Tierschutz: So helfen Sie Igeln im Herbst

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Großhansdorf (je/pm). Im Herbst rüsten sich die Igel für den Winterschlaf. In den ersten Frosttagen wandern viele Igel noch im Freien umher. Oft sorgen sich Tierfreunde um die scheinbar hilflosen Tiere. Doch der Tierschutz warnt: Nur in Ausnahmefällen sind die stacheligen Tiere auf menschliche Hilfe angewiesen.

Der Igel sucht sich im Herbst ein Plätzchen für seinen Winterschlaf. Foto: S.S.Singler, pixelio.de

Der Igel sucht sich im Herbst ein Plätzchen für seinen Winterschlaf.
Foto: S.S.Singler, pixelio.de

Der Tierschutz Ahrensburg-Großhansdorf empfiehlt Tierfreunden, sich beim Tierarzt oder im Tierheim zu informieren, bevor sie einen Igel voreilig in Pflege nehmen. Die Stacheltiere fühlen sich in naturnah gestalteten Gärten mit Büschen, Hecken und Herbstlaub wohl, die Nahrung und Unterschlupf bieten.

Ein Igel im Garten

Wer im Herbst einen Igel in seinem Garten entdeckt, sollte ihn zunächst aus sicherer Entfernung beobachten. Nur stark untergewichtige, verletzte oder kranke Igel benötigen Hilfe. Zu erkennen sind sie daran, dass sie am Tag herumliegen, mager sind und sich apathisch verhalten. Auch Tiere, die noch bei Dauerfrost oder geschlossener Schneedecke draußen herumlaufen, sind meist krank oder geschwächt. Oft sind es Jungtiere, die zu spät geboren wurden, um sich noch ein ausreichendes Winterfettpolster anzufressen.

Igel, die im November noch deutlich unter 600 bis 700 Gramm wiegen, haben ohne Zufütterung kaum eine Überlebenschance. Bei einem solchen geschwächten Igel gilt: Vorsichtig aufnehmen, zum Tierarzt bringen oder in die Obhut eines Tierheimes geben. Dort gibt es auch Tipps für die weitere Behandlung und besonders für die Nahrungsauswahl. Falsche Ernährung kann für Igel gefährlich werden. Ein gut gemeintes Schälchen warme Milch am Morgen kann dem Igel den Tod bringen.

Gartenbesitzer, die Igeln Unterschlupf bieten möchten,  sollten das im Herbst anfallende Laub in den Anlagen und auf den Beeten liegen lassen. Dieser natürliche Mantel dient vielen Tieren als Winterquartier. Ein igelgerechter Garten hat darüber hinaus Durchgänge zu anderen Gärten, denn Igel durchstreifen auf ihrer Nahrungssuche große Gebiete.

Gartengeräte sollten nur vorsichtig eingesetzt werden. Vor allem die in den letzten Jahren immer beliebteren Laubsauger und –bläser stellen eine Gefahr für Igel dar. Kleinere Igel können eingesaugt und getötet werden. Außerdem entfernen die Geräte nicht nur Laub, sondern auch Insekten, Würmer und Weichtiere, die dem Igel als Nahrung dienen. Rechen sind demgegenüber die igelfreundlicheren Alternativen. So finden die Stacheltiere genug Nahrung und können im Laub ein geschütztes und warmes Nest anlegen und den Winter ganz einfach verschlafen.

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