Ringelnatz-Abend im Kleinen Theater

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Bargteheide (bz). Im Foyer des Kleinen Theaters in Bargteheide findet am Freitag, 4. April 2014, 20.15 Uhr, ein Ringelnatz-Abend statt. Anna Haentjens singt und rezitiert, am Klavier sitzt Sven Welle und sie sind sich einig: „Ich weiß nicht, warum ich so bin“ – und erklären die Welt des Joachim Ringelnatz in Liedern und Texten.

Singt und rezitiert Ringelnatz:

Anna Haentjens, von Sven Selle am Klavier begleitet, gibt mit Liedern, Gedichten, Texten und biografisch Erzähltem Einblicke in die Welt des Joachim Ringelnatz. Foto:pm

Berühmt wurde er mit seiner Nonsens-Lyrik und als zeitkritischer Satiriker: Joachim Ringelnatz, der dichtende, malende, zeichnende und vortragende Matrose. Wer kennt nicht das schrullige Seemannsgarn von „Kuttel Daddeldu“, die herrlich skurrilen „Turngedichte“ oder die aufmüpfigen Verse im „Kinderverwirrbuch“? – Doch in der Brust des als Spießbürgerschreck geltenden Ringelnatz schlug ein zutiefst melan-cholisches Herz. Seine poetischen Purzelbäume schlagend, vagabundierte er auf dem Ozean des Lebens. Vor 125 Jahren, am 7. August 1883 wurde Joachim Ringelnatz, der eigentlich Hanns Bötticher hieß, im sächsischen Wurzen geboren. Mit sechs Jahren begann er zu dichten und nannte diese auf Schulheftseiten verfassten Verse „Das Zauberbuch“.

Schiffsjunge zur See

Doch bevor Joachim Ringelnatz 1919 von dem Dichter Walter Mehring in München entdeckt und nach Berlin an die Kabarettbühne „Schall und Rauch“ geholt wurde, hatte er etliche Berufe ausgeübt. Nach Abschluss der verhassten Schulzeit fuhr er zunächst als Schiffsjunge zur See, absolvierte dann in Hamburg eine kaufmännische Lehre, war Schaubudengehilfe, Kommis in einer Dachpappenfabrik, Schaufenster-dekorateur, Bibliothekar, Inhaber eines Tabakwarenladens und im Ersten Weltkrieg Kommandant eines Minensuchbootes. 1909 trug er in der Münchener Künstlerkneipe „Simplicissimus“ erstmals seine Verse vor und widmete sich intensiver seinen künstlerischen Talenten. 1933 erteilten die Nationalsozialisten Joachim Ringelnatz Auftrittsverbot und erklär-ten seine Werke als „unerwünscht“. Im Jahr darauf, am 17. November 1943, verstarb der an Tuberkulose erkrankte Ringelnatz in Berlin.

Anna Haentjens, von Sven Selle am Klavier begleitet, gibt mit Liedern, Gedichten, Texten und biografisch Erzähltem Einblicke in die Welt des Joachim Ringelnatz. Zu hören sein werden Vertonungen u.a. von Manfred Schmitz, Henry Krtschil, Sven Selle, Manfred Züghardt, Carl-Heinz Dieckmann.

Der Eintritt kostet 13 Euro, ermässigt elf EuroKartenvorverkauf im Kleinen Theater Bargteheide, Telefon 04532/ 5440 oder info@kleines-theater-bargteheide.de

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