Reinbek: Erst Benzin gestohlen, dann Verfolgungsjagd – und dann bei schwerem Unfall verletzt

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Reinbek (ve/pm). Ein junger Autofahrer verlor gestern Nachmittag in der Kreuzung Möllner Landstraße / Stemwarder Straße auf der Flucht vor der Polizei die Kontrolle über seinen Wagen. Er prallte an einer Kreuzung gegen einen Ampelmast und ein Junge, der an der Kreuzung stand, blieb glücklicherweise unverletzt.

Die Verfolgungsjagd ging von Trittau bis nach Neuschönningstedt. Gegen 13.30 Uhr meldete sich der Tankstelleninhaber der Tankstelle in der Hamburger Straße in Trittau bei der Polizei. Soeben hatte ein junger Autofahrer, unterwegs mit einem Audi A3 mit Ratzeburger Kennzeichen, für 139 Euro zwar getankt, aber war ohne zu bezahlen über die Hamburger Straße in Richtung Grande weggefahren. Daraufhin ergabe sich eine regelrechte Verfolgungsjagd: Insgesamt neun Streifenwagenbesatzungen nahmen die Fahndung nach dem Audi A3 auf.

Flucht vor neun Streifenwagen

Gegen 13.35 Uhr entdeckten Beamte aus Glinde den Audi A3 in Höhe des Reinbeker Ortsteils Büchsenschinken in Fahrtrichtung Neuschönningstedt. Nachdem der Fahrer des Audi, ein 26-jährige Reinbeker, die Polizei sah, gab er Gas und floh mit hoher Geschwindigkeit auf der Möllner Landstraße in Richtung Reinbek/Neuschönningstedt.

Im Bereich der Kreuzung Möllner Landstraße / Stemwarder Straße verlor er bei dem Versuch, nach rechts in die Stemwarder Straße abzubiegen, die Kontrolle über den Wagen. Er prallte mit dem Audi gegen eine Ampel der Abbiegespur, schleuderte dann über den Gehweg und kam letztlich neben der Fahrbahn zum Stehen. Eine wahrhafte Schrecksekunde und viel Glück im Unglück hatte ein zehnjähriger Schüler. Zur Unfallzeit wartete er auf der anderen Seite des Fußgängerüberwegs. Er blieb unverletzt. Der Audi war nur wenige Meter von ihm entfernt an ihm vorbeigeschleudert.

Der Motor fing Feuer

Zudem fing der Motor des Wagens plötzlich an zu brennen. Die Beamten holten den jungen Mann sofort aus dem Wagen heraus. Er war zunächst nicht ansprechbar. Die Freiwillige Feuerwehr löschte den Brand und streute anschließend noch die ausgelaufenen Betriebsstoffe ab.

Der Verletzte musste mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Er wurde bereits nach der Untersuchung am späten Nachmittag wieder entlassen. Er galt mit einer Schädelprellung als leicht verletzt. An seinem Wagen, der von der Polizei zunächst als nicht gestohlen eingeschätzt wurde, entstand ein wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von etwa 8.000 Euro. Der Ampelmast war erheblich beschädigt. Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei behoben den Schaden.

Gestohlenes Benzin, gestohlenes Fahrzeug

Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass die Kennzeichen an dem Audi am 8. August 2014 im Bereich Aumühle als entwendet gemeldet worden waren. Die Kennzeichen des Fahrzeuges wiederum wurden für einen Volvo ausgegeben. Die richtigen Kennzeichen für den Audi fanden die Beamten bei der Durchsuchung des Wagens. Des Weiteren entdeckten sie noch zwei vollgetankte Kanister mit einer Kraftstoffmenge von etwa 35 Litern im Kofferraum.

Hinweise auf Alkohol- und Betäubungsmittelkonsum lagen nicht vor. Die Beamten beschlagnahmten den Führerschein des Fahrers. Er wird sich nun wegen des Verdachts des Betrugs und der Gefährdung des Straßenverkehrs sowie des Verdachts des Kennzeichendiebstahls verantworten müssen. Die Polizei prüft derzeit, ob der 26-Jjährige noch für weitere Tankbetrügereien mit dem entwendeten Kennzeichen als Tatverdächtiger infrage kommt.

Den Kreuzungsbereich sperrten die Beamten ab 13.50 Uhr voll ab. Den Verkehr leiteten sie über die Straße Oher Weg ab. Gegen 14.30 Uhr war die Unfallstelle wieder geräumt.

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1 Kommentar

  1. Anna Burmeister on

    Ich will ja nicht die Tat gutheissen, aber ich finde eine wilde Verfolgungsjagd mit 9 Streifenwagen im Stadtgebiet völlig unverantwortlich und unverhältnismäßig. Ich würde mich auf jeden Fall bedanken, wenn ich schwer verletzt werden würde, weil jemand für 150 EUR Benzin gestohlen hat und das nun unbedingt sofort und um jeden Preis geahndet werden soll. Spätestens wenn man sieht dass der Fahrer unverantwortlich Gas gibt, sollte sich die Polizei meines Erachtens auf die verbleibenden Möglichkeiten der Strafverfolgung zurückziehen und keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährden. Dass der Fahrer in dem Fall natürlich vorher Unrecht begangen hat, steht da m.E. auf einem anderen Papier, da sollte aber die Verantwortung für andere Menschen erstmal im Vordergrund stehen.

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