Vermittlung erfolgreich: Lotte kommt ins Paradies

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Großhansdorf (ve). Voller Vorfreude treten Sabine Molzahn und Hans-Dieter Herold auf das Gelände des Tierheimes Großhansdorf – und ihnen entgegen springt ein freudiger junger Hund, lässt sich begrüßen, streicheln, knuffen. Es ist die Dogge Lotte, die in erbärmlichem Zustand an einem Baum gefesselt aufgefunden worden war. Und das Ehepaar ist heute Morgen gekommen, um sie mit zu nehmen in ihr Dorf Altkalen mitten in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wird Lottes neues Zuhause sein, fast wie im Paradies.

Die Chemie stimmt von Beginn an: Sabine Molzahn und Hans-Dieter Herold mit Lotte.

Die Chemie stimmt von Beginn an: Sabine Molzahn und Hans-Dieter Herold mit Lotte.

„Wir haben einen 900 Quadratmeter großen Garten, dahinter fängt der Wald an, wir haben Hunde und Katzen und wir lieben Tiere“, erzählen die beiden frisch gebackenen Doggenbesitzer. Mehr noch: „Unser neuer Hund sollte ein Dogge sein, denn einen solchen Hund wünscht mein Mann sich schon seit langem“, sagt Sabine Molzahn.

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Es ist einer dieser Zufälle, bei denen alles zu passen scheint: „Wir nehmen nur alte Tiere aus dem Tierheim und geben ihnen ein neues Zuhause. Gerade ist unser kaukasischer Schäferhund verstorben, den haben wir übernommen, als er neun Jahre alt war“, erzählen sie. Nun geht Hans-Dieter Herold in den Ruhestand und so ist Platz und Zeit für einen neuen Hund – eine Dogge. „Diese Tiere haben so ein stattliches Erscheinungsbild“, sagt er.

Sabine Molzahn erzählt: „Ich hatte schon europaweit bei Tierheimen gesucht, als ich auf die Internetseite des Tierheims Großhansdorf gestoßen bin und Lotte gefunden habe. Die nehmen wir – war sofort klar.“

Julia Specht spielt noch ein bisschen mit Lotte, während Monika Ehlers vom Tierheim sich mit den neuen Besitzern unterhält.

Tierpflegerin Julia Specht spielt noch ein bisschen mit Lotte, während Monika Ehlers vom Tierheim sich mit den neuen Besitzern unterhält.

Drei Wochen ist das her, am vergangenen Wochenende gab es ein erstes Kennenlernen. Eine dreiviertel Stunde ist das Ehepaar mit der jungen Hündin durch den Wald spazieren gegangen. Und schnell war klar: „Wir mögen uns.“ Julia Specht, Tierpflegerin und Betreuerin von Lotte, stimmt zu: „Sie wird es richtig gut haben bei Ihnen, das merkt man.“

Kaum Misstrauen gegenüber den Menschen

Dazu trägt wohl auch Lotte bei, denn die freundliche Hündin sei im Umgang unkompliziert, berichtet Julia Specht: „Wir hatten vermutet, dass sie nach ihren Erfahrungen mit Menschen erst wieder Vertrauen aufbauen muss, aber das hat im Tierheim gerade einen Tag, dann wurde sie zutraulich.“

Eine aufregende Geschichte für das Tierheim Großhansdorf: "Hunderte Mails und Anrufe aus ganz Deutschland haben wir bekommen mit Hilfsangeboten. Jetzt können wir Lotte in gute Hände geben", sagen Vereinsvorsitzende Monika Ehlers und Tierpflegerin Julia Specht.

Eine aufregende Geschichte für das Tierheim Großhansdorf: „Hunderte Mails und Anrufe aus ganz Deutschland haben wir bekommen mit Hilfsangeboten. Jetzt können wir Lotte in gute Hände geben“, sagen Vereinsvorsitzende Monika Ehlers (rechts) und Tierpflegerin Julia Specht.

Strafanzeige wurde gestellt gegen Unbekannt, denn der Vorbesitzer hatte den Hund mitten im Wald an einen Baum gebunden, dort litt Lotte erbärmlich. Auf 30 Kilogramm war das Tier abgemagert. Monika Ehlers vom Tierschutzverein: „Wir verstehen so etwas nicht. Warum binden die Menschen ihre Hunde nicht bei uns an den Zaun? Wir werden nie ein Tier ablehnen, sondern es aufnehmen. Aber im Wald wäre Lotte gestorben.“

Heute wiegt Lotte 47 Kilogramm, „mehr darf sie auch nicht haben“, warnt Julia Specht scherzend die Neubesitzer. Ihr fällt der Abschied von Lotte schwer, „wir haben viel erlebt mit Lotte in den vergangenen Monaten.“ Und das herzliche Spielen der beiden, das den Abschiedsbesuch heute begleitet hat, zeigt ihre Freundschaft.

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