Landesregierung legt Arbeitsmarktprogramm vor: „Über 240 Millionen Euro für mehr Beschäftigung, Fachkräfte und Inklusion“  

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Kiel (bz/pm).  Mehr Beschäftigung und neue Fachkräfte, mehr soziale Inklusion und Armutsbekämpfung, mehr Investitionen in Bildung und lebenslanges Lernen. Das sind die Eckpfeiler des neuen Arbeitsmarktprogramms der Landesregierung, das Arbeitsminister Reinhard Meyer heute in Kiel vorgestellt hat und das in den kommenden sieben Jahren mit knapp 89 Millionen Euro von der EU über den Europäischen Sozialfonds (ESF) getragen wird.

Foto:Dieter Schütz/pixelio.de

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Nach Angaben von Meyer stehen zusammen mit ergänzenden Landesmitteln in Höhe von 64 Millionen Euro und Geldern der Agentur für Arbeit sowie von privaten Trägern insgesamt 240 Millionen Euro für die Arbeitsmarktpolitik bis 2020 zur Verfügung. „Damit sind wir gewappnet für die Herausforderungen auf dem jetzigen und dem künftigen Arbeitsmarkt: Der Sicherung und Gewinnung von Fachkräften, der Unterstützung bei der Integration von Menschen, die es besonders schwer haben, in den ersten Arbeitsmarkt zu kommen und der Förderung des Potentials junger Menschen“, sagte der Minister

Soziale Inklusion

Das Arbeitsmarktprogramm setzt auf drei thematische Schwerpunkte: die Förderung der Beschäftigung und Mobilität der Arbeitskräfte, wofür bis 2020 knapp 30 Millionen Euro ESF-Mittel zur Verfügung stehen, die soziale Inklusion und die Bekämpfung der Armut, die mit 18 Millionen Euro unterstützt werden und Investitionen in Bildung, Kompetenzen und lebenslanges Lernen, für die das Land rund 44 Millionen Euro aus dem ESF einsetzen wird.

Meyer erinnerte daran, dass im April und Mai die ersten Ideenwettbewerbe für Projekte ausgerufen wurden und bereits erste Förderentscheidungen gefallen seien: So sei vor allem der Ideenwettbewerb „Neue Wege in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung“ mit insgesamt 37 Anträgen aus allen Regionen des Landes auf große Resonanz gestoßen. Neben erfahrenen Projektträgern habe es dabei auch zahlreiche neue Antragsteller gegeben. Dabei geht es um Angebote, in denen Langzeitarbeitslose im Alter von über 25 Jahren durch intensive Begleitung stabilisiert, qualifiziert und durch gezielte Unterstützung in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden sollen.

Wiedereingliederung Alkoholkranker

Als weitere Beispiele für kreative Projektansätze nannte Meyer die Wiedereingliederung Alkoholkranker in den Arbeitsmarkt nach stationärer Entgiftung, die Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, besondere Maßnahmen für Migrantinnen und Migranten und junge Männer zwischen 25 und 35 sowie Angebote für Berufsrückkehrerinnen und Alleinerziehende mit umfangreichen Kinderbetreuungsangeboten.

Ab August starten zunächst zehn Förderangebote mit zweijähriger Laufzeit, Anfang 2015 beginnen dann weitere sechs Projekte. Bereits angelaufen ist das Projekt „Beratungsstellen Frau und Beruf“. Meyer: „Die Beratungsstellen sollen dabei stärker als bisher zur Aktivierung von Beschäftigungspotentialen von Frauen beitragen, mit besonderem Augenmerk auf bislang nicht erwerbstätige und nicht arbeitssuchende Frauen. Insgesamt werde es in Schleswig-Holstein acht Beratungsregionen mit mindestens jeweils einer festen Beratungsstelle und regelmäßigen lokalen Beratungsangeboten an unterschiedlichen Orten geben. Dabei sei eine gute Mischung aus bisherigen Trägern mit Erfahrung und neuen Trägern sichergestellt, so Meyer. Insgesamt werden die Beratungsstellen zunächst bis Ende 2015 mit rund 1,3 Millionen Euro Landes- und ESF-Mitteln gefördert.

Offizielle Auftaktveranstaltung zur neuen Förderperiode

Meyer wies darauf hin, dass die offizielle Genehmigung des ESF-Programms für Schleswig-Holstein durch die EU noch ausstehe, er aber im Herbst damit rechne. Um Förderlücken zu vermeiden, habe sich das Land dazu entschieden, schon vor der offiziellen Programmgenehmigung eine Reihe von Vorhaben auf den Weg zu bringen. „Wenn es nötig wird, finanzieren wir die Projekte in den ersten Monaten aus Landes- und privaten Mitteln vor“, so Meyer. Die offizielle Auftaktveranstaltung zur neuen Förderperiode findet am 26. September in Kiel statt. Dabei werden Vereine, Verbände, Organisationen und Träger sowie alle Interessierte über die Förderangebote und die Förderbedingungen des Landes informiert.

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