Bad Oldesloe: Praktikanten im Kreisarchiv Stormarn

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Stormarn (je/pm). Wie sieht eigentlich der Berufsalltag eines Archivars aus? Ist er den ganzen Tag im Keller und sortiert Akten? So jedenfalls ein geläufiges Klischee über den Beruf. Zwei Geschichtsstudenten aus Hamburg und Freiburg wollten genau wissen, wie Archivare arbeiten und absolvierten ein Praktikum im Kreisarchiv Stormarn.

Praktikum im Kreisarchiv: Zwei Geschichtsstudenten sortieren und recherchieren im Kreisarchiv. Foto: pm_Kreis Stormarn

Praktikum im Kreisarchiv: Zwei Geschichtsstudenten sortieren und recherchieren.
Foto: Kreisarchiv Stormarn

Der Hamburger Geschichtsstudent Jan Kühne hatte zuvor bereits im Staatsarchiv in Hamburg gearbeitet. Die Freiburger Geschichtsstudentin
Judith Bruskowski ging mit wenigen Vorkenntnissen in das Praktikum.
Die erste Überraschung: Entgegen der geläufigen Vorstellungen findet ein
Großteil der Archivarbeit nicht im Keller, sondern in hellen Büroräumen
statt. Archivgut wird nach oben in die Büros geholt und dort bearbeitet.

Vielfältige Aufgaben im Archiv

Jan Kühne erfasste Plakate von Wahlen, Kunstausstellungen, Kinofilmen
oder Konzerten Stormarns in einer Liste, um später einen leichten Zugriff
zu haben. Judith Bruskowski bearbeitete Bauakten in der Archivdatenbank.
Diese sollen später digitalisiert werden. Bevor jedoch im Archiv mit der Durchsicht von Unterlagen begonnen wird, müssen diese zunächst verpackt werden, um sie vor Zerfall zu schützen. Für die Studenten war die Arbeit mit Originalquellen spannend.

Neben der internen Arbeit für die Kreisverwaltung beschäftigt sich das
Kreisarchiv Stormarn auch mit der Bereitstellung von Informationen.
Zur Zeit laufen im Kreisarchiv die Vorbereitungen für das Stormarn
Lexikon Online. Zum 150-jährigen Kreisjubiläum 2017 sollen die Informationen frei im Internet zu finden sein. Dafür recherchierten die beiden Praktikanten zu Bürgermeistern, Denkmälern, Künstlern und kulturellen Veranstaltungen und nahmen diese in eine Vorschlagsliste auf.

Kreisarchivar Stefan Watzlawzik war nicht nur an einer praktischen Einführung in seine Arbeitswelt interessiert. Er organisierte auch Termine in anderen Archiven, um einen den beiden Studenten einen umfassenden Einblick in den Beruf zu ermöglichen. Das Niedersächsische Landesarchiv in Stade sowie das Stadtarchiv in Lübeck wurden besichtigt.

Die Praktikumszeit verging dank der vielfältigen Aufgaben sehr schnell
und Jan Kühne wie Judith Bruskowski nehmen mit vielen neuen Eindrücken
ihr Geschichtsstudium wieder auf. Beide ziehen in ihren Abschlussberichten ein positives Resümee über ihre Zeit im Kreisarchiv.

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