Tödlicher Unfall auf der Autobahn 1: Stahlträger bohrte sich in das Fahrzeug

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Rethwisch (jeb). Ein dänischer Autofahrer (27) ist am Montagmorgen bei einem schweren Verkehrsunfall in Höhe der Anschlussstelle Bad Oldesloe auf der Autobahn 1 ums Leben gekommen. Der 27-jährige Mann aus Aarhus fuhr gegen 6.30 Uhr mit seinem Suzuki Ignis auf der Autobahn 1 von Hamburg in Richtung Lübeck. Ein 31-jähriger Hamburger fuhr zu dieser Zeit mit dem Audi A4 seines Vaters hinter dem Dänen. Beide waren auf dem linken Fahrstreifen mit normaler Geschwindigkeit unterwegs. Genau an der AS Bad Oldesloe wird wegen der Baustelle die A1 verschwenkt. Aus diesem Grund stehen pro Richtung nur jeweils zwei Fahrstreifen zur Verfügung.

Das Auto und der junge Mann wurde von einem Stahlträger regelrecht aufgespießt. Foto:J.Burmester

Das Auto und der junge Mann wurde von einem Stahlträger regelrecht aufgespießt.
Foto:J.Burmester

Der 27-jährige Däne wechselte hinüber auf den rechten Fahrtstreifen, erkannte aber offenbar, dass ein Auto von der AS Bad Oldesloe auf den Beschleunigungsstreifen fuhr und auf die A1 in Richtung Norden einfahren wollte. Um möglicherweise dem anderen Fahrer das Einscheren zu ermöglichen, wechselte der Däne dazu wieder auf den linken Fahrstreifen hinüber, allerdings ohne auf den nachfolgenden Verkehr zu achten. Der 31-jährige Hamburger fuhr aber schon mit dem Audi neben ihm.

Fahrzeug kippte auf die Seite

Der Däne touchierte den Audi des Hamburgers und drückte ihn damit gegen die provisorische Mittelschutzplanke. Der Audifahrer legte eine Vollbremsung hin und blieb an dem Provisorium stehen. Der Däne aber krachte auch gegen die provisorische Abtrennung der Fahrspuren, kippte auf die Fahrerseite und rutschte mit voller Wucht zwischen die eigentlich regulären Mittelschutzplanken. Dabei bohrte sich ein dicker Stahlträger mehr als einen Meter weit durch die Windschutzscheibe in das Wageninnere des Suzukis.

Weil es zunächst unterschiedliche Ortsangaben gab, alarmierte die Rettungsleistelle neben Rettungswagen und Notarzt die Freiwilligen Feuerwehren aus Bargteheide, Hammoor, Bad Oldesloe und Reinfeld. Schnell stand dann fest, dass der Einsatzort direkt auf Höhe der AS Bad Oldesloe ist und so konnten die Wehren aus Hammoor, Bargteheide und Reinfeld wieder einrücken. Für den Dänen kam jedoch jede Hilfe zu spät. Der junge Mann starb noch in den Trümmern seines Autos. Den Einsatzkräften aus Bad Oldesloe blieb nur noch die Aufgabe, den Leichnam des Dänen aus dem völlig demolierten Wrack seines Autos zu bergen.

Während sich in Fahrtrichtung Norden wegen der inzwischen voll gesperrten Autobahn ein etwa sieben Kilometer langer Rückstau bildete, sorgten Schaulustige in der Gegenrichtung durch langsames Fahren – um Fotos mit dem Handy zu machen – für extrem zähfließenden Verkehr ab dem Autobahnkreuz Lübeck.

Andere Verkehrsregel für Autobahnauffahrten

Der 31-jährige Audifahrer wurde mit einem Schock in ein Krankenhaus gebracht. Die beiden Autos der Unfallbeteiligten wurden abgeschleppt. Der Sachschaden wird von der Polizei auf etwa 10.000 Euro geschätzt. Die Beamten der Autobahnpolizei sperrten für die Dauer der Bergung und Unfallaufnahme die Autobahn 1 in Fahrtrichtung Lübeck für etwas mehr als eine Stunde. Gegen 7.50 Uhr lief der Verkehr in Richtung Norden wieder reibungslos.

Möglicherweise ist dem Dänen unter anderem eine dänische Verkehrsregel zum Verhängnis geworden. In Dänemark zählt der Beschleunigungsstreifen auf einer Autobahn bereits zum Hauptfahrstreifen und ein Autofahrer muss einem anderen Fahrer, der auf die Bahn auffahren will, dieses ermöglichen, gegebenenfalls sogar abbremsen. In Deutschland hingegen muss der Fahrer auf dem Beschleunigungsstreifen dem Verkehr auf der Bahn Vorfahrt gewähren und gegebenenfalls anhalten, bis die Autobahn frei ist.

Beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) wird man den Unfall und auch die Absicherung sowie den korrekten Rückbau der Mittelschutzplanke an der Unfallstelle genau prüfen.

 

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