Teilhabebeirat hat ein Ziel: Ziel: Mehr Jobs für Menschen mit Behinderung

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Ahrensburg/Kiel (ve/pm). Arbeitssuchende Menschen mit Behinderung und potentielle Arbeitgeber finden weiterhin nur schwer zueinander. Dabei herrscht auf beiden Seiten grundsätzlich große Bereitschaft. In der Praxis fehlt es aber häufig an Informationen, zudem sind die bürokratischen Hürden schwer zu überwinden. Dies war ein Ergebnis einer Tagung des Teilhabebeirats des Landes, wie es das Sozialministerium des Landes mitteilt.

Inklusion: Der Weg in den ersten Arbeitsmarkt hat nicht nur Barrieren aus Stein, wie auf einer Tagung jetzt deutlich wurde. Foto:www.dasdenkeichduesseldorf.wordpress.com/pixelio.de

Inklusion: Der Weg in den ersten Arbeitsmarkt hat nicht nur Barrieren aus Stein, wie auf einer Tagung jetzt deutlich wurde.
Foto:www.dasdenkeichduesseldorf.wordpress.com/pixelio.de

Diese Schwierigkeiten auf dem so genannten ersten Arbeitsmarkt wurde auch kürzlich bei den Stormarner Werkstätten in Ahrensburg formuliert, die ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert hat. „Es wird sicher noch eine Generation dauern, bis die Inklusion richtig erfolgen kann“, vermutete Werkstattleiter Frank Michelsen. Probleme, die er benannte – Bürokratie, Berührungsängste -, waren auch Schwerpunkt der Tagung des des Teilhabebeirats.

Rund 80 Personen diskutierten bei der Tagung in Kiel, wie ein inklusiver Arbeitsmarkt zu erreichen sei. Beteiligt waren Unternehmen ebenso wie Menschen mit Behinderung, aber auch Abgesandte aus Politik und Verwaltung, Bundesagentur für Arbeit, Rentenversicherung und Wohlfahrtsverbänden. Der Teilhabebeirat, der die Landesregierung in Fragen der Politik für Menschen mit Behinderung berät, sieht das Thema „Inklusion im Arbeitsleben“ angesichts des Fachkräftemangels als ein Kernfeld an.

„Es ist erfreulich, dass über das gemeinsame Ziel der Inklusion Konsens herrscht“, sagt Günter Ernst-Basten, Vorsitzender des Teilhabebeirats. „Es fehlt nur manchmal an Lotsen und Übersetzern, die alle Beteiligten zusammenbringen und helfen, Berührungsängste abzubauen.“ Das Ziel sei, Arbeitsplätze zu schaffen, in denen Menschen mit eingeschränkter Kompetenz betriebswirtschaftlich sinnvolle Tätigkeiten erledigen.

„Angesichts der Arbeitsverdichtung, die in allen Branchen zu beobachten ist, kann es für Firmen wichtig sein, Fachkräfte von Routinetätigkeiten zu entlasten – hier können Menschen mit Behinderung einen wertvollen Beitrag leisten“, so Ernst-Basten. Gleichzeitig würden die Sozialsysteme profitieren, wenn mehr Menschen mit Behinderung einer Lohnarbeit nachgehen, statt Transferleistungen zu beziehen.

Sozialministerin Kristin Alheit betonte: „Jeder Mensch hat das Recht auf einen Arbeitsplatz. Wir wollen gemeinsam dazu beitragen, dass dieses Recht für Menschen mit und ohne Behinderung verwirklicht wird.“

Die Gäste der Tagung sahen Probleme vor allem in der Bürokratie, heißt es in der Mitteilung: So sind oft mehrere Kostenträger und Ansprechpartner zuständig. Arbeitgeber wünschten sich dauerhafte und verlässliche Unterstützung. Im Gegenzug forderten Menschen mit Behinderung ein Rückkehrrecht in Werkstätten, um bei einem Scheitern auf dem ersten Arbeitsmarkt abgesichert zu sein.

Beide Seiten plädieren für eine formale Anerkennung von Teilausbildungen, bei denen Menschen mit Behinderung Prüfungen für einzelne Arbeitsgänge ablegen können. Viele Probleme ließen sich lösen, wenn alle Seiten gesetzliche Spielräume ausnutzten, hieß ein Fazit.

Thematisiert wurde auf der Tagung laut Sozialministerium die Rolle der Werkstätten, die auch in Zukunft wichtig für die Beschäftigung von Menschen mit schweren und schwersten Behinderungen seien. Ulrich Hase, Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderung und Mitglied des Teilhabebeirats, nannte als Erfolg der Tagung, dass alle Seiten gleichberechtigt diskutiert hätten. „Inklusion entwickelt sich nur durch das Miteinander“, so Hase.

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