Wandelkonzert: Anlaufschwierigkeiten für ein Abend mit Niveau und Bewegung

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Ahrensburg (ve). Jetzt muss ich mich mal entschuldigen: Das Wandelkonzert „Licht an“ war schon am Sonnabend – und bis jetzt habt Ihr noch nichts dazu gelesen. Das hängt damit zusammen, dass ich von 21 Uhr am Sonnabend bis 22 Uhr am Sonntag unterwegs war, um in Berlin die Feier zu 25 Jahre Mauerfall mit zu erleben. Nun aber der Konzertbericht zum dem ersten Wandelkonzert dieser Art.

 

Das Hendrik Meyer Trio in der Schlosskirche, Jasper Diedrichsen las zu der Musik "Ikarus" Texte von Ovid, Fontane und anderen.

Das Hendrik Meyer Trio in der Schlosskirche, Jasper Diedrichsen las zu der Musik „Ikarus“ Texte von Ovid, Fontane und anderen.

Es war ein Test, wie ein solches Konzept funktionieren kann: Das Ensemble aus Schloss, Marstall und Schlosskirche als gemeinsamer Veranstalter und gemeinsamer Veranstaltungsort. Mit einem Mit-mach-Effekt – denn das Publikum musste zwischen den Veranstaltungsorten wandern – oder besser wandeln.

Die Veranstaltungsorte mussten sich anpassen: Der Gartensaal im Schloss fasst 60 Gäste, mehr Karten konnten also für einen Veranstaltungsort nicht verkauft werden. Gedacht war, dass sich das Publikum aus einem Raum geschlossen in den nächsten aufmachte und somit 180 Personen in drei Gruppen die Musik erleben konnten. Doch teilweise waren nur die Hälfte der Karten verkauft.

Drei Orte, drei ganz unterschiedliche Programme

So unterschiedlich die Veranstaltungsorte, so unterschiedlich auch die Musik. Jazz mit dem Hendrik Meyer Trio begleitet von Texten gelesen von Jasper Diedrichsen gab es in der Schlosskirche, Klassik mit dem Philharmonischen Trio Hamburg im Schloss und frivole Schlager mit Lidwina Wurth und dem Trio brioso – sie sind übrigens jetzt am Freitag erneut im Marstall zu erleben – in der Remise des Marstall.

An allen drei Orten war Kunstvolles zu hören, das Programm war mit Blick auf hohe Qualität zusammen gestellt. Angesprochen fühlte sich davon vorwiegend das ältere Publikum. Schwierig ist es allerdings für die Künstler, innerhalb von nur 30 Minuten eine dichte Atmosphäre zu schaffen, an einem normalen Konzertabend ist dies fast noch die Anlaufphase.

„Mich hat der humorvolle Vortrag des Philharmonischen Trio Hamburg richtig begeistert“, so Bürgermeister Michael Sarach im Schloss. Für ihn ist es als Vorsitzender des Stiftungsrates ein Anliegen, die drei historischen Orte des Ensembles auch inhaltlich näher zusammen zu bringen.

Das scheint im Marstall auf offene Ohren zu treffen, Armin Diedrichsen vom Marstall-Team begrüßt die Gäste in der Schlosskirche und beschreibt im Gespräch mit ahrensburg24.de seinen Eindruck: „Auf dem Rückweg zum Marstall habe ich gesehen, wie hinter den Fenstern in den drei Orten gleichzeitig Konzerte gegebeben wurden – das war ein wirklich schönes Bild.“

Ob das Wandelkonzert „Licht an“ ein fester Termin im Veranstaltungskalender der Stadt werden kann, muss sich zeigen.  Lutz Reuter, Vorsitzender des Marstall-Kulturvereins, wünscht es sich: „Wir müssen aber auch überlegen, was wir besser machen können.“

Lesen Sie auch einen Gastbeitrag von Wolfgang Schäfer vom Freundeskreis Schloss.

 

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