Bargteheide schwarzweiß: Die Bilder von Raimund Marfels

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Bargteheide (ve). Der Verschönerungsverein Bargteheide veranstaltet in Kooperation mit dem Kreisarchiv Stormarn am Dienstag, 18. Februar 2014, um 19 Uhr im Stadthaus Bargteheide, Am Markt 4, einen Bildvortrag. Die Historikerin Dr. Karin Gröwer wird über die Entwicklung der Stadt seit den 1950er Jahren berichten. Der Vortrag ist Bestandteil der Reihe „Stormarn schwarzweiß. 1949-1989. Städte, Ämter und Gemeinden im Blick des Fotojournalisten Raimund Marfels“, die an elf Orten im Kreis ausgewählte Einblicke in das Schaffen des Fotografen gewährt.

Verschwisterung von Bargteheide mit Déville-lès-Rouen: Enthüllung des Straßenschildes "Déviller Straße" mit Bürgermeister Karl Eduard Claussen und dem französischen Bürgermeister Michel Cozette. Foto:R.Marfels

Verschwisterung von Bargteheide mit Déville-lès-Rouen: Enthüllung des Straßenschildes „Déviller Straße“ mit Bürgermeister Karl Eduard Claussen und dem französischen Bürgermeister Michel Cozette. Foto:R.Marfels

Über 40 Jahre hinweg fotografierte und schrieb der Fotojournalist Raimund Marfels für die Regionalredaktion der Lübecker Nachrichten in Bad Oldesloe. Nach anfänglichen Kleinbildaufnahmen wechselte er in den frühen 1950er Jahren zu einer Rolleiflex-Kamera, der er bis zu seinem Lebensende treu blieb. Damit wurden Schwarzweiß-Fotografien im Format 6×6 zu seinem Markenzeichen. Als rasender Reporter dokumentierte Raimund Marfels Ereignisse und Veränderungen in allen Orten im Kreisgebiet – Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Infrastruktur, Natur, Kultur und Gesellschaft.

2.500 Aufnahmen aus der Geschichte Bargtheides

Rund 2.500 Aufnahmen aus Bargteheide hat er überliefert, viele von ihnen sind bislang unbekannt. Eine abwechslungsreiche Auswahl daraus zeigt, dass sich die ländliche Gemeinde mit ihren Reetdachhäusern und Feuerlöschteichen nach und nach zur modernen Kleinstadt mit Wohnqualität, Gewerbe und ausgeprägter Vereinskultur mauserte. Anhand der Fotos lässt sich nachvollziehen, wie Bargteheide wuchs: Von den Wohnbaracken der Nachkriegszeit, dem ersten Spatenstich zur Vogelsiedlung, über den Bau der Reihenhäuser an Rosen- und Tulpenweg bis zu „Klein-Manhatten“ und dem Wohnpark Bachstraße.

Kurz vor seinem Tod übergab Raimund Marfels den Bestand von insgesamt 48.000 Negativen dem Kreisarchiv Stormarn. Dank der finanziellen Unterstützung der Jürgen-Wessel-Stiftung aus Lübeck konnten von 2011 bis 2013 die Aufnahmen bei den Elbe-Werkstätten in Hamburg digitalisiert und durch die Historikerinnen Dr. Karin Gröwer und Barbara Günther inhaltlich erschlossen werden. Jetzt sind die Fotografien für alle Interessierten online unter www.kreisarchiv-stormarn.findbuch.net zugänglich.

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