren grün. „Ein deutliches Votum gegen den Denkmalschutz“, resümiert CDU-Fraktionsvorsitzender Tobias Koch, „wir werden uns an diese Stimmen der Bürgerinnen und Bürger halten“, blickt er dabei auf die Debatte am Montag.

Der Bürgermeister und Vertreter anderer Fraktionen kamen vorbei

Es war keine Pflichtveranstaltung für die CDU-Fraktionsmitglieder und doch waren sie alle auf das Rondeel gekommen, eingemummelt mit Mütze und Handschuhen gegen die Kälte, Apfelpunsch wärmte von innen. Sie suchten das Gespräch mit den Passanten. Bürgermeister Michael Sarach blickte genauso vorbei, wie Vertreterinnen und Vertreter der anderen Fraktionen. „Wir haben viele Gespräche geführt“, erzählt Christian Conring, „manche Passanten sind auch von sich aus auf uns zugekommen. Viele haben sich gegen den Denkmalschutz ausgesprochen. Aber einige haben auch gesagt, dass sie die Argumente für den Denkmalschutz nachvollziehen können.“

Eckehard Knoll von der CDU im Gespräch mit Passanten.

Eckehard Knoll von der CDU im Gespräch mit Passanten.

Kritik an dem Informationsstand wurde auch geübt, „das ist Populismus“ hieß es. Denn es wird eine Frage gestellt, zu der die Ahrensburger gar keine Antwort geben können. Kein Stimmungsbild, keine Abstimmung der Ahrensburger Bürgerinnen und Bürger kann über die Unterschutzstellung entscheiden, nicht einmal die Stadtverordneten können über die Unterschutzstellung entscheiden. Die Entscheidungshoheit liegt alleine beim Denkmalschutzamt – und dort ist sie, so wird immer wieder angedeutet, längst positiv beschieden worden.

Soll die Stadt den Antrag auf Denkmalschutz stellen?

Am Montag ab 19.30 Uhr im Marstall, Lübecker Straße 8, geht es auf der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung darum zu entscheiden, ob die Stadt selber den Denkmalschutz beantragen soll, so lautet ein Antrag der SPD. Die CDU wird einen Antrag einbringen, in dem Ministerin Anke Spoorendonk (SSW) aufgefordert wird, mit dem Instrument des Ministervorbehaltes den Denkmalschutz zu verhindern. Der Sitzung geht wie sonst auch eine Einwohnerfragestunde voraus, die Anträge zum Denkmalschutz sind der 9. Tagesordnungspunkt.

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CDU und FDP haben sich klar gegen den Denkmalschutz positioniert, die SPD ist klar dafür. Sowohl bei der WAB als auch bei Bündnis 90/Die Grünen gibt es unterschiedliche Meinungen. Unklar ist also, ob die Stadtverordneten sich dazu entschließen werden, den Antrag auf Denkmalschutz selber zu stellen. Klar ist, dass der Denkmalschutz kommen wird. Und klar ist auch, dass die CDU die Meinungen und Stimmungen, die sie bis heute Mittag auf dem Rondeel einfangen hat, in die Debatte einbringen wird.

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1 Kommentar

  1. Wenn ich mal durch Lübecks Innenstadt gehe, dann sehe ich jedes mal ein Rathaus, dass einzigartig in der Welt ist – Ahresnburgs Rathaus ist hingegen ein schwer definierbarer Nachkriegsstil. Dennoch wurde von allen Seiten (?) beschlossen (!!) es unter Denkmalschutz zu stellen. Mit sehr fragwürdigen Methoden (Klebepunkte…) für oder gegen das Rathaus zu stimmen, bei einer zufällig ausgewählten Schar am Samstag Morgen vorbeikommender Bürger (!) (!) nach deren Befinden zu fragen, ist unprofessionell, nicht zielführend, nicht repräsentativ, eher lachhaft.
    Hätte sich auf die andere Seite die Partei „Graue Panther“ gestellt und ein Votum für mehr Wärme an diesem Vormittag erfragt, hätte es ein eindeutigeres Ergebnis ergeben – sogar ein nachvollziehbares….

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