Bürgermeister Voß: „Ein Wohlwollensbonus kann schnell weg sein“

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Großhansdorf (bz). Gute Stimmung gestern im Sitzungssaal des Rathauses am Barkholt: Kein Wunder. Um politische Themen ging es bei der Gemeindevertretersitzung weniger. Vielmehr stand die Ernennung und Vereidigung von Janhinnerk Voß zum Bürgermeister der Gemeinde Großhansdorf und die Ehrung verdienter Gemeindemitglieder im Vordergrund. Dr. Andreas Costard (CDU), Stefan Kehl (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Gunter Nuppnau (SPD) bekamen für zehn- und 20-jährige ehrenamtliche Arbeit für die Gemeinde eine Erinnerungsmedaille.

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Bürgervorsteher Jens Heinrich (CDU) gratuliert Janhinnerk Voß als erstes zu seiner Ernennung und Vereidigung zum Bürgermeister und überreicht im einen großen Blumenstrauß.

Bürgervorsteher Jens Heinrich (CDU) gratuliert Janhinnerk Voß als erstes zu seiner Ernennung und Vereidigung zum Bürgermeister und überreicht im einen großen Blumenstrauß.

Es war an der Zeit mit der Ernennung und Unterschrift: Voß‘ dritte Amtsperiode startet an 1. Mai 2014. Während der Bundestagswahl im vergangenen September hatten die Bürgerinnen und Bürger der Waldgemeinde ihm eine Bestätigung seiner Arbeit gegeben, die kaum besser hätte ausfallen können: Sie schenkten ihm bei einer Wahlbeteiligung von mehr als 70 Prozent 93 Prozent aller Stimmen. Er war der einzige Kandidat.

 Sehr gute Zusammenarbeit

Auch Jens Heinrich, Bürgervorsteher der Gemeinde, attestierte dem Bürgermeister gestern noch einmal sein ganzes Vertrauen. „Es ist eine sehr gute Zusammenarbeit, ich freue mich auf eine weitere Amtszeit“, sagte Heinrich und überreichte dem alten und neuen Bürgermeister einen großen Blumenstrauß, den Voß gleich an seine Frau Anja weiterreichte, die während der feierlichen Prozedur an der Seite ihres Mannes war. Ebenfalls zum Gratulieren anwesend: Mitglieder aus den Fraktionen, Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Großhansdorf und die Bürgermeister einiger Nachbarstädte und -gemeinden: Henning Görtz aus Bargteheide, Horst Ansén aus Ammersbek und Thomas Schreitmüller aus Barsbüttel.

Bürgermeister gratulieren Bürgermeister: Henning Görtz, Bargteheide, Janhinner Voß, Großhansdorf, Horst Ansén, Ammersbek, und Thomas Schreitmüller, Barsbüttel.

Bürgermeister gratulieren Bürgermeister: Henning Görtz, Bargteheide, Janhinner Voß, Großhansdorf, Horst Ansén, Ammersbek, und Thomas Schreitmüller, Barsbüttel.

Wohlwollen ist zerbrechlich

Voß seinerseits betonte, wie wohl er sich in seinem Amt und bei den Menschen in der Gemeinde fühle: „Viele Großhansdorferinnen und Großhansdorfer haben mich in der Vergangenheit auf meinen Umzug (er zieht demnächst mit seiner Frau nach Norderstedt Anmerk. d. Red.) angesprochen. Es wurde nachgefragt, wie denn der Umbau läuft, was meine Schwiegermutter dazu sagt, ob ich viel selbst mache oder Firmen die Arbeiten erledigen, wo ich denn hinziehe und vieles andere mehr. Nicht ein einziges mal hörte ich Kritik, wohl ab und zu ein Bedauern, auch mal die Frage, ob das dann geht, ob ich dann noch mitbekomme, was den Ort beschäftigt, aber kein ‚das finde ich nicht gut‘. Eher noch ein ‚das ist ja schön für Ihre Schwiegermutter, das hätt‘ ich auch gern, dass meine Kinder näher bei mir wohnen‘. Ich weiß, dass dieses Wohlwollen zerbrechlich ist. Mache ich morgen eine Fehler, übermorgen den nächsten und danach noch einen, ist so ein Wohlwollensbonus auch schnell weg. Spätestens nach dem zweiten Fehler wird mindestens einer sagen ‚Und dann wohnt er nicht mal hier‘. Dass das so ist, weiß ich, aber dennoch freue ich mich sehr darüber, wie die Gemeindevertreterinnen und -vertreter und die meisten Einwohnerinnen und Einwohner mit mir umgehen“, erklärte Voß in seiner Rede.

Das sei keine Selbstverständlichkeit, es sei auch nicht so, dass Politik, Bürgermeister und Verwaltung nun immer einer Meinung seien. Aber es werde getrennt, die Sachdiskussion und das persönliche Miteinander. Und dafür sei er sehr dankbar, betonte Voß und bedankte sich bei Fraktionen und auch seinen Mitarbeitern im  Rathaus für die loyale und sachkundige Zusammenarbeit. Und weiter: „Ich versuche immer im Sinne der Gemeinde zu handeln.“

„Solidargemeinschaft bricht weg“

Kritisch merkte Voß an, dass die Solidargemeinschaft wegebreche: „Der Verein wird nicht als Bestandteil des Gemeindelebens betrachtet, sondern als Dienstleister, der eine Aufgabe zu erfüllen hat. Daher zahle ich auch meinen Beitrag, mit dem Rest habe ich nichts zu tun.“  Der Schiedsmann der Gemeinde berichtete ihm, dass eine große Zunahme bei den Schlichtungsverhandlungen da sei, fast immer mit Beteiligung von „Neuzugezogenen“. „Wir stellen fest, dass Heckenrückschnitt, Schneeräumen, sich um den Nachbarn kümmern, nicht mehr die Aufmerksamkeit erfährt, wie es sinnvoll wäre.“

Dennoch eines, das ist doch wohl klar, stellte er weiter fest: „Großhansdorf ist nicht nur schön, sondern funktioniert auch. Großhansdorf hat einen positiven Namen. Großhansdorf ist der Ort zum Wohlfühlen. Dafür werden wir, werde ich weiter arbeiten und freue mich auf spannende, abwechslungsreiche sechs Jahre. Mit Ihnen. Für den Ort.“

Ehrung dreier verdienter Gemeindevertreter: Andreas Costard, Gunter Nuppnau und Stefan Kehl (von links) bekommen die Verdienstmedaille der Gemeinde für zehn- bzw. 20-jährige Tätigkeit im Gemeinderat.

Ehrung dreier verdienter Gemeindevertreter und Bürger: Andreas Costard, Gunter Nuppnau und Stefan Kehl (von links) bekommen die Verdienstmedaille der Gemeinde für zehn- bzw. 20-jährige Tätigkeit im Gemeinderat.

„Einzigartige Gemeinde“

Nicht zu vergessen die drei Nebendarsteller: Andreas Costard, Stefan Kehl und Gunter Nuppnau waren nicht nur zum Gratulieren gekommen. Ihnen wurde auch gratuliert. Costard bekam für zehn Jahre Gemeindearbeit, unter anderem als Stellvertretender des Bau- und Umweltausschusses, die Ehrung in Bronze. Die Erinnerungsmedaille in Gold gab’s für Stefan Kehl . Er arbeitet seit 20 Jahren für die verschiedensten Ausschüsse, unter anderem als Vorsitzender im Finanzausschuss,  und ist seit 2008 zweiter stellvertretender Bürgermeister. Gold auch für Nuppnau: Zunächst war der SPD-Mann zehn Jahre in der Gemeindevertretung und verschiedenen Ausschüssen, seit 2003 ist er Bürgerliches Mitglied im Sozialausschuss. Auch sie betonten in ihren kurzen Dankesworten die angenehme Zusammenarbeit „in einer einzigartigen Gemeinde“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1 Kommentar

  1. Sabine Heinrich on

    Gleich vorweg: Ich bin weder verwandt noch verschwägert mit Herrn Jens Heinrich, habe ihn auch noch nicht persönlich kennengelernt.

    Ich gratuliere Herrn Voß zu seiner 3. Amtsperiode und möchte wiederholen, was ich neulich in einem anderen Blog etwa so geschrieben habe:
    „Ich bin froh, hier in Gh. auf der „Insel der Seligen“ zu sitzen – mit einem gradlinigen Bürgermeister, der wirklich für die Bürger da ist – und einer Kirche, die nicht durch ständige negative Schlagzeilen auf sich aufmerksam macht.“

    Alles Gute für die nächsten Jahre, Herr Voß!

    Sabine Heinrich

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