Sonntagsfahrverbot – Polizei stellt zahlreiche Verstöße fest

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Stormarn (ve/pm). Sonntags dürfen keine Güter transportiert werden, es gilt das Sonntagsfahrverbot. Doch manche Speditionen halten das mehr für eine Richtlinie als für ein Gesetz, stellte die Polizei gestern fest. Bei knapp 60 Prozent der 78 kontrollierten Fahrzeuge am gestrigen Sonntag hatte die Polizei etwas zu beanstanden.

"Das hält schon", scheinen sich die für diesen Transport Verantwortlichen gedacht zu haben - die Kunststofffässer mit ätzender Flüssigkeit wurde mit Folie und Spanngurten befestigt. Foto:PolizeiRatzeburg

„Das hält schon“, scheinen sich die für diesen Transport Verantwortlichen gedacht zu haben – die Kunststofffässer mit ätzender Flüssigkeit wurde mit Folie und Spanngurten befestigt.
Foto:PolizeiRatzeburg

Besonders dreist war der Fahrer eines niederländischen Sattelzuges, er transportierte Gefahrgut. Er hatte eine schnell entzündbaren und ätzenden Flüssigkeit geladen, insgesamt etwa eine Tonne in mehreren Fässern. Dafür hatte er keine erforderliche Ausnahmegenehmigung vom Sonntagfahrverbot. Und der Fahrer hatte anscheinend bewusst keine Gefahrguttafeln am Lkw angebracht, obwohl das vorgeschrieben ist, so die Polizei.

Insgesamt wurden 78 Fahrzeuge kontrolliert

Polizei und Zoll kontrollierten gestern in einer umfangreichen Aktion auf den Autobahnen 1, 20, 21, 24 und der 226 das “Sonntagsfahrverbot für den gewerblichen Schwerlastverkehr”. Insgesamt 24 Polizeibeamte waren in der Zeit von 14 Uhr bis 22 Uhr im Einsatz, hauptsächlich an den Autobahnrastplätzen Buddikate und Kronberg. Von den 78 kontrollierten Fahrzeugen beanstandeten die Beamten 45 Fahrzeuge. Allein 28 Fahrer verstießen gegen das Sonntagsfahrverbot. Sie müssen mit einer Ordnungswidrigkeitenanzeige rechnen, das kostet den Fahrer 75 Euro Bußgeld, den Halter 380 Euro.

Von diesen 28 Fahrern mussten 20 ganz stehen bleiben. Entweder hatten sie gar keine oder eine nicht ausreichende Ausnahmegenehmigung. Vier Fahrern untersagten die Beamten die Weiterfahrt, weil diese dreimal gegen das Fahrpersonalrecht (Lenk- und Ruhezeiten) und einmal gegen die Ladungssicherheit/- Sicherung verstießen. 21 Fahrer müssen mit Anzeigen nach dem Fahrpersonalrecht rechnen (Lenk- und Ruhezeiten).

„Ausnahmegenehmigung“ wird großzügig ausgelegt

Auffällig war, dass offenbar viele der Transportunternehmen im Besitz von Ausnahmegenehmigungen waren, diese aber widerrechtlich in Anspruch nahmen. Diesen so erlangten Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Unternehmen, bei den Kontrollen gestern waren es elf Fälle, wird bei den Bußgeldstellen als so genanntes Verfallsverfahren angeregt. So kann der Vermögensvorteil abgeschöpft werden.

Im Einsatz waren Beamte des Polizei-Autobahn- und Bezirksrevieres Bad Oldesloe und Ratzeburg, des Polizei-Autobahnrevieres Scharbeutz und des Polizei-Autobahn- und Bezirksrevieres Bad Segeberg) sowie fünf Zollbeamte.

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