Keine Angst vor Schiller: Jungschauspieler zeigen „Kabale und Liebe“

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Ahrensburg (ve). Schiller’sche Dramatik, ein echter Klassiker – für die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler aus Stormarn keine Hemmschwelle. Sie wagen sich unter der Leitung der Regisseurin Anja Roßmann an diese große Theaterkunst und bringen die Inszenierung am Sonnabend, 12. April 2014, um 19.30 Uhr auf die Bühne des Marstall. ahrensburg24.de warf ein Blick in die Probenarbeit.

Einsam und verlassen: Szenenbild aus "Kabale und Liebe" mit Johanna Laskowski und Imke Dallmeyer (rechts).

Einsam und verlassen: Szenenbild aus „Kabale und Liebe“ mit Johanna Laskowski und Imke Dallmeyer (rechts).

„Sss“ und „Schschsch“ – „füllt den Raum mit diesen Buchstaben bis in alle Ecken“, steht Alina Semenova mit den Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Bühne, lässt sie die Arme kreisen und einzelne Buchstaben summen. Ganz normale Aufwärmübungen, um sich dem Körpergefühl auf der Bühne anzunähern. Auf dieser stehen neben Semenova die sieben Darsteller – nicht alle können bei dieser Probe dabei sein -, die das Drama um die Liebe zwischen Ferdinand und Luise aufführen werden.

Wut und Verzweiflung in den Gesichtern der Darsteller

Dann spielen sie eine Szene. Der Tag, an dem der Präsident und Ferdinands Vater zum Musiker Vater Miller nach Hause kommt und Klarheit schaffen will zur Affäre seines Sohnes. Der Kampf um Macht und Liebe, um Ehre und Gerechtigkeit, um Menschenrechte. Der Kampf um Existenzen. So zeigen es die Darsteller. Sie lassen ihre Figuren leiden und schreien, kämpfen und winseln. Aussichtsloses Aufbegehren gegen die Obrigkeit, gnadenloser Machterhalt derselben wird greifbar, sichtbar in ihren Gesichtern und geballten Fäusten.

Imke Dallmeyer und Joshua McCullagh.

Imke Dallmeyer und Joshua McCullagh.

Es sei sehr aufwühlend, das Stück mit seiner Tragik und seinen großen Gefühlen zu spielen, sagen Imka Dallmeyer und Joshua McCullagh, die beiden Hauptdarsteller der Luise und des Ferdinand. „Aber wir alle wissen das und wir wissen auch, dass wir nach der Probenarbeit wieder zurückfinden müssen in den Alltag, sonst wird man todtraurig“, beschreibt es Imka Dallmeyer. Nur einmal sei das nicht gelungen, da habe sie die tiefe Trauer der Luise mit nach Hause genommen. „Aber wir wollen es auch nicht nur tragisch spielen, sonst geht das Publikum weinend aus dem Saal, das darf nicht sein.“

Regisseurin Anja Roßmann (rechts) und Musikerin Alina Semenova.

Regisseurin Anja Roßmann (rechts) und Musikerin Alina Semenova.

Musikalische Begleitung

Eine Besonderheit der klassischen Inszenierung – Roßmann: „Ich will, dass das Publikum das Theater versteht“ – ist die musikalische Begleitung unter der Leitung von Alina Semenova. Am Cello und am Klavier werden Stücke von Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert gespielt, dem Vater Miller am Cello wird das „Lied ohne Wort“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy zugeordnet.

Die Regisseurin Anja Roßmann hat zu Zeiten von Kirsten Marstensen die Jugendtheaterarbeit am Kleinen Theater in Bargteheide gemacht. Jetzt ist sie selbstständig und gibt Schauspielunterricht in Bargteheide. Und viele ihrer Schüler spielen in ihren Inszenierungen mit, so stehen viele Stormarnerinnen und Stormarner auf der Bühne. Um die Aufführungen dieser Inszenierungen zu ermöglichen, will Roßmann zusammen mit zwei anderen Hamburgerinnen den Verein „Hamburger Sommerbühne“ gründen. Und im Sommer Ende Juni und Anfang Juli im Stadtpark mit ihren Schülerinnen und Schülern „Was ihr wollt“ von William Shakespeare aufführen.

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Diese Theaterarbeit mit den jungen Menschen, die mit viel Leidenschaft auf der Bühne stehen, ist etwas besonderes“, erzählt Anja Roßmann. Sie zeigten große Bereitschaft, in ihrer Schauspielarbeit voran zu kommen, auch wenn nicht alle nach einer professionellen Karriere schielen. Anja Roßmann selber hat am Max Reinhardt-Seminar in Wien studiert, stand in Hamburg und in Wien auf der Bühne und stammt aus einer Schauspielerfamilie, Monica Bleibtreu ist ihre Tante.

Die Premiere ist am Sonnabend, 12. April 2014, um 19.30 Uhr im Marstall, weitere Aufführungen sind am Sonntag, 13. April 2014, um 18 Uhr (!) und am Freitag, 18. April 2014, um 19.30 Uhr. Kartenreservierungen sind unter der E-Mail hamburger-sommerbuehne@arcor.de möglich oder ab dem 1. April unter der Rufnummer 04532 / 288 22 91. Der Kartenverkauf erfolgt nur an der Abendkasse.

Das Ensemble.

Das Ensemble.

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