Heuballenbrand in Reinbek: „Der größte Einsatz der vergangenen Jahre“

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Stormarn (ve/pm). Für die Kameradinnen und Kameraden war es ein Einsatz, der über 24 Stunden dauerte, bis nach Hamburg war die Rauchwolke zu sehen: Am Sonntag hatten in Reinbek Heuballen gebrannt, bis Montagabend waren Feuerwehren im Einstz vor Ort. Die Kreisfeuerwehr zieht heute nach dem Brand eine deutliche Bilanz: „Dieser Brand war eine der größten Herausforderungen der letzten Jahre.“

Alle Fotos: O.Heydasch/Kreisfeuerwehrverband

Foto: O.Heydasch/Kreisfeuerwehrverband

Im Reinbeker Ortsteil Silk stand am Sonntag eine riesige Quaderballen-Heumiete in Vollbrand. Gegen 15.50 Uhr hatten Spaziergänger am Bille-Wanderweg starke Rauchentwicklung bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Als wenig später erste Kräfte aus Schönningstedt und Ohe am Brandort an der Sachsenwaldstraße zwischen Schönningstedt und Aumühle eintrafen, stand am Rande einer frisch bestellten Ackerfläche eine sieben mal 40 Meter große und 7,20 Meter hohe Heumiete mit 800 Quaderballen im Vollbrand.

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Die Flammen loderten meterhoch und drohten auf ein benachbartes Strohlager mit weiteren 600 Ballen Stroh und einen Grünzug am Bille-Wanderweg überzugreifen. Die mehrere hundert Meter hohe Rauchsäule über dem Brandort war bis in die östlichen Teile Hamburgs zu sehen und sorgte auch bei der Hamburger Feuerwehr für Nachfragen besorgter Bürger. In enger Abfolge wurden die Feuerwehr Reinbek, und  aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg die Wehren Aumühle und Wohltorf nachalarmiert, berichtet Otto Heydasch, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes.

Um den gefährdeten Grünzug  vor einem Übergreifen des Feuers zu sichern, wurden geringe Mengen Schaumlöschmittel eingesetzt.  „Wir hatten zunächst einen schmalen Schaumteppich zwischen Miete und Gehölz ausgebracht“, ergänzt Einsatzleiter Oliver Selke, stellvertretender Gemeindewehrführer in Reinbek. Diese Taktik ging auf. Ein breiter Knickstreifen mit Laubbaumbestand konnte so gehalten werden. Die Hoffnungen, die Heuballen vor Totalverlust zu bewahren, erfüllten sich hingegen nicht. Trotz des massiv geführten Löschangriffs gelang es den Kräften nicht der Flammen habhaft zu werden. Es wurde schließlich beschlossen, die Miete kontrolliert abbrennen zu lassen.

Foto: O.Heydasch/Kreisfeuerwehrverband

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Zu diesem Zeitpunkt waren etwa 160 Einsatzkräfte mit zwölf Lösch- und acht Hilfsfahrzeugen in dem Einsatz eingebunden. Wegen der starken Rauchentwicklung wurden die Lösch- und Sicherungsarbeiten am Brandort unter Atemschutz vorgenommen. Bis Mitternacht waren 35 Trupps unter Atemschutz eingesetzt. In der Nacht rückten zur Unterstützung der Feuerwehren die THW-Fachgruppen „Räumen“ und „Beleuchtung“ aus Ahrensburg und Lübeck an. Der Brandort wurde großflächig ausgeleuchtet.

Mit einem Rad-Lader des Technischen Hilfswerks wurde begonnen die brennenden Heuballen auseinander zu ziehen. „Das Feuer haben wir unter Kontrolle; gelöscht sind die Flammen jedoch noch nicht“, sagte Einsatzleiter Selke kurz nach Mitternacht. Inzwischen war auch das DRK zur Versorgung der Einsatzkräfte am Brandort eingetroffen. Auch während der Nacht waren die Reinbeker Ortswehren mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks (THW) damit beschäftigt, die riesigen Quaderballen auseinander zu reißen, um das kontrollierte Abbrennen zu gewährleisten.

Sukzessive konnte die Mehrzahl der zeitweise über 160 eingesetzten Kräfte in der Nacht zwar aus dem Einsatz entlassen werden, zum Schutz des nahen Grüngürtels, der eingesetzten Großgeräte und zum Wässern des Heus, musste Löschwasser in großen Mengen auch weiterhin vorgehalten werden. „Für die kontinuierliche Löschwasserversorgung sorgten seit Einsatzbeginn eine tragbare und zwei fahrzeuggebundene Pumpen (LF6/TLF16)“, sagte Claus Brettner, Wehrführer in Schönningstedt, der die Einsatzleitung später von Oliver Selke übernommen hatte.

Ein „Abspannen“ gab es auch am Montagvormittag noch nicht. Die Heuballen waren trotz intensiver Bemühungen immer noch nicht gelöscht. Weiterhin stand eine weit sichtbare Rauchsäule über der Einsatzstelle. Dichter Rauch zog  über die Stadt Reinbek hinweg. Bis Montagabend waren noch 30 Kräfte mit drei Radladern, einem Kettenbagger und zwei Teleskopladern damit beschäftigt, das noch immer brennende Heu zu bergen und abzulöschen. Die Feuerwehr hatte weiterhin einen Wasserwerfer und eine Vielzahl von Strahlrohren im Einsatz. Die Kameradinnen und Kameraden mussten wegen der starken Rauchentwicklung unter Filtermasken arbeiten. Am Montag um 17.35 Uhr konnte Brettner der Leistelle Süd (IRLS) in Bad Oldesloe endlich „Feuer aus! Abspannen!“ melden.

26 Stunden nach Einsatzbeginn war das brennende Heu der Miete auf 7.000 Quadratmeter Ackerfläche verteilt und auch die letzten Glutnester gelöscht. Die Aufräumungsarbeiten und die Verlastung der eingesetzten Gerätschaften auf die Fahrzeuge dauerten bis in Abendstunden an.

Heydasch: „Von der Manpower, der langen, ununterbrochenen Präsenz am Einsatzort und den logistischen Anforderungen her dürfte dieser Heuballenbrand für die Feuerwehr im Kreis Stormarn eine der größeren Herausforderungen der letzten Jahre gewesen sein.“

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