Seit 85 Jahren: Wechselvolle Zeiten für die Goldschmiede Gödeke

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Ahrensburg (ve). 85 Jahre alt wird die Goldschmiede Gödeke in der Manhagener Allee Ecke Kaiser-Wilhelm-Allee, eine lange Zeit in einem wechselvollen Jahrhundert. Und so hat auch die Goldschmiede eine wechselvollen Geschichte. Pünktlich zum 85. Geburtstag wurde die Goldschmiede jetzt um zwei Räume erweitert, so dass die gesamte Front der Goldschmiede zur Manhagener Allee zeigt.

Heike und Jens Gödeke feiern mit einem besonderen Ring den Geburtstag der Stadt und ihrer Goldschmiede. Ab sofort ist der Ring bei ihnen erhältlich.

Heike und Jens Gödeke feiern mit einem besonderen Ring den 700. Geburtstag der Stadt und den 85. Geburtstag ihrer Goldschmiede.

Es waren die Eltern von Jens Gödeke, die 1929 die Goldschmiede eröffneten, Erna und Heinz Gödeke. Zunächst als Werkstatt, später als Ladengeschäft. Und zwar in Hamburg Mundsburg direkt neben dem Ernst-Deutsch-Theater. „Unser Ladengeschäft lag direkt gegenüber unserer Wohnung“, erinnert sich Jens Gödeke, „daher hatten meine Eltern den Laden immer von Zuhause aus gut im Blick“, ergänzt er schmunzelnd.

Doch Wirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg machten dem Goldschmied schwer zu schaffen. Ehefrau Erna musste den Laden während des Krieges alleine führen, Vater Heinz musste an die Front. Erna Gödeke ergänzte das Sortiment um Kunst und so gelang es, das Unternehmen zu halten. Das Gebäude allerdings wurde ausgebombt, nur der Laden blieb stehen. Für die Zeit des Wiederaufbaus mussten Gödekes wie auch alle anderen Ladeninhaber in ein eigens aufgestelltes Behelfsgebäude – den Treffpunkt Mundsburg Freunde – umziehen.

Wachstum im aufstrebenden Deutschland

Kurz nach dem Krieg bereits expandierte Heinz Gödeke und eröffnete eine Schmiede in Hoisdorf. In der großen Werkstatt ließ er große Eisenwaren wie Zäune und Gartentore produzieren. Ab 1962 ließ sich dann Sohn Jens zum Goldschmied ausbilden. Mit einer Besonderheit: Kaum eines der wertvollen Gegenstände in der Goldschmiede wurde je gestohlen – sein Gesellenstück aber schon. Es war bei einem Einbruch 1966 das einzige Beutestück.

Der Wachstum der Bundesrepublik führte auch zum Erfolg der Goldschmiede, zeitweise hatte Gödeke senior zwei Filialen. In den 80er Jahren erfolgte dann der Umzug nach Ahrensburg.

Jens Gödeke: „Ich war bereits 1972 mit meiner Familie nach Ahrensburg gezogen und habe daher beschlossen, auch den Laden in Ahrensburg neu aufzumachen.“ Das war 1985 zunächst in der Hamburger Straße. Seitdem und auch nach dem Umzug in den Manhagener Allee Ecke Kaiser-Wilhelm-Allee im Jahr 1989 hat sich die Goldschmiede in der Schlossstadt voll etabliert.

Heimatverbunden in der Schlossstadt

Das ist auch ein Verdienst von Heike Gödeke, heute Inhaberin des Geschäftes. Seit 27 Jahren engagiert sich die Goldschmiedin und ehemals Auszubildende in dem Geschäft sehr heimatbezogen. „Wir sind inzwischen beide echte Ahrensburger geworden“, sagt die Hamburgerin und Wahl-Ahrensburgerin über sich und ihren Mann Jens. So sehr, dass sie zum 700. Geburtstag der Stadt und zum Geburtstag der Schmiede extra einen Ahrensburger Ring entworfen hat. „Mir gefällt diese Stadt sehr, sie ist sympathisch und bietet sehr viel!“

Und noch ein Ahrensburger prägt die Schmiede: Sohn Michel. Er hat sich entschieden, ebenfalls Goldschmied zu werden und lernt derzeit in einem Betrieb in Braunschweig. Damit hat das Traditionsunternehmen Chancen, noch über viele Jahre weitergeführt zu werden.

Der Geburtstag soll übrigens am morgigen Sonnabend, 22. November 2014, mit allen Kunden, Gästen, Freunden und allen, die Lust haben, gefeiert werden. Dann können auch die neuen Räume bestaunt werden, die Platz für Büro, Werkstatt und Verkaufsraum bieten. Geöffnet ist die Goldschmiede Gödeke am 22. November in der Zeit von 10 bis 18 Uhr.

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