Großhansdorf braucht eine Tafel für Bedürftige – sicher!

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Großhansdorf (ub). Wer denkt, in Großhansdorf wohnen keine sozial Bedürftigen, liegt falsch. Bürgermeister Janhinnerk Voß klärt auf: „Die Realität sieht bei uns im Ort anders aus. Wir haben über Hundert Bedürftige, seien es Asylbewerber oder Hartz IV-Empfänger, oder auch Menschen, deren Rente zum Leben nicht reicht. Die Altersarmut macht auch nicht vor Großhansdorf halt. Und die Anzahl der Bedürftigen steigt.“ Deshalb gibt es jetzt am Barkholt 61 eine Aufgabestelle der Ahrensburger Tafel.

Ausgabestelle Ahrensburger Tafel, Barkholt 61. Foto:U.Blaßl

Ausgabestelle Ahrensburger Tafel, Barkholt 61.
Foto:U.Blaßl

 

 

 

Die Ahrensburger Tafel war mit ihren Ausgabestellen in Ahrensburg, Ammersbek und Bargteheide völlig überlastet. Weil mehr und mehr Menschen aus dem nahegelegenen Umland kamen. Aus Großhansdorf, Siek, Hoisdorf, Meilsdorf. Deshalb hat die Hilfsorganisation Mitte des Jahres einen Antrag an die Gemeinde Großhansdorf gestellt, in der Waldgemeinde eine Ausgabestelle zu eröffnen. Da lag es doch nahe, die leer stehende, 40 Quadratmeter große Kiosk-Ladenfläche direkt am Kiekut-Bahnhof zu nutzen.

Renoviert und gepflegt

Die Räume wurden jetzt öffentlich vorgestellt und auch der Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen, ein paar Worte an den Vorsitzenden der Ahrensburger Tafel, Johannes Kelp, zu richten: „Was uns besonders gefreut hat, war, dass die direkten Nachbarn diese Nutzung als sinnvolle Ergänzung ansehen.“ Darauf hin Johannes Kelp: „Sicher wäre es am Schönsten, man bräuchte diese Einrichtung gar nicht. Aber wir sind froh, hier in zentraler Lage jetzt eine Ausgabestellte nutzen zu können.“

Und Kelp richtet einen Appell an die Mitmenschen: „Wir nehmen gerne Lebensmittel, Körperpflegeprodukte, Waschpulver und auch Kleidung als Spende entgegen. Alles, was man zum täglichen Leben braucht. Einzige Bedingung: Es muss original verpackt sein.“ Konkret fehlen die hochpreisigen Produkte wie zum Beispiel Kaffee. Spenden können jeden Mittwoch ab 14 Uhr direkt an der Ausgabestelle abgegeben werden.

Bürgermeister Janhinnerk Voß (zweiter von rechts) und die Mannschaft der Tafel mit dem Vorsitzenden Johannes Kelp (dritter von rechts). Foto:U.Blaßl

Bürgermeister Janhinnerk Voß (zweiter von rechts) und die Mannschaft der Tafel mit dem Vorsitzenden Johannes Kelp (dritter von rechts).
Foto:U.Blaßl

Strenge Regeln

Damit sich kein „Tafel-Tourismus“ einstellt, muss ein Ausweis vorgezeigt werden. Die Bedürftigkeit muss nachgewiesen werden. Ebenso, für wie viele Personen es reichen muss. Die fünf ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und ein männlicher Mitarbeiter teilen die Lebensmittel zu.

Spenden-Aktion am Nikolaustag

Am Sonnabend, 6. Dezember 2014, findet in Großhansdorf bei Edeka Reinhardt eine Spendenaktion statt. Motto: „Kauf Eins mehr für die Tafel“. Das ist eine gute Sache, die alle Großhansdorferinnen und Großhansdorfer unterstützen sollten.

Es kann jeden treffen

ahrensburg24.de steht im Anschluss des Gespräches noch mit einigen Mitarbeiterinnen draußen vor dem Geschäft, da haben sich auch schon erste „Tafel-Kunden“ eingefunden. Denn der gestrige Mittwoch war der erste Tag, jeden Mittwoch von 16 bis 17 Uhr erfolgt die Ausgabe der Lebensmittel. „Die meisten Großhansdorfer gehen aus Scheu und Scham nach Ahrensburg. Das müssen sie aber nicht.“ Und genauso ist es. Es kann jeden treffen. Jobverlust, Scheidung, Unfall, Krankheit. Und dann ist man doch froh, wenn man vor der Ausgabestelle im Barkholt 61 steht und nicht schief angeguckt wird. „Was der/die hier?“ Warum nicht?

Für die Tafel bedeutet das übrigens weiteres Wachstum, vor wenigen Wochen erst wurde auch in Ammersbek eine Ausgabestelle eröffnet. Wäre die Ahrensburger Tafel ein Unternehmen, würde jeder über diese Wachstumszahlen jubeln.

Die Ausgabestelle der Ahrensburger Tafel, Spenden werden jeden Mittwoch ab 14 Uhr entgegen genommen. Foto:U.Blaßl

Die Ausgabestelle der Ahrensburger Tafel, Spenden werden jeden Mittwoch ab 14 Uhr entgegen genommen.
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