Offener Brief zum ökumenischen Gottesdienst der 700 Jahr-Feier

0

Offener Brief an die Ahrensburger Religionsgemeinschaften, an die Stadt Ahrensburg als Veranstalter der Großen Jubiläumsfeier 700 Jahre Ahrensburg und an die Pressemedien von Hans Peter Weiß,Netzwerk Migration und Integration

Warum öffnen sich die christlichen Gemeinden in Ahrensburg nicht dem gemeinsamen Gebet mit anderen Glaubensgemeinschaften?

700 Jahre Ahrensburg – und 1 Jahr davon im Zeichen des „Engels der Kulturen“. Dieser „Engel der Kulturen“ sollte ein Zeichen für die kulturelle und auch religiöse Offenheit und das integrative Zusammenleben aller Menschen in Ahrensburg sein – in gleicher Wertschätzung der verschiedenen kulturellen, Glaubens orientierten oder sonstigen Wurzeln, die zu den wesentlichen Menschenrechten gehören.
Betroffen nehme ich wahr, dass es anlässlich der zentralen Veranstaltung zum 700-Jahrjubiläum Ahrensburgs kein interreligiöses Gebet oder Ähnliches gibt, sondern nur einen ökumenischen Gottesdienst der Ahrensburger Kirchengemeinden. Warum nicht mit unseren jüdischen Mitbürgern, deren Gemeinde in besonderer Weise zur Geschichte Ahrensburgs gehört? Warum nicht mit unseren islamischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die ihrer Zahl nach kleineren christlichen Gemeinschaften nicht nachstehen?
Warum öffnen sich die christlichen Gemeinschaften in Ahrensburg nicht dem gemeinsamen Gebet mit den Menschen anderer Glaubensgemeinschaften, obwohl grade dieses gemeinsame Beten für den Frieden bei uns und in der Welt so notwendig wäre?
Die Beschränkung auf die christliche Ökumene stellt durchaus eine menschlich und Gruppen bezogen ausgrenzende Diskriminierung dar! Anders verhält sich die islamische Kulturgemeinde, die den „Tag der offenen Moschee“ am 03. Oktober explizit unter das Zeichen des „Engels der Kulturen“ stellt und alle Menschen zum Gespräch mit einander und darüber hinaus auch zum gemeinsamen Beten einlädt.
Ich hoffe es gelingt noch im Laufe des Jubiläumsjahres in Ahrensburg ein gemeinsames interreligiöses Treffen aller Religionsgemeinschaften unter dem Zeichen des „Engels der Kulturen“ zu erreichen. Es wäre ein wichtiges Zeichen für das Vorurteils freie, vertrauensvolle und einander achtende friedliche Zusammenleben, dessen unablässige Pflege eine der wichtigsten Aufgaben aller Religionsgemeinschaften im Dienste der Menschen ist.

Hans Peter Weiß

image_pdfimage_print
Teilen.

Kommentieren