IHK: Die meisten Gründungen gibt es im Hamburger Umland

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Ahrensburg/Lübeck (ve/pm). Im Bezirk der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck entwickelte sich die Zahl der Existenzgründungen im vergangenen Jahr positiv. „Die Intensität lag über dem Durchschnitt des gesamten Bundesgebietes. Wir haben gegen den Trend eine zwar langsame, aber deutliche Erholung nach einem Einbruch der Zahlen im Jahr 2012 registriert“, betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning.

Erstmalig hat die IHK zu Lübeck das Gründungsgeschehen über fünf Jahre dokumentiert und analysiert. Ein Ergebnis für den untersuchten Zeitraum 2009 bis 2013 sind zum Teil deutliche Unterschiede der Gründungsszene in der Hansestadt Lübeck sowie in den Kreisen Ostholstein, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg. Der Analyse zufolge sind die Zahl und die Intensität der Gründungen in den Kreisen Segeberg und Stormarn am höchsten, in Lübeck dagegen ist die Intensität am niedrigsten.

Existenzgründungen schaffen Arbeitsplätze

Ziel der Untersuchung war es, die Bedeutung der Existenzgründungen für die Wirtschaft zu belegen. „Sie fördern Innovationen sowie den Wettbewerb und schaffen Arbeitsplätze“, so Schöning. Das lässt sich auf der Basis der vorliegenden Zahlen eindeutig belegen: „Die Gewerbeanmeldungen in unserem Bezirk übersteigen kontinuierlich die Abmeldungen. Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse der Analyse und damit eine Grundlage für das Wirtschaftswachstum in der HanseBelt Region.“

Eine besondere Aufmerksamkeit haben die IHK-Experten auf die regionale Entwicklung der Gründerszene in den einzelnen Kreisen gelegt. „Die Kreise Segeberg und Stormarn sind die stärksten Kreise bei der Gründung. Das entspricht dem Trend im Hamburger Umland, denn rund 50 Prozent unserer Mitglieder haben ihren Sitz in den beiden Kreisen“, sagt Nils Thoralf Jarck, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck und federführend bei der Beratung Existenzgründung und Unternehmensförderung der IHK Schleswig-Holstein.

Eine große Rolle spielt mittlerweile die Gemeinsame Geschäftsstelle der IHK zu Lübeck und der Handelskammer Hamburg in Norderstedt. „Im regionalen Vergleich hat sich die Zahl der Beratungen für Existenzgründer in Norderstedt stetig nach oben entwickelt. Wir erwarten dort einen weiteren Anstieg mit der weiter steigenden Bekanntheit der erst Ende 2010 gegründete Geschäftsstelle“, so Jarck.

Marktbeständigkeit der Neugründungen: 67 Prozent

Insgesamt haben im untersuchten Zeitraum rund 78,9 Prozent der jungen Selbstständigen ein Kleingewerbe oder eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet. Die Marktbeständigkeit bei dieser Gruppe liegt immerhin bei 67 Prozent. Bei den Firmen mit Eintrag im Handelsregister waren am Ende 2013 noch knapp 85 Prozent am Markt. „Viele Kleingewerbetreibende gründen aus der Arbeitslosigkeit heraus oder wegen drohender Erwerbslosigkeit“, sagt Jarck. „Viele dieser Gründer geben ihr Gewerbe auf, weil sie zum Beispiel eine feste und sichere Anstellung finden.“ Bei den ins Handelsregister eingetragenen Firmen sei das anders, da diese sich zügig im Markt etablierten und Mitarbeiter einstellten. „So eine Position gibt kein Unternehmer ohne Grund auf“, erläutert der stellvertretende Hauptgeschäftsführer.

Ausnahmen gebe es nur bei einer Verschlechterung der Rahmenbedingungen für Gründer. „Das war vor zwei Jahren der Fall, als die Agentur für Arbeit den Gründungszuschuss reformierte. Diese Entscheidung führte zu einem deutlichen Einbruch bei den Gründungen“, erläutert Schöning. Allerdings gab es schon im vergangenen Jahr deutliche Zeichen einer langsamen Erholung.

Steuern, Bürokratie, Kreditwesen: Da geht noch was

Die IHK zu Lübeck wird sich als Selbstverwaltung und Interessenvertretung der regionalen Wirtschaft weiterhin für ein positives Gründerklima in der HanseBelt Region einsetzen. „Damit es sich lohnt und viele innovative Menschen motiviert, Unternehmer zu sein, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Außer einem einfachen und gerechten Steuersystem sind eine schlanke Bürokratie und besonders der Zugang zu finanziellen Mitteln unumgänglich“, sagt Schöning.

Der Hauptgeschäftsführer führt die Erfolge bei der Existenzgründung auch auf das insgesamt gute Beratungsangebot in Schleswig-Holstein zurück. Jarck: „Wir bieten an allen Standorten die Möglichkeit zur ersten Information und persönlichen Kontakt. Darüber hinaus beraten die Förderlotsen der Investitionsbank Schleswig-Holstein Interessenten jederzeit, auch zu speziellen Landesförderprogrammen.“

Am Mittwoch, 20. August 2014, erhalten Interessenten von 9 Uhr bis 13 Uhr in der Geschäftsstelle Norderstedt einen Einblick in die wichtigsten Aspekte für die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit. Nähere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.ihk-schleswig-holstein.de, Dokumentennummer 3381 oder unter 0451 6006-0.

Aktuelle Meldungen finden Sie im Newsroom der IHK zu Lübeck www.ihk-schleswig-holstein.de/newsroom-ihkluebeck.

Quelle: IHK zu Lübeck

Beitragsbild: IHK zu Lübeck (Hl)

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