Geschädigte gesucht: Wer war in Gefahr? Polizei stoppt Falschfahrer

0

Bei Reinbek (ve/pm). Die Beamten des Polizei- Autobahn- und Bezirksreviers Ratzeburg stoppten in der Nacht zu Sonntag einen Falschfahrer auf der Autobahn bei Reinbek. Er war über 15 Kilometer in der falschen Richtung unterwegs, die Polizei bittet nun Geschädigte, sich zu melden.

Gegen 1.15 Uhr teilte die Hamburger Polizei mit, dass ihnen ein Falschfahrer auf der Autbahn 24 gemeldet wurde. Der Wagen, ein silbergrauer Mercedes, soll am Horner Kreisel in Hamburg in Fahrtrichtung Berlin auf die Richtungsfahrbahn Hamburg aufgefahren sein. Fünf Minuten später ging bei der Polizei ein erneuter Anruf ein. Ein Verkehrsteilnehmer sah den Mercedes gegen 1.20 Uhr an der Anschlussstelle Reinbek, immer noch in der falschen Richtung.

Die Streifenwagenbesatzung entdeckte kurz darauf den entgegenkommenden Mercedes. Der Fahrer des Wagens, ein 73-jähriger Hamburger, fuhr trotzdem auf dem linken Fahrtstreifen weiter dem Streifenwagen entgegen. Er fuhr zwar langsamer, hielt aber nicht an. Die Beamten mussten den Verkehr, der sich auf der Richtungsfahrbahn Hamburg befand, herunterbremsen und dann komplett anhalten.

Der Mann wollte einfach nicht aussteigen

Die Polizisten fuhren dem 73-Jährigen mit geringer Geschwindigkeit weiter entgegen. Zunächst sah es für sie so aus, als ob der Hamburger links am Streifenwagen vorbei fahren wollte. Er hielt dann doch noch – etwa einen Meter vor dem Streifenwagen – an. Der Falschfahrer blieb mit laufendem Motor in seinem Mercedes sitzen. Die Beamten mussten den Mann mehrfach auffordern, den Motor abzustellen. Er kam dem erst nach und zog den Zündschlüssel ab, als ein Polizist die Autotür des Mercedes öffnete.

Die Beamten nahmen ihm den Autoschlüssel ab. Dann weigerte er sich mehrfach auszusteigen. Nun forderte der 73-Jährige sogar noch die Polizisten auf, ihm sofort die Autoschlüssel wiederzugeben, ansonsten werde er die Polizei anrufen. Außerdem könne er nicht aussteigen, weil er eine Knieverletzung habe. Inzwischen traf eine weitere Streifenwagenbesatzung ein.

Die Beamten hoben den Mann aus seinem Wagen heraus und brachten ihn zu dem zweiten Streifenwagen. Die Beamten fuhren den Mann dann zur Wache nach Glinde. Von dort aus konnte er anschließend die Heimreise mit einem Taxi antreten. Die Beamten des Autobahnreviers ließen den Mercedes abschleppen und gaben anschließend die Richtungsfahrbahn Hamburg für den Verkehr wieder frei.

Kein Alkohol- oder Drogenmissbrauch

Der 73-Jährige war offenbar 15,3 Kilometer auf der falschen Richtungsfahrbahn gefahren und hatte dabei zwei Anschlussstellen (Jenfeld und Reinbek), ein Autobahnkreuz (Hamburg-Ost) und einen zweispurigen Tunnel passiert. Glücklicherweise kam es möglicherweise aufgrund der Uhrzeit und der geringen Verkehrsdichte nicht zu einem Unfall.

Hinweise auf eine Alkoholmissbrauch oder Medikamentenbeinnahme ergaben sich bei dem Mann nicht. Die Beamten fertigen eine Ordnungswidrigkeitenanzeige. Dem Fahrer drohte ein Bußgeld in Höhe von 200 Euro sowie ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte, sollten sich keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ergeben, Straßenverkehrsgefährdung ist eine Straftat. Des Weiteren wird die Führerscheinstelle angeschrieben, um die Fahrtauglichkeit zu überprüfen und bei entsprechender gesundheitlicher Ungeeignetheit die Fahrerlaubnis auf dem Verwaltungsweg zu entziehen.

Wer ist dem Fahrer begegnet und wurde geschädigt?

Das Polizei- Autobahn- und Bezirksrevier Ratzeburg bittet daher Zeugen, die zur genannten Zeit dem Mercedes ausweichen mussten oder konkret gefährdet wurden, sich mit ihm unter der Rufnummer 04156/ 29 5- 0 in Verbindung zu setzen.

 

image_pdfimage_print
Teilen.

Kommentieren